#102 HAUTPFLEGE: Meine Neugeborenen-Routine als Kinderhautärztin
Shownotes
Als frischgebackene Eltern werdet ihr mit Produkten, Meinungen und gut gemeinten Ratschlägen überflutet. Welche Pflegecreme ist die richtige? Wie oft muss man ein Neugeborenes eigentlich baden? Und braucht es wirklich all die Dinge, die im Drogeriemarkt auf euch warten? Tati räumt in dieser Folge mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Mehr Pflege bedeutet nicht automatisch mehr Schutz. Ganz im Gegenteil. Neugeborene Haut funktioniert anders als Erwachsenenhaut. Sie ist durchlässiger, trocknet schneller aus und reagiert empfindlicher auf Inhaltsstoffe, die wir auf den ersten Blick als harmlos einschätzen würden.
Tati erklärt, worauf ihr bei der Produktwahl wirklich achten solltet, was beim Wickeln hilft bevor der wunde Po überhaupt entsteht und warum die Babymassage mehr ist als nur eine schöne Routine. Dazu gibt es konkrete Tipps, die sich direkt in euren Alltag integrieren lassen. 🌿
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Transkript anzeigen
01:00:12: (Jazz Music)
01:00:19: Speaker 1 liebe Herzens.
01:00:34: Speaker 2 Einen wunderschönen guten Morgen. Felix, du weißt nicht, wie lange ich mich schon auf diesen Moment gefoltert habe, wenn du wieder zu mir sagst, guten Morgen, Tati, guten Morgen, liebe Herzens. Es ist jetzt vier Wochen her, dass wir das letzte Mal im Podcast gesprochen haben.
01:00:48: Speaker 1 Ja, es ist crazy. Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit und ich bin mir sicher, so viele von euch Herzens draußen ab und uns auch schon vermisst. Aber wir sind wieder da. Tati, willst du vielleicht kurz verraten, wie es zu dieser Pause gekommen ist?
01:01:00: Speaker 2 Ja, Hatties, es gibt schöne News. Wir sind auch mal Eltern geworden. Wir haben Tochter Nummer drei Anfang März zur Welt gebracht. Also wir,
01:01:11: Speaker 2 ich und mein Mann und ich haben uns wahnsinnig darüber gefreut und sind ja im absoluten Baby Glück und sind müde und sind ja hier irgendwie versuchen, dem Chaos her zu werden mit drei Kindern, aber es ist unfassbar schön. Und ja, bitte seht es mir nach, wenn ich irgendwie immer noch voller Glückshormone bin und mein Kopf noch ganz benebelt ist. Aber ich freue mich jetzt wieder hier zu sein, mit euch über ein wichtiges Kinderhautthema zu sprechen.
01:01:43: Speaker 1 Tati, ich finde es auch wahnsinnig schön und ich freue mich auch total für die ganze Bauernfamilie.
01:01:48: Speaker 1 Ich freue mich besonders, dass euch gut geht, dass alles gut gegangen ist. Dass es dir gut geht, dass den Kindern gut geht. Und ich kann mir persönlich überhaupt nicht vorstellen, was das für ein Act sein muss, mit drei Kindern zu Hause irgendwie zurechtzukommen. Schapo von meiner Seite.
01:02:04: Speaker 1 Ach, danke Felix.
01:02:06: Speaker 1 Wir haben ja sozusagen in Anbetracht der aktuellen Situation bei dir zu Hause. Haben uns überlegt, was könnten wir thematisch heute angehen? Welches Kinderhautthema wäre heute vielleicht spannend und würde gut zur Situation passen? Und da hast du glaube ich gesagt, dass du einfach ganz gerne so ein bisschen drüber sprechen würdest, wie das so ist. Ja, es kommt ein neues Kind auf die Welt und auf einmal hat man ja mit ganz vielen Hautthemen auch zu tun. Wie wirklich richtig? Wann muss ich einkreben? Wunschschutzcreme relevant oder nicht? Und so weiter und so weiter. Und weil du das ganze ja sozusagen jetzt zum dritten Mal durchgemacht hast, ist es vielleicht ganz spannend für unsere Herzens, wenn wir im Prinzip diese Reise nochmal aus der Perspektive einer Kinderhautärztin erleben können.
01:02:53: Speaker 2 Ja, super gerne. Fällig sich mein, die Kleine ist ja jetzt vier Wochen alt.
