#101 Juckreiz verstehen und stoppen - mit Professor Sonja Ständer

Shownotes

Chronischer Juckreiz gilt als eine der belastendsten Beschwerden überhaupt und wird von Betroffenen ähnlich intensiv erlebt wie chronische Schmerzen. Bis zu drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland leben mit Neurodermitis, deren Hauptsymptom der Juckreiz ist. Viele von ihnen schlafen schlecht, kratzen sich nachts immer wieder und kämpfen tagsüber mit Konzentrationsproblemen, Stimmungsschwankungen oder Erschöpfung. Und auch ihr als Eltern spürt die Folgen von schlaflosen Nächten und emotionalem Dauerstress. Juckreiz ist also keine Bagatelle, sondern ein ernstzunehmendes Symptom, das Aufmerksamkeit verdient.

Zu Gast ist Prof. Dr. Sonja Ständer vom Universitätsklinikum Münster, Leiterin des Kompetenzzentrums Chronischer Pruritus. Gemeinsam sprechen wir darüber, wie Juckreiz in Haut und Nervensystem entsteht, warum Kinder sich manchmal stark kratzen, obwohl man kaum etwas sieht, und welche Warnzeichen ihr im Blick behalten solltet. Natürlich geht es auch um ganz konkrete Hilfe im Alltag: Was hilft akut, wenn es gerade unerträglich juckt? Welche Inhaltsstoffe in Cremes können wirklich unterstützen? Warum ist der nächtliche Juckreiz oft besonders schlimm und was könnt ihr tun, damit euer Kind und auch ihr wieder besser schlaft?

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Transkript anzeigen

01:00:00: Speaker 1 Hallo und herzlich willkommen zu Haut und Herz, deinem Kinderholt-Podcast.

01:00:04: Speaker 1 Wie immer gilt dieser Podcast ersetzt keine medizinische Beratung. Für eine individuelle Beratung wende dich daher bitte immer an deinen Arzt oder deine Ärztin.

01:00:14: Speaker 1 Viel Spaß bei der Folge!

01:00:30: Speaker 1 Hallo und herzlich willkommen, liebe Herzis, in einer neuen Folge von Haut und Herz, eurem Kinderhaut Podcast. Und eine ganz, ganz besondere Folge erwartet euch. Es geht um das Thema Juckreiz

01:00:42: Speaker 1 welche Methoden wirklich dagegen helfen. Und jetzt denkt ihr euch vielleicht, naja, Juckreiz, ist das wirklich so eine große Sache? Ich meine, erinnert euch mal an euren letzten Mückenstich, vielleicht schon ein paar Monate her, das ist schon unangenehm. Dieser

01:00:58: Speaker 1 quälende Juckreiz in der Haut und dieses Gefühl, dass man einfach die Finger nicht lassen kann und da ständig am Kratzen ist, das ist schon unangenehm. Aber zum Glück vergeht das ja auch ganz oft wieder. Es gibt aber Millionen Menschen in Deutschland, die unter dauerhaften Juckreiz leiden. Also wo wirklich der Juckreiz jeden Tag den Alltag bestimmt. Und wir wissen aus Untersuchungen, dass dauerhafter Juckreiz genauso quälend und belastend sein kann. Wie es zum Beispiel chronische Schmerzen sein kann.

01:01:31: Speaker 1 Also Juckreiz ist keine Bagatelle, sondern wirklich ein ernstzunehmendes Problem für ganz viele Menschen. Und deswegen bin ich unglaublich froh und dankbar, dass wir heute

01:01:42: Speaker 1 Deutschlands Nummer 1 Juckreiz-Expertin bei uns als Gäste zu Besuch haben. Frau Professor Sonja Ständer, hallo. Hallo, ich freue mich heute hier zu sein.

01:01:53: Speaker 1 Ja, also die Ehre ist wirklich ganz bei uns. Sie sind ja Oberarztinnen an der Hautklinik des Universitätsklinikums in Münster und leiten dort seit ganz, ganz vielen Jahren schon den Bereich Puritus-Medizin. Also Puritus ist der Fachbegriff für Juckreiz, liebe Herzis. Und das Kompetenzzentrum für chronischen Juckreiz. Was tatsächlich schon 2002 als allererstes Juckreiz-Spezialzentrum in Deutschland gegründet wurde. Wahnsinn, wie lange sie sich schon und mit wie viel Engagement sie sich dem Thema Juckreiz annehmen und widmen, Frau Professor Ständer.

01:02:31: Speaker 2 Ja, vielen Dank. Und das ist wirklich eine schöner, aber auch immer wieder eine herausfordernde Aufgabe. Weil es natürlich noch nicht so die zugelassenen Therapien gibt, die wir uns wünschen würden. Und das Leidende Patienten wirklich sehr, sehr großes.

01:02:47: Speaker 1 Ja, deswegen, vielleicht darf ich mal mal so neugierig fragen. Juckreiz, wie Sie ja schon sagen, ist es ein schwierig zu behandeln, das Problem. Wie kam das dann ursprünglich, dass Sie sich ausgerechnet so dieser Herkulesaufgabe angenommen haben?

01:03:02: Speaker 2 Naja, also das erscheint ja mir am Anfang nicht als Herkulesaufgabe.