01:02:57: Speaker 2 Das heißt, sie ist heute offiziell nicht mehr eine Neugeborene und glaube alle Eltern, die gerade zuhören, wissen auch, wie schnell diese Zeit irgendwie verfliegt, diese ersten so besonderen Wochen. Und deswegen war es mir irgendwie ein Anliegen, das nochmal mit euch, liebe Herzens, zu teilen, was für mich in den ersten vier Lebenswochen als Mama und natürlich als Kinderhautärztin
01:03:16: Speaker 2 so aus Hautpflege, Sicht relevant war, weil ich es dann wahrscheinlich gleich auch wieder vergessen würde. Deswegen ja, Let's dive in und lass uns gern darüber sprechen.
01:03:24: Speaker 1 Sag mal, mich würde zum Anfang gleich mal interessieren, gab es irgendeine Sache, die du vielleicht schon vergessen hattest, wo du jetzt wieder sowas. OK, krass, irgendwie das muss man ja auch machen oder ich hatte das ganz anders in der Renderung oder so?
01:03:36: Speaker 2 Du Felix, also ich muss ganz ehrlich sagen, ich mein, ich ja, ich bin jetzt Mama von drei Kindern. Und ich meine, ich beruflich habe ich ja nur mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Und trotzdem, man steht, oder ich, ich stand auch jetzt beim dritten Mal wieder mir so ein bisschen wie der Oxfornberg und und man ist am Anfang hat man schon so ein bisschen wenig sagen wie Berührungsängste. Aber man ist ja, ja, man man man liebt diesen Menschen so sehr. Und gleichzeitig ist man aber auch total verunsichert und will natürlich nur das Beste und nichts falsch machen. Und so geht es mir da natürlich auch. Ja.
01:04:08: Speaker 2 Und insofern, also ich glaube, alles der erste Handgriff, das erste Mal Baden irgendwie die Nabelpflege am Anfang, also das Windeln, selbst wieder wieder so ein ganz kleines Baby zu wickeln, das ist die ersten ein, zwei Mal noch so ein bisschen ungewohnt auch auch im dritten Durchgang. Aber allgemein würde ich sagen, bin ich jetzt insgesamt deutlich sicherer und entspannter, würde ich sagen, als als noch bei Nummer eins und Nummer zwei.
01:04:38: Speaker 1 Das kann ich mir gut vorstellen. Sag mal, hat die Durstsegerät schon das Baden angesprochen. Das ist ja auch so ein Thema, wir haben es schon mal so angesprochen, aber vielleicht können wir da nochmal reingehen.
01:04:47: Speaker 1 Wie oft badest du denn? Da gibt es die verschiedensten Theorien, die einen sagen irgendwie jeden Tag und die anderen sagen Maximal zweimal in der Woche und andere wieder von Baden noch seltener. Was ist da die richtige, der richtige Weg?
01:05:03: Speaker 2 Ja, das ist wirklich so eine riesige Blackbox, das Thema Baden und wie häufig man baden soll.
01:05:09: Speaker 2 Ich habe unsere Kleiner vielleicht das erste Mal so nach zwei, drei Wochen gebadet. Ich mein vorher muss man fairerweise sagen, ist das ja gar nicht nötig. Die sind ja auch nicht, nicht wirklich schmutzig in aller, in aller Regel. Irgendwann beginnen dann doch so ein bisschen die Hautfalten, so ein bisschen anzumüffeln, weil sich dann doch natürlich irgendwie so ein bisschen Milch und und Schweiß und so ein bisschen Fussel und so weiter da alles ansammeln. Und dann habe ich gedacht, jetzt ist es mal Zeit. Ja und ich weiß nicht insgesamt in den vier Wochen habe ich sie vielleicht jetzt zwei oder dreimal gebadet. Also ihr seht öfter als einmal die Woche mache ich das gar nicht. Und es ist auch so ein bisschen lustig, weil ich bei den anderen beiden großen zumindest habe ich das in Erinnerung, dass die das von Anfang an super schön fanden, das Baden und ich mein wir kommen ja alle aus dem aus dem Wasser, aus dem Fruchtwasser und deswegen denke ich mir immer, Babys fühlen sich doch, fühlen sich doch natürlicherweise wohl im Wasser. Aber unsere Kleine findet Baden momentan eher eher doof. Das heißt, wir versuchen das so ein bisschen zu minimieren den Stress gerade.