01:03:07: Speaker 2 Erst wenn man so zurückblickt, dann sieht man vielleicht, was man alles geschafft hat. Und das ist natürlich auch hier eine tolle Teamleistung. Im Münster hat auch ein Schwerpunkt für die Neuromedizin grundsätzlich. Und hier sind viele, die sind an Nerven interessiert. Und da war es natürlich ein ganz, ganz tolles Umfeld, dass man sich da auch mal den Juckreiz anguckt. Ich bin im Studium im Grunde auf der Suche nach einer Doktorbeit zu diesem Thema gekommen. Und das war erst mal ganz klein und bescheiden. Da ging es drum, dass ein bestimmtes Medikament im Jucken auslösen kann. Und als wir dann immer weiter gevorstammt, stellten wir fest, dass eigentlich... Naja, das Ganze relativ unbearbeitet ist, dass es kaum Definitionen gibt, dass es sehr viele Namen gibt, die Misinformationen auch transportieren. Und dass auch viele, viele, viele Patienten denken, wenn sie dauerhaftes Jucken haben, dann ist das entweder psychischer Ursache oder man hat sich nicht richtig gewaschen. Und das ist natürlich auch überhaupt nicht wahr. Da können sehr viele schwere Erkrankungen bei den Erwachsenen dahinter stecken. Und das ist bis heute immer noch auch so ein bisschen Aufklärungs- und Missionararbeit. Dass das WIR dafür werben, dass das ernst genommen wird, dass man den Patienten da wirklich eine gute Hilfe anbietet. Aber das gilt natürlich nicht für Kinder, ja? Also deshalb kommen wir gleich mal zu dem Thema und machen hier jetzt keine Angst. Dabei Kindern ist die Lage da ganz deutlich anders, was die Ursachen betrifft.

01:04:33: Speaker 1 Genau, weil im Grunde genommen viele Ursachen

01:04:38: Speaker 1 bekannter sind bei Kindern und teilweise auch gut zu behandeln sind. Und trotzdem würde ich gerne noch mal auf den Punkt kommen, weil sie sagen, es ist... Ja, Juckreiz wird vielfach nicht ausreichend ernst genommen.

01:04:51: Speaker 1 Was passiert denn, wenn man Juckreiz so ein bisschen ja abtut als harmlos und und ja vergeht schon wieder? Was passiert, wenn man Juckreiz nicht ernst nimmt? Was bedeutet das für die Kinder und deren Familien?

01:05:02: Speaker 2 Ja, das ist etwas, was oft den Kindern und auch den Eltern vielleicht begegnet, dass erst mal über die sozialen Auswirkungen von Juckreiz kommuniziert wird. Also empfindet es als unangenehm, wenn sich jemand kratzt oder auch blutet oder sichtbare Lesion da sind. Und das stigmatisiert die Kinder dann sofort. Da wird sofort gefragt, was hast du denn da? Weil das erst mal etwas ist, was nicht selbsterklärend ist. Und wenn man dann sagt, es juckt, dann kriegt man oft sehr viele Tipps, auch nicht unbedingt, was hilfreich ist. Was ganz anders ist als beim Schmerz. Wenn ein Kind sagt, ich habe Schmerzen, kommt es erst mal sofort mitleidt und nicht sofort Tipps ist. Natürlich ist oft dann die Bereitschaft da zu helfen. Was können wir denn jetzt machen gegen die Schmerzen? Hast du denn schon vielleicht eine Tablette genommen, möchtest eine haben? Aber das würde keiner sagen bei Juckreiz.

01:05:57: Speaker 2 Man hört man nicht, oh, möchte eine Tablette haben. Was können wir denn da machen? Sondern Mensch, kratze ich doch nicht. Du schädigst deine Haut ja und

01:06:04: Speaker 2 hast du denn irgendeine ansteckende Erkrankung? Kann ich mich jetzt auch anstecken? Also ich spreche jetzt so in extrem bisschen. Aber ich bin mir sicher, dass vier Eltern auch schon so eine Erfahrung gemacht haben, wenn die Kinder im Kindergarten sind von anderen Kindern oder Kindergärten drin, dass sowas vorgekommen ist.

01:06:20: Speaker 1 glaube auch, dass die meisten Eltern dann vielleicht auch erst mal denken, vielleicht hat das Kind irgendwie Läuse oder irgendwie eine ansteckende Erkrankung die Kretze oder oder irgendwie was, wovor man sich irgendwie in Acht nehmen muss. Und deswegen, wie Sie sagen, sind da viele Kinder mit ihrem Juckreiz ja alleine gelassen und werden auch ausgegrenzt deswegen.

01:06:39: Speaker 1 Was können Sie uns denn sagen zu den Ursachen bei Kindern? Was sind denn so die häufigsten Gründe, warum die Haut juckt? Vielleicht gerade auch, wenn sie längere Zeit juckt?

01:06:50: Speaker 2 Genau, bei chronischen Juckreiz sind wir bei dem Thema. Das haben wir definiert als Jucken, was länger als sechs Wochen dauert. Das ist jetzt mal so ein einfach so eine, ich sage mal, so eine ganz wirkuliche Angabe. Aber wir grenzen das schon ab von dem akuten Jucken. Und da haben sie auch gerade ein paar Gründe genannt. Also es kann natürlich immer jucken, wenn man am Kopf Kopfläuse hat, dann juckt das natürlich oder wenn man bei Kinder kennen wir ja sowas. Die übertragen sich das auch ganz gerne beim Kindergarten oder vielleicht sogar Schule. Aber das ist ja nicht das, worüber wir reden, sondern wenn so ein dauerhaftes Jucken da ist. Und das kann im einfachsten Fall eine trockene Haut sein. Also es ist Winterzeit, die Kleidung, die scheuert. Da kann das Kind immer mal wieder über Jucken klagen oder viele Eltern werden das kennen. Wenn man Strandurlaub macht, hat Sonne, man geht immer wieder ins Wasser, man krimpt sich ein, vielleicht ist man auch im Pool mit Chlorwasser. Auch das trocknet die Haut aus. Und auch da kann es dann dazu kommen, dass das Kind dann über den Sommer hinweg sagt, es juckt hier, es juckt da. Da ist dann schon so eine Hautbarriere Störung da. Das sind so ganz einfache Dinge. Und das ist schon fast so ein bisschen selbsterklärend, was man dann tun kann. Dann geht es erstmal darum, die Haut ein bisschen besser zu schützen. Noch mal, wenn man so ein Strandtag hinter sich hat, einfach zu duschen, die Haut sehr gut mit Feuchtigkeit und Fett zu versorgen. Also sehr gute Cremes mitzunehmen. Man kennt ja auch diese Aft, das Sunlotion, so was muss es gar nicht sein, so was Teures. Da sind ja auch Duftstoffe drin, sondern einfach eine ganz normale, rückfettende Feuchtigkeitscreme, die die Haut da sehr gut versorgt. Und das gilt nicht nur für die Kinder, das gilt auch für die Erwachsenen, die werden das sicherlich auch kennen. Das sind die einfachsten Gründe. Wenn wir jetzt mal dazu kommen, dass eine richtige Hauterkrankung vorliegt, dann haben wir natürlich als allerhäufigstes die Atomische Dermatitis hier Nordermitis als Ursache und dann kommt erstmal mit großem Abstand nichts und dann können wir über andere Hauterkrankungen reden. Über eine Nesselsucht, sehr selten bei Kindern. Über Schuppenflechte. Juckt anders, juckt auch nicht so, dass es sich aufdrängt, juckt vielleicht mild, sodass das Kind darüber sich gar nicht beschwert. Wenn es dann um systemische Ursachen geht, das ist auch wirklich ganz, ganz selten. Angeborene Lebererkrankung. Oder ganz, ganz selten, dass Kinder auch mal dialysepflichtig sind. Dann sind die Kinder aber richtig krank. Und das ist wirklich was anderes, als wenn man sagt, das erste Zeichen, was das Kind mir berichtet, das ist jetzt der Juckreiz. Jetzt muss ich doch mal gucken, woran es liegt.

01:09:27: Speaker 1 Okay, also ich habe verstanden, dass bei Kindern mit chronischem Juckreiz, also Juckreiz, der länger als sechs Wochen besteht, häufig in Anführungszeichen etwas harmloses wie eine gestörte Hautbarriere, die dann zu trockener, leicht reizbarer Haut führt, dahinter steckt. Oder wenn es dann wirklich konkret um Hauterkrankungen geht, eigentlich die häufigste Ursache, die Neurodermitis ist. Und ich glaube, lieber Herzies, alle, die ihr Kinder habt mit Neurodermitis, ihr wisst, was Juckreiz bedeutet. Und ihr wisst auch, wie dieser Juckreiz den Alltag auf den Kopf stellen kann. Und zum Glück selten, Frau Professor Stenner, haben sie gesagt, er steckt da wirklich eine ganz ernstzunehmende Erkrankung dahinter. Das ist auf jeden Fall schon mal beruhigend zu hören.

01:10:13: Speaker 1 Vielleicht trotzdem gibt es einen Tipp oder wo sie sagen, liebe Eltern, in dem Fall solltet ihr auf jedem Fall mit eurem Kind, das Juckreiz hat, zum Arzt gehen. Oder sagen sie, da kann man auch erst mal ein paar Wochen zuwarten. Können Sie das so pauschal sagen?

01:10:29: Speaker 2 Ja, das hängt natürlich immer vom Einzelfall ab. Ich kann vielleicht mal einen Fall berichten, den wir hatten. Da hat ein Kind, seitdem es seit 6,

01:10:39: Speaker 2 also seit dem 6. Lebensmonat sich immer mit dem Bauch auf die kalten Fliesen gelegt. Und das Jucken war immer um den Bauchnabel rum.

01:10:46: Speaker 2 Das ist natürlich schon etwas verdächtig, dass es immer an derselben Stelle ist. Und so ein Kind mit 6 Monaten macht so was, nur wenn dahinter ein Symptom steckt. Also das war schon ein deutlicher Hinweis. Deshalb sagt man ja auch Juckreiz ist ein Alarmsymptom. Das zeigt einem an, da stimmt irgendwas nicht. Und bei dem Kind, da war es auch tatsächlich ein Tumor, ein Rückenmark, ein gutartiger Tumor, der aber eben die Nerven so geärgert hat, dass das als Jucken wahrgenommen wurde und so auf dem Bauch projiziert worden ist.

01:11:18: Speaker 2 Und da kann man im Prinzip nicht viel machen. Der Tumor, den konnte man nicht operieren. Aber das war eben der Anlass dieser Juckreiz, dass wir das Kind untersucht haben. Und dadurch ist das rausgekommen. Das ist natürlich für alle ein Schock und die gute Nachricht war dann aber das ist rein gutartig, das einzige Symptom in Anführungsstrichen einzige ist dann dieses Jucken. Und da kann man dann natürlich mit entsprechenden Therapien eine Linderung herbeiführen. Also das ist dann sozusagen der Hinweis auf ein Alarmsymptom. Jetzt sage ich mal, dass einer von 1000 Fällen, nicht dass jetzt jeder, der Juckreiz um den Nabel hat, gleich vermutet, ist im Rückmachstumor, das ist so das Schlimmste, was man so berichten kann. Aber zu Ihrer Frage, dass man es unbedingt ernst nehmen sollte. Auf jeden Fall, weil Juckreiz ist auch kein schönes Symptom. Das ist quälen. Das ist nicht schön. Also auch wenn es einem selber vielleicht so ein bisschen harmlos vorkommt. Man kratzt und ist erstmal gelindert. Aber es belastet diejenigen, die es haben, extrem, gerade abends und nachts. Wenn so die Aufmerksamkeit vom Tag nachlässt, wenn das alles was so eins ablenkt und nachlässt, dann kommt es gerne raus und das führt dann eben auch bei den Kindern zur Schlafstörung gerne.