01:06:12: Speaker 1 Okay, aber ich nehme mit, dass drei Wochen gewartet bis das erste Bad sozusagen
01:06:19: Speaker 1 gemeinsam gemacht wurde. Und das bedeutet also auch, man muss sich da nicht stressen, sondern man kann einfach starten mit einem Waschlappen oder Prinzipie und da ein bisschen sauber machen. Du nimmst ja auch ganz ganz gern Mandelöl oder um so so festsitzende Verschmutzungen sauber zu machen.
01:06:34: Speaker 2 Genau, also das ist ja nochmal ein Unterschied, weil man also gerade am Anfang so dieses dieses Meckonium, dieser dieser anfängliche Stuhl, der ja so ganz dunkel ist und auch so richtig festklebt und so zäh ist. Bevor man da irgendwie wie wild anfängt, an dieser sehr empfindlichen Haut zu rubbeln, macht es in der Tat Sinn, dass man da einfach einen weichen Weichstuch, einen weichen Waschlappen nimmt mit lauwarmem Wasser und da vielleicht ein bisschen einfach ein Hautpflegendes Öl drauf gibt. Mandelöl, das du schon angesprochen hast, eine gute Möglichkeit. Das ginge auch in Sonnenblumenöl zum Beispiel oder Jojoba Öl. Da einfach einen kleinen Klecks mit aufs auf den Waschlappen geben und dann kann kann man eigentlich gerade so diese festhaftenden Verschmutzungen ganz gut ablösen. Ja, das würde ich gezielt machen.
01:07:14: Speaker 2 Ins Badewasser, ehrlicherweise Felix, gibt ich gar nichts. Die Studienlage sagt ja auch, dass Badezusetz bei Babys und bei Kindern keinen Mehrwert für die Hautpflege liefern, sondern das Leitungswasser in aller Regel vollkommen ausreicht und so handhab ich das auch.
01:07:32: Speaker 1 ich kann mir vorstellen, dass ich vielleicht manche denken, OK, Leitungswasser ist ja schön und gut so. Natürlich will man keine Badezusätze, die irgendwie Kontakte aller Genen enthalten oder die Haut reizen. Aber trotzdem versucht man das Kind möglichst sauber zu bekommen. Hast du da noch irgendwelche Tipps?
01:07:47: Speaker 2 Ja, wie gesagt, also richtig schmutzig sind die ja nicht. Aber wo sich schon immer wieder was ansammelt, sind eben diese Hautfalten, sprich also Halsfalte, die Achselhöhlen, die Leisten, Pogenitalbereich, die Kniekehlen, Armbäugen. Und da gehe ich dann wirklich einfach mit einem Waschlappen quasi beim Baden einfach nochmal gezielt hin und versuche diese Bereiche auch wirklich gründlich zu reinigen. Einfach durch diese mechanische Reinigung mit dem Waschlappen, kriegt man das eigentlich auch gut weg. Man könnte auch noch ein Schuss Öl dazu geben auf den Waschlappen. Aber ich habe das bis jetzt einfach nur mit Waschlappen und Wasser hinbekommen. Und dann ist es halt ganz wichtig, dass man die nicht nur gründlich reinigt, die Hautfalten, sondern auch wichtig danach auch gründlich wieder trocknet. Denn wenn sich da wieder Feuchtigkeit einfach durch das Badewasser ansammelt, dann läuft man Gefahr, dass die Haut da gereizt wird, rot wird, sich entzündet und auf Dauer sich da auch so kleine Wunden bilden können. Das möchte man möglichst vermeiden. Das heißt, ich trockne einfach eine Tupfe mit dem Handtuch, dann die die die Stellen nochmal gut ab und ich verwende tatsächlich auch ein Föhn und Föne, die Stellen dann noch mal trocken. Wichtig ist halt, dass man da die Temperatur runter regelt. Und ich habe auch immer so die Hand quasi an der Stelle, damit ich selber spüre, wie wie lang und in welchem Abstand ich den Föhn da drauf halten kann. Denn die Haut ist dann auch super, super empfindlich und da sollte man auf keinen Fall irgendwie Verbrennungen erzeugen.
01:09:05: Speaker 1 Das stimmt. Da muss man echt aufpassen. Manchmal hat man auch das Gefühl, das ist noch gar nicht so wild, aber am Ende kommt da diesen Föhn mit wahnsinnig die Hitze raus. Wenn man jetzt mit dem Baden fertig ist und abgetrocknet ist, das kennt auch schon, dann ist ja als nächster Schritt im Prinzip das Eingreben dran, oder?