01:12:38: Speaker 1 Das fragen sich glaube ich auch ganz, ganz viele Eltern. Warum ist denn der Juckreiz so oft in der Nacht so furchtbar? Liegt das einfach nur an der, sage ich mal, fehlenden Ablenkung von sonstigen Einflüssen tagsüber und nachts? Können wir uns dann mehr fokussieren auf dieses Gefühl? Oder woran liegt das genau?

01:12:56: Speaker 2 Ja, da kommen verschiedene Faktoren zusammen. Also die fehlende Ablenkung, das kennt jeder, der auch Kopfschmerz hat. Wenn man sich ablenkt, dann ist er schon weniger stark. Dann nimmt man den weniger stark wahr. Es liegt aber auch dann, wo wir uns nachts gerne aufhalten, nämlich im Bett. Und Wettewärme kann auch das Jucken verstärken. Wenn die Haut nämlich besser durchblutet wird. Man selber ist ja auch von der Körperoberfläche ein bisschen wärmer, wenn man sich im Bett aufhält und zugedeckt ist. Und dann kann es, kann ein Juckreiz sich verstärken.

01:13:27: Speaker 2 Und nicht jedes Jucken, das wird auch so gerne gesagt. Abends im Bett, wenn es juckt, das ist dann Kretze. Also das stimmt natürlich, weil die Milben dann aktiv werden. Aber nicht jedes Jucken, was nachts im Bett auftritt, ist eben Kretze.

01:13:43: Speaker 1 Nee, zum Glück nicht. Zum Glück nicht. Und ich meine, Sie haben ja schon gesagt, die häufigste Ursache bei Kindern, die Neurodermitis und da wissen wir ja auch aus Studien zum Beispiel, dass bis zu 80 Prozent der Kinder wirklich Schlafstörungen haben. Einfach aufgrund, aufgrund dieses starken Juckreizes und das wiederum, glaube ich, können wir als Erwachsene auch alle total nachvollziehen, wenn man nicht gut schläft und vor allen Dingen über einen längeren Zeitraum nicht gut schläft, dass das dann eigentlich der ganze Tag gelaufen ist. Wir können uns nicht gut konzentrieren. Wir können einfach nicht gut performen so auf allen Ebenen, ob das jetzt in der Schule ist für die Kinder, ob das für uns im Beruf ist. Im Sozialkontext, bei unseren Hobbys und sonstigen freutvollen Dingen im Leben. Also Juckreize kann wirklich alle Aspekte des Lebens negativ beeinflussen. Und da ist natürlich dann die Frage, was kann man denn jetzt tun gegen den Juckreize? Sie sagten ja Eingangs, die Behandlung ist nicht ganz leicht. Was sind denn so Ihre Tipps, wenn es jetzt einfach akut juckt? Wir gehen jetzt mal davon aus, aber wir wissen, mein Kind hat Neurodermitis. Was würden Sie mir da als Mama empfehlen?

01:14:46: Speaker 2 Ja, also das Wichtigste, was ich erst mal sagen würde, ist man kann das Jucken nicht wegzaubern. Das ist schon mal ganz, ganz wichtig, das entlastet auch die Eltern. Ja, sie machen erst mal jetzt nichts falsch. Man muss sich aber eine Strategie zurechtlegen, wenn das Kind nachts mit Jucken ankommt, was mache ich dann? Und da toleriert jedes Kind abhängig vom Lebensalter unterschiedliche Dinge. Wir wissen, dass Jucken z.B. mit veränderte Temperatur eine Linderung erfährt. Ja, also das Kind ist im Bett, Bettwärmer, das macht das Jucken. Was mache ich als erstes? Bettdecke weg und ich kann noch mit kühlenden Waschlappen stellenweise das Jucken lindern. Ich stecke das Kind natürlich nicht in eine kalte Badewanne. Dann ist es zwei Tage später krank, auf gar keinen Fall. Aber man kann beginnen mit kühlenden Waschlappen. Was auch gerne genommen wird, aber da muss man wirklich vorsichtig sein. Das sind diese Coolpads, die werden dann gerne in Geschirrtücher angepackt. Das macht schon eine sehr starke Kühlung der Haut und die Kinderhaut, die ist bis zur Pubertät, ist sie einfach sehr, sehr viel empfindlicher. Die Kinder empfinden das stärker als wir, die Temperaturen. Also Kälte. Wenn man sagt, ja, es darf ein bisschen mehr sein, dann kann man mit Wärme arbeiten. Wärme, da gibt es diesen Byteway, den ich sehr gut finde. Das ist so ein kleiner Stift, der hilft sofort, wenn man zum Beispiel ein Mückenstich hat. Da ist vorne, das sieht aus wie so ein Kulier, da ist vorne eine kleine Platine, die wird innerhalb von paar Sekunden auf 60 Grad erhitzt und man macht das auf die Haut. Das toleriert sogar Erwachsenen nicht immer diese 60 Grad. Da gibt es dann eben eine Taste, die macht das nur für drei Sekunden und eine Taste, die macht das für zehn Sekunden. Da muss man gucken, ob das Kind das wirklich toleriert. Die meisten Kinder, die haben Angst davor, weil das macht richtig einen Hitze Schmerz. Ja, aber wenn das Kind wirklich sehr, sehr starken Juckreiz hat und hat dann vielleicht sogar noch so lesion, chronische Kratzlesion, die nicht bluten, die intakt sind. Wenn, wenn da so Knoten sind, dann wäre das eine Möglichkeit, das mal auszuprobieren. Allerdings natürlich erst bei den älteren Kindern so ab dem zehnten Lebensjahr. Also das ist eine Möglichkeit. Kälte oder Wärme, man kann doch im warmen Waschlappen versuchen, wenn das Kind darunter eine Linderung hat. Das muss man ausprobieren. Dann als nächstes kann man sich Cremes, ja,