01:09:19: Speaker 2 Ja, das ist ja so eine Frage, die auch immer wieder kommt. Muss man denn überhaupt eingreben? Und wenn ja, wie oft? Und da sage ich immer, also man sollte, wenn die Haut so gesund ist und normal aussieht und sich nicht trocken anfühlt und nicht schuppig ist, muss man nicht eingreben. Aber nach dem Baden würde ich die Haut immer eingreben. Und warum? Weil eben sonst die Haut nach dem Baden wieder viel Feuchtigkeit verliert und dadurch austrocknen kann. Und umgekehrt ist es aber auch so, dass nach dem Baden die Haut besonders aufnahmefähig ist für so eine Pflegekreme. Und deswegen ist das eigentlich der ideale Zeitpunkt. Und da mache ich so, dass ich wirklich die Pflegekreme einmal von Kopf bis Fuß auftrage auf die komplette Haut und nur gucke, dass eben in den Hautfalten da keine Creme-Reste sich ablagern, sondern da gehe ich dann im Zweifel auch nochmal mit dem Handtuch hin und gucke, dass ich da die Creme-Reste nochmal entferne.
01:10:15: Speaker 1 Ich meine, grundsätzlich sehe ich das genauso, wie du sagst, in der Haut, die gesund ist von dem Kind braucht im Prinzip nicht regelmäßig ein, die cremt werden. Auf der anderen Seite muss man aber sagen, dass besonders bei diesen ganz kleinen Kindern ist die Haut ja immer unreif. Die Haut bei ihr ist immer unreif. Die Leute, die verlieren immer ein bisschen mehr Feuchtigkeit und die Haut ist ganz, ganz häufig auch zu trocken. Und viele von den Eltern, die heute zuhören, haben ja auch Kinder zu Hause, die Neurodermitis haben und eben Kinder, deren Haut wahnsinnig, wahnsinnig trocken ist. Und deswegen, finde ich, macht es total Sinn, was du sagst. In jedem Fall, egal ob die Haut ist besonders trocken ist oder nicht, nach dem Baden einmal von oben bis unten einzukremen, um eben auch Hauttrockenheit und Reizungen usw. fortzubeugen.
01:10:59: Speaker 2 Genau, Herr Felix, du hast natürlich vollkommen recht. Wenn jetzt mein Kind spürbar trockene, raue, schuppige Haut hat, dann kann man jeden Tag die Haut mit Pflegekreme einkremen. Also dieses nach dem Baden einmal die komplette Haut wäre für mich so das Mindestmaß. Man kann aber natürlich, wenn es denn die Haut erfordert, auch jeden Tag einkremen. Absolut. Und ich glaube, was wir natürlich viel sehen, ist sozusagen diese Abschuppung in den ersten Lebenswochen, was total normal ist. Das nennt sich postnatale Desquamation, also heißt nur Abschuppung nach der Geburt. Haben fast alle Babys, ist total normal und ist einfach darauf zurückzuführen, dass sich die Haut auch erst mal umstellen muss auf
01:11:38: Speaker 2 Leben im Mutterleib, im Wasser, im Hintern zum Ankunft auf der Welt mit der trockenen Umgebung. Das ist, wie gesagt, nicht krankhaft, ist kein Hinweis auf Neurodermitis oder ähnliches. Aber in so einer Situation, wenn die Haut schuppig ist, dann kann ich natürlich die Hautbeherriere unterstützen, indem ich da Pflegekreme anwende. Ja.
01:11:57: Speaker 1 Voll.
01:11:57: Speaker 1 sehe ja relativ viele Patienten, genauso wie du auch. Und da kommt ganz häufig die Frage, ob man denn was falsch macht, wenn man zu viel cremt. Und ich finde, das wäre jetzt auch mal super ein super guter Zeitpunkt, um darauf einzugehen. Weil viele Eltern fragen so, hey, wenn ich jetzt mein Kind immer einkremen, dann verlieren die Haut doch irgendwie, sich selbst zurückzufetten. Was ist, was, was antwortest du auf so ein Statement?
01:12:21: Speaker 2 Ja, diesen Mythos hört man ja, hört man ja total oft, Felix, aber es ist wirklich ein Mythos. Also das stimmt so nicht, die Haut verlernt nicht sich selber zurückzufetten, nur weil ich jeden Tag Creme anbinde. Da könnt ihr unbesorgt sein, Herzis. Ihr könnt gerne, wenn es die Haut erfordert, jeden Tag einkremen, ohne dass die Haut verlernt, wie es richtig geht.
01:12:40: Speaker 1 Ich sehe schon die vielen Fragezeichen in den Köpfen unserer Herzis jetzt gerade. Und Tati, weißt du was? Ich sehe förmlich schon die vielen Fragezeichen in den Köpfen unserer Herzis, die gerade zuhören. Für die fragen Sie natürlich, welche Produkte sind denn die richtigen für so ein kleines Kent?
01:12:59: Speaker 2 Ja, also wie bei der Hauptpflege auch, gilt bei den Inhaltsstoffen weniger ist mehr.
01:13:04: Speaker 2 Ich würde euch empfehlen, auf ein Pflegeprodukt zurückzugreifen, was einmal von der Konsistenz ja eher so ein bisschen leichter ist, also mehr Feuchtigkeit, mehr Wasser enthält und nicht ganz so fett und reichhaltig ist. Weil wir eigentlich nicht wollen, dass wir quasi wie so ein Fett filmen, wie so eine Versiegelungsschicht über die Haut legen, unter der die Haut nicht mehr atmen kann. Also lieber was, was so ein bisschen leichtere Lotion ist oder eine leichtere Creme nicht zu fett. Das ist Punkt eins und Punkt zwei, konkret zu Inhaltsstoffen.
01:13:32: Speaker 2 Da ist es so, dass ich auf jeden Fall milde und trotzdem feuchtigkeitsspentende Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Glyzine empfehlen würde oder so was wie Dexpantinol, Pantinol auch sehr gut. Und dann brauche ich natürlich immer noch ein bisschen Fett. Und da kann man zum Beispiel Haut eigene Fette wie Zeramide gut verwenden. Oder pflanzliche Öle, so was wie zum Beispiel Nachtkerzenöl, Mandel, Scheabutter. Das sind auch tolle Inhaltsstoffe im Pflegecreme, gerade für so junge Babys.
01:14:01: Speaker 1 Und wenn ihr da auf der Suche nach Produkten seid, dann würde ich euch empfehlen, abonniert gerne unseren Newsletter, den Kinderautkompass. Da hat ihr da wieder ganz tolle Produkte für euch zusammengesammelt.
01:14:13: Speaker 1 Tati, komm wir zum nächsten Punkt. Wickeln. Das ist ja auch was, wo man sich sozusagen wieder dran gewöhnen muss, könnte ich mir vorstellen. An denen das ja ein bisschen anders. Wenn die Kinder größer sind, wickelt man sie ja häufig auch noch. Aber wenn die so mini klein sind, dann ist ja auch das Wickeln irgendwie so das ganz Besondere. Das sagt man auch, was muss man da achten?
01:14:32: Speaker 2 Ja, ich glaube, das Entscheidende ist, dass man einfach regelmäßig tatsächlich die Windel wechselt. Also man will einfach vermeiden, dass da über einen längeren Zeitraum auf diese sehr, sehr empfindliche Haut mit der unreifen Hautbarriere, Feuchtigkeit, sprich Urin und Stuhl mit aggressiven Enzymen, die da enthalten sind und Bakterien und Keimen, dass das zu lange quasi auf die Haut einwirkt, weil dadurch weicht die Hornschicht auf und dadurch gelangen dann eben diese aggressiven Stoffe in die Haut und können Entzündungen verursachen. Und das führt ja ganz häufig dazu, dass die Babys dann auch einen wunden Po bekommen, auch Windel der Matitis, genannt.
01:15:05: Speaker 1 Sag mal, was ist da deine Erfahrung? Ich habe das Gefühl, dass irgendwie Förderspäter jedes Kind meine Windel der Matitis hat. Wie war das bei euch?
01:15:12: Speaker 2 Ja, Felix, also meine beiden Kinder, ich muss mal überlegen, die Großen, die hatten schon so ein bisschen Ansätze einer Windel der Matitis, würde ich sagen. Also wenn ich merke, oh, da wird die Haut rot und beginnt schon so ein bisschen sich zu entzünden und oberflächlich so erosiv zu werden, so ein bisschen wund, dann habe ich da natürlich versucht dagegen zu steuern. Also es war zum Glück nie so ganz doll. Aber klar, es ist schon echt eine Aufgabe. Man muss wirklich mit diesem Windel wechseln, echt hinterher sein und auch gucken, dass man immer wieder Windelpausen einlegt, damit einfach Luft an die Haut kommt, die Haut wieder atmen kann.