01:17:19: Speaker 2 so Soldaten mit ans Bett stellen, so verschiedene Soldaten, die da stehen, die verschiedene Inhaltsstoffe haben. Und da kommt es auch wieder so ein bisschen drauf an, wie alt das Kind ist. Weil bei den ganz kleinen, da setzt man diese Substanzen nicht ein, wie Polydokanol, Menthol, also so Lokalanästhetiker und Menthol, was auch ein chemisches Kühlen macht, wo man weiß, dass das sehr gut wirksam ist. Bei Erwachsenen wirkt das und würde man so sagen, bei Kinder ab dem sechsten Lebensjahr, vielleicht sogar schon ab dem vierten Lebensjahr, kann man es gut machen. Darunter bitte nicht. Ja, Menthol ist ja zum Beispiel auch in vielen Erkältungsmitteln drin. Und da wird auch wirklich davon abgeraten, dass sie ganz klein das bekommen. Daher wissen wir das. Harnstoff auch sehr gut, macht eine sehr gute Feuchtigkeit. Man hat so ein bisschen dann auch diese Verdunzungskühle, aber bitte auch nicht unter zwei Jahren. Da gibt es andere Dinge, die man da einsetzen kann. Zum Beispiel, ja, es gibt Badeöle, die schon für Babys geeignet sind. Es gibt Cremes, die zum Beispiel Färberweiterin haben oder Haferdrin haben oder Grundtee, Schierbutter, solche Dinge. Die sind im Handel und die sind auch ab Babys ab drei Monaten geeignet oder ab Geburt sogar, teilweise mit Glözerin, mit Nachkerzenöl. Also da muss man gucken, was toleriert das Kind. Das ist einerseits die, das ist nicht brennt. Ja, also das ist bei Kindern auch auf der Fall. Man meint es wirklich gut, man hat was Tolles an der Hand und die Kinder tolerieren es nicht, weil es in dem Moment brennt. Und auf der anderen Seite muss man auch gucken, wie ist die Haut? Welche Gelenik brauche ich jetzt? Und da ist man als Elternteil auch wirklich darauf angewiesen, dass man in die Apotheken gehen kann. Fragen kann ich hier bitte, das ist das die Haut meines Kindes. Was ist jetzt geeignet? Ja, also eine Salbe beispielsweise, was wirklich sehr, sehr fettreich ist. Das nutzen wir in der Klinik, wenn jemand kommt und hat massiv trockene Haut, hat sogar so Hautverschorfung, damit wir diese Verschorfung ablösen können. Sowas brauchen sie zu Hause nicht. Sie brauchen ihre leichtere Texturen, Cremes,

01:19:42: Speaker 2 Luzionen, die die ganz leicht auch in die Haut eindringen. Und da muss man es wirklich ausprobieren. Es gibt sogar so Gele.

01:19:52: Speaker 2 Es gab mal so eine Creme, ich weiß gar nicht mehr, ob es sie noch gibt, also mit Birkenextrakten und das war so ganz geleg. Das hat bei mir auf der Haut geklebt, aber die Patienten mit Neurodemitis, die haben das geliebt. Ja, und deshalb ist es auch immer etwas sehr individuelles. Und man braucht Muster, die bekommt man bei jedem Arzt, bei jedem Hautarzt. Wir haben da eine ganz große Musterpalette stehen, da darf man sich dann reichlich bedienen und muss es ausprobieren.

01:20:17: Speaker 1 Okay, also das heißt, es gibt zum einen spezielle Cremes mit gezielten Anti-Jugreiz-Wirkstoffen. Sie haben schon Polydokanol angesprochen oder so, das ist beispielsweise Menthol. Was aber eher für die älteren Kinder dann infrage kommt. Was man sozusagen ja immer bei Jugreiz dann gezielt auf die jungen Stellen gibt. Und dann sagen sie aber auch, ist es ganz wichtig, dass die Haut barrieregestärkt wird, dass die Haut gepflegt wird. Und da haben sie ja auch schon tolle Inhaltsstoffe genannt, die sind Haarstoffe, die etwas älteren Kinder, Glycerin oder auch dann ja pflanzliche Öle wie Nachtkerzenöl, Scheabutter.

01:20:53: Speaker 1 Die werden aber dann großflächig angewendet oder trägt man die dann nur auf die juckenden Stellen auf?

01:20:58: Speaker 2 Das kann man ruhig großflächig machen. Ja, und weil die ganz Kleinen, die können auch nicht zeigen, wo es juckt. Die liegen weint im Bett. Man kann das auch nur vermuten, dass es gerade juckt. Und die können einem das nicht zeigen, die können auch noch nicht gezielt kratzen. Die kneifen vielleicht oder die die Rubbeln mit den Beinen übereinander. Aber man weiß nicht, wo ist es jetzt und deshalb ganz Körper einkreben. Und das hat auch diesen beruhigenden Effekt. Das ist natürlich auch etwas, was die Eltern wissen müssen. Sie selber als Eltern sind auch ein Medikament. Das heißt, also wenn sie auf die Kinder zugehen und zuwenden und

01:21:38: Speaker 2 ruhig einreden und eine gute Atmosphäre herstellen und nicht schimpfen und sagen, komm, wir machen jetzt und Trost bieten und dann auch diese körperliche Berührung und versuchen einzugreben, versuchen, was zu vermitteln oder kalt oder so dies kümmern. Das ist natürlich auch schon sehr hilfreich.

01:21:56: Speaker 2 Placebo Effekte nutzen wir da aus.

01:22:00: Speaker 2 Und das kann den Kindern auch schon helfen, gerade dann auch in Kombination mit mit den Substanzen, die wir einsetzen. Weil ich sage es gerne nochmal, weil mir das so wichtig ist, wir können den Juckratz in dem Moment nicht wegzaubern. Das können wir einfach nicht. Was man natürlich auch einsetzen kann, das machen wir auch schon bei den ganz kleinen, sind kortisonhaltige Cremes. Da kommen wir jetzt in den Bereich der Medikamentösentherapie. Und das darf man dann auch mal in ganz, ganz schweren Fällen außer der Reihe nachts machen. Ja, gerade um da nochmal mit zu unterstützen, wenn man sieht, die Haut ist jetzt wirklich sehr geröhrtet, die ist sehr aufgekratzt, dass man damit Medikamenten zusätzlich arbeitet.

01:22:42: Speaker 1 Okay, also das heißt einfach, weil das glaube ich für viele unserer Herzen gar nicht so klar ist, dass eine anti-entzündliche Creme, wie zum Beispiel Cortison, oder es gibt ja dann auch die Cortisonersatzstoffe, so was wie Takolimos oder Pimikolimos, die ja gegen Entzündung primär wirken. Aber wenn ich die Entzündung lindere, dann habe ich auch einen Antijuckratzeffekt. Ist das richtig?

01:23:04: Speaker 2 Genau. Also gerade, wenn wir über den Neurodermitis reden, dass eines mit dem anderen verbunden, die Entzündung fördert das Jucken, das Jucken über das Kratzen fördert die Entzündung, das ist manchmal so ein Kreislauf, der in sich geschlossen ist. Und da muss ich an einer bestimmten Stelle, muss ich da Medikamentös reingehen, sonst kann ich das nicht durchbrechen. Das ist auch so ein Phänomen, was wir in der Sprechstunde sehen, viele Eltern kommen, unglaublich bemüht, machen alles für die Kinder, stellen die ganzen Cremes hin und wir gucken das durch und wir sehen, da ist überhaupt kein Medikament dabei. Man muss ein Medikament einsetzen, das ist eine Erkrankung. Kein Mensch mit einer Herzensuffizienz würde, würde, würde sich zufrieden damit geben, dass er die Ernährung nur umstellt, sondern da braucht man ein Medikament, um das Herz zu unterstützen. Und das ist bei der Haut auch, das ist bei der Neurodermitis auch der Fall. Wir brauchen Medikamente.

01:23:57: Speaker 2 Demgegen übersteht häufig die Sorge, dass das Cortison die Haut schädigen kann. Nicht in der heutigen Zeit. Wir haben sehr gute äußerliche Cortisonpräparate. Wir sind ja jenseits der 60er Jahre, wo die die Haut geschädigt haben. Wir haben heute die modernen Präparate, die wir auch nur kurs einsetzen. Und Sie haben es ja auch gerade schon gesagt, dass wird dann gefolgt von Cortisonfreien Cremes, die diese hautverdünnenden Effekte überhaupt gar nicht aufweisen. Und wenn man auch da braucht man eine Strategie, man muss das verstehen, was man da jetzt macht, dass man Cortison nimmt. Ein wirkungsvolles Cortison, um das dann paar Tage zu machen, was die Entzündung wirklich gut unter Kontrolle bringt und um den Effekt zu erhalten, nimmt man die Cortisonfreien Cremes.

01:24:43: Speaker 1 Sehr gut. Danke auch noch mal für den Hinweis, das ist keine Dauerbehandlung, dass man jeden Tag oder immer, wenn es juckt, fünfmal am Tag Cortisoncreme schmiert, sondern dann wirklich nach einem festgelegten und mit dem Arzt zusammen ausgearbeiteten Plan. Was ist denn mit einer sozusagen diesen Anti-Jugreiz-Tabletten? Gibt es nicht irgendwas, eine Pille, die ich einen einwerfen kann oder meinem Kind geben kann, die den Juckreiz lindert? Viele nehmen ja auch so Anti-Histaminika. Was halten Sie davon?

01:25:10: Speaker 2 Also es gibt mittlerweile, wenn man so will, Anti-Jugreiz-Tabletten. Die sind aber erst ab dem 12. und 14. Lebensjahr zugelassen. Ja, das sind die sogenannten Jagdinhibitoren, die lindern das Jucken innerhalb von Stunden. Und wir haben jetzt auch ein Biologikum, das Nemolytumab. Auch das ist erst ab der Pubertät zugelassen. Das wird alle vier Wochen gespritzt und auch das lindert Jucken innerhalb von Stunden. Ja, davor sind diese Medikamente nicht zugelassen. Wir haben ein Biologikum, das ist ab dem 6. Lebensjahr und ein Jagdinhibitor. Ja, der ist auch ab dem 6. Lebensjahr. Das Barizit nimmt der aber der Schwächste. Genau, also ab dem 6. Lebensjahr haben wir das beides. Das sind Langzeittherapien, die man einsetzt, Tablette oder Spritze, wie gesagt, ab dem 6. Lebensjahr. Nur darunter haben wir jetzt nichts mit dem wir nichts Vergleichbares und auch das, was sie im Sinn hatten, die Antisamienika, die werden nicht mehr empfohlen zur Therapie des Jugends. Da ist jetzt die neueste Leitlinie raus. Die sprechen sich wirklich auch gegen eine Langzeittherapie mit Antisamienika gegen das Jucken aus und auch die Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin redet ganz klar ab von der Verwendung von Antisamienika, die den Schlaf fördern sollen. Also wir unterscheiden ja verschiedene Generationen von Antisamienika. Also die erste Generation, die waren ja wirklich Hammer, die haben ja auch Mühle gemacht. Ja, manchmal sagt man, ach komm, dein Kind schläft nicht durch, dann nimm nochmal das hier, die erste Generation.

01:26:52: Speaker 2 Das funktioniert auch, aber wegen der Nebenwirkung wird es überhaupt gar nicht mehr empfohlen. Okay, sehr schön. Stört der Rennschlaf? Also die Kinder schlafen dann auch nicht unbedingt besser, ne?

01:27:02: Speaker 1 Genau. Also ich glaube, Sie haben das ganz klar gesagt, da überwiegen einfach die Nebenwirkungen, den potenziellen Nutzen. Der war ohnehin nur sehr, sehr klein. Wenn man jetzt nicht mal die gezielte Antiokreizwirkung anguckt, insofern ist das keine Option, sondern es bleibt dabei, man hat die verschiedenen Cremes. Und dann natürlich auch die ganz ursächliche, anti-enzündliche und Antiokreizbehandlung damit den neuesten innerlichen Medikamenten. Die haben sehr genannt, Dianoskinase, Nebitorne oder Biologika beispielsweise.

01:27:30: Speaker 1 Wo wir beim Thema Antihistaminika sind, was halten Sie denn von einer

01:27:35: Speaker 1 anti-histaminärgen Ernährung? Sprich also histaminfreie Ernährung. Ich glaube, das ist auch was, was ganz viele Herzys umtreibt. Welchen Einfluss hat Ernährung auf die Yukreis, auf den Yukreiz

01:27:46: Speaker 1 und

01:27:46: Speaker 1 gibt es Nahrungsmittel, die man meiden sollte?

01:27:49: Speaker 2 So, ich glaube, ich muss mich gerade erst mal noch mal korrigieren.

01:27:52: Speaker 2 Das Dupilumab, das ist jetzt ab dem sechsten Lebensmonat zugelassen, das Biologikum. Also wenn ein Kind eine schwere Nordermethis hat, moderate Beschwere Nordermethis, dann können wir da auch schon die Spritzen einsetzen. Und das würde man auch wirklich empfehlen, wenn das, wenn die Nordermethis so schwer ist. Weil auch das kann dann nach einigen Wochen den Yukreiz gut lindern, aber eben nicht innerhalb von Stunden. Also das ist nicht das Medikament, was es innerhalb von Stunden,

01:28:20: Speaker 2 den Yukreiz reduziert. So, das haben wir klargestellt.

01:28:23: Speaker 2 Und das nächste Thema müssen wir jetzt noch mal fragen.

01:28:28: Speaker 1 Die Frage, welche Rolle Ernährung spielt und kann eine anti-histamin oder eine histaminarme Ernährung den Yukreiz lindern?

01:28:38: Speaker 2 Also das Thema Histamin, das ist ja ein sehr großes Thema, was uns Wissenschaftler immer etwas Bauchschmerzen macht, weil wir sagen ja immer die Evidenzlage. Also wo sind die Fakten, wo sind die Beweise, dass es wirklich Auswirkungen hat auf die Eckeme, auf die Nordermethis, auf Asthma, Heuschnupfen. Also diese Evidenzlage, die ist sehr, sehr dünnt, wie wir immer sagen. Das heißt, wir sind von dem Konzept nicht wirklich überzeugt. Und wir sehen, wenn man eine entsprechende Karenz, die es macht, da so viele Nahrungsmittel beiseite lässt wie Tomate oder Tunfisch, oder dann kastet man sich selber bei einem sehr, sehr geringen, wenn überhaupt nutzen. Das heißt, man macht eine Ernährung, die vielleicht nicht mehr so ausgewogen ist, wie ein Kind sie braucht, unter dem Gedanken, dass das einen positiven Einfluss auf die Nordermethis hat. Wir gehen eher davon aus, dass sowas wie Zitrusfrüchte, Essen von Zitrusfrüchten Orangen sich negativ auf die Eckeme auswirkt. Und auch das ist nicht bei jedem Patienten, deshalb darf man auch da erst mal entspannt sein. Man muss es beobachten, man muss gucken, oh, jetzt werden ja rad die Eckeme besser, ich kenne jetzt keinen Auslöser. Was war denn in der letzten Zeit, was hat das Kind denn zu essen bekommen? Ja, dass man darauf eher mal so ein Fokus legt, das Kind alles essen lässt und guckt, ist da überhaupt ein Zusammenhang. Es kann aber auch sein, dass ein Allergen ein Frühling wird, wenn die Pollen fliegen, dass sowas auch dazu beiträgt, dass plötzlich ein Eckeme schlechter wird. Oder im Winter, Heizungsluft, das kennen wir ja auch. Also es gibt sehr, sehr viele Auslöser der Nordermethis, die bekannt sind. Es gibt auch natürlich Informationsmaterial, was es alles sein kann, weil keiner kann sich sowas alles merken und immer auf der Lauer liegen. Man will das Kind ja auch nicht in Watte packen, die Kinder brauchen soziale Interaktionen, um sich regelhaft zu entwickeln und dann möchte man nicht immer den Riegel schon im Vorfeld vorschieben, sollte man auch nicht. Also insofern ist das etwas, wo die Eltern informiert sein können, auch immer wieder mal Rückfragen können. Das Kind hat jetzt dies, das gegessen, kann das vielleicht eine Rolle spielen und der Fachmann, der kann dann oder die Fachfrau, die kann dann mit Rat und Tat zur Seite stehen.

01:31:04: Speaker 1 Also keine pauschalen Empfehlungen, bestimmte Nahrungsmittel grundsätzlich zu meiden, sondern immer individuell das eigene Kind beobachten und dann wirklich auch zusammen mit einem Arzt oder einer Ärztin entscheiden, wenn man die Ernährung umstellen oder einschränken sollte. Genau. Sehr gut, Frau Professor Ständer, was können Sie abschließend? Oder gibt es etwas, was Sie abschließend Eltern mit auf den Weg geben wollen? Diese eine Sache, die sie über Juckreiz wirklich wissen oder sich merken soll, was wäre das?

01:31:35: Speaker 2 Die eine Sache ist, dass man jemanden der Juckreizheit auch Empathie entgegenbringt, so wie man das tut, bei jemanden, der Schmerzen hat. Das hilft herauszufinden, warum es juckt, das hilft, das jucken zu lindern und ermöglicht dann natürlich, wenn man ärztliche Hilfe aussucht, eine frühzeitige Diagnosestellung und

01:31:57: Speaker 2 Verhinderung, dass das Ganze chronisch wird. Sehr schön.

01:32:01: Speaker 1 Liebe Herzis, ich hoffe, ihr habt genauso viel mitgenommen aus dem Gespräch mit Professor Ständer, wie ich das getan habe. Wenn ihr euch zu dem Thema noch detaillierter informieren wollt, hatte Frau Professor Ständer uns im Vorfeld noch mal zwei tolle Empfehlungen mitgegeben. Und zwar ist das einmal, könnt ihr auf Instagram oder auch auf Facebook einfach nachlesen, es gibt die pure, gun nodulares League, die ganz viel Informationen rund um das Thema dauerhaft in Juckreiz bereitstellt. Und da empfehle ich es sogar schon als Referententeil genommen, ein ganz, ganz tolles Angebot vom Skin Health Campus.

01:32:36: Speaker 1 Da bekommt ihr jeden Monat kostenlos von den wirklich führenden Experten auf dem jeweiligen Gebiet, Vorträge zu hören rund um das Thema Hautgesundheit und speziell natürlich auch Juckreiz und juckende Hauterkrankungen. Das kann ich euch nur ans Herz legen und wir haben euch all diese Information natürlich in unseren Kinderhautkompass in den Newsletter auch aufgeschrieben. Abonniert ihn und dann bekommt ihr am Sonntag in euer E-Mail Postfach alle Infos, die Zusammenfassung der Folge plus eben diese tollen Links und Empfehlungen von Frau Professor Ständer.

01:33:07: Speaker 1 Und damit kommen wir zum Schluss. Vielen, vielen Dank für ihre Zeit, ihre Tipps und auch, ich glaube im Namen aller Betroffenen und Behandler für ihr wirklich Wahnsinns-Engagement auf diesem Bereich. Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen, dass da noch ganz viele neue Erkenntnisse folgen

01:33:24: Speaker 1 werden und tolle Therapien für unsere Patienten.

01:33:27: Speaker 1 Und freue mich auf ein beidiges Wiedersehen.

01:33:29: Speaker 2 Ja, ich danke Ihnen auch auch für diesen tollen Podcast. Es ist wirklich ganz wichtig, dass Sie so auch die Eltern erreichen und man auch da nochmal Werbung macht für die Erkrankung und für ihre Arbeit. Natürlich auch auch Glückwunsch von mir.

01:33:42: Speaker 1 Vielen Dank. Alles Liebe, liebe Herzens. Tschüss, Frau Professor Ständer. Tschüss.

01:33:48: Speaker 1 Der Haut- und Herz-Podcast wird produziert von Cepia. Die Redaktion übernehme ich Tatiana Braun. Moderiert wird von Felix King. Die Aufnahmeleitung hat Florian Brehsemmler. Die Musik stammt von Felix King und Luke Larson. Ein besonderer Dank geht an die deutsche Stiftung Kinder der Amatologie, die B-Braun-Stiftung und die Koschgekinder-Stiftung. Und natürlich möchten wir dir danken für dein Interesse und dafür, dass du Teil unserer Community bist. Hast du Fragen, Anregungen oder Feedback? Dann kontaktiere uns gerne über den Feedback-Link in den Show-Notes. Für weitere wertvolle Tipps abonniere unbedingt unseren Newsletter Kinderhaut-Kompass. Ansonsten findest du uns jederzeit auf Instagram unter Kinderhaut-Docs. Bis zum nächsten Mal und alles alles Liebe, dein Team von Haut und Herz.

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