01:15:44: Speaker 2 Das ist schon wichtig, ja.
01:15:46: Speaker 1 um was man ja auch machen kann, um solche entzündete Haut im Windelbereich zu vermeiden, ist Wunschschutzcreme zu verwenden, oder? Würdest du sagen, dass man das nur dann verwendet, wenn die Haut schon gereizt ist, oder würdest du einfach standardmäßig zu jedem Windel wechseln, Wunschschutzcreme verwenden?
01:16:02: Speaker 2 Also ich kann dir nur sagen, wie ich das jetzt bei meinen Kindern und bei meiner Tochter jetzt aktuell mache. Immer, also ich nehme es nicht bei jedem Mal Windel wechseln, sondern ich mache das wirklich nur, wenn ich sehe, oh, da wird die Haut schon ein bisschen rot und da mache ich das wieder bei ein paar Mal Windel wechseln, dass ich gucke das erst mal nicht die Haut gründlich reinige, dafür nehme ich einfach ein weiches Tuch, ein weiches Waschlappenwasser, gucke das ich ein bisschen Zeit vergehen lasse, das es auch wieder vollständig trocknet und dann gebe ich diese zinkhaltige Wunschschutzcreme drauf. Aber eben nicht bei jedem Mal Windel wechseln, sondern nur, wenn ich das Gefühl habe, oh, die Haut wird rot, oder aber auch zur Nacht, weil da muss ich ehrlich sagen, wenn da jetzt nur Pippi in der Windel ist, dann wechsel ich die nicht jedes Mal, sondern versuche, dass wir möglichst viel Schlaf bekommen und
01:16:47: Speaker 2 da trage ich dann einfach prophylaktisch schon mal eine schichtzinkhaltige Wunschschutzcreme auf.
01:16:54: Speaker 1 Voll, das macht total Sinn, das machen wir ganz genauso auch, Tati.
01:16:56: Speaker 2 Sehr gut.
01:16:58: Speaker 1 Gibt es aber der Wunschschutzcreme irgendwas, was man beachten muss, Tati? Weil wenn du mal so guckst, bei DM sind ja wahnsinnig viele verschiedene Produkte, die man da kaufen kann.
01:17:08: Speaker 2 die meisten Produkte enthalten ja tatsächlich Zinkoxid, das ist ja das, was die eben auch so diese weiße Farbe gibt und Zinkoxid ist eigentlich hervorragend geeignet als Wunschschutzcreme, weil es zum einen so ein bisschen austrocknet, zum anderen ein bisschen anti-entzündlich wirkt und auch ein bisschen antibakteriell. Also das checkt schon ziemlich viele Boxen, wenn es darum geht, eben einen wunden Po vorzubeugen oder zu behandeln. Was ich aber dann auch immer noch brauche, ist irgendwas, was wie so eine Art mechanische Schutzbarriere bildet. Also bei Fett, was da länger auf der Haut liegen bleibt. Und da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ich kann sowas wie Petrolatum, also wie in Vaseline enthalten verwenden, Lanolin des Wollwachs. Wer ich allerdings vorsichtig, wenn ich ein Kind habe, was irgendwie zu Nora oder Miete Snike oder es entwickeln könnte, würde ich von Lanolin absehen, weil es auch mal Allergien verursachen kann. Ansonsten aber von der Funktion her ist Wollwachs sehr gut geeignet, um diesen Versiegelungsfilm zu bilden. Ich kann aber natürlich auch wieder auf pflanzliche Öle zurückgreifen, so was wie Shea Butter, Jojoba Öl, Mandelöl. Auch das wird gerne eingesetzt in Bundschutzcremes, einfach als Pflege zum einen, aber auch als als Schützenden Öl oder Fettfilm auf der Haut.
01:18:13: Speaker 1 Und ich könnte mir vorstellen, dass du da auch schon wieder was von unseren Newsletter vorbereitet hast, weil da muss man der halber Biochemiker sein, um da richtig durchzusteigen.
01:18:23: Speaker 2 Klar, gerne. Ich habe euch einfach mal rausgesucht, Produkte, die mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, entweder bei meinen eigenen Kindern oder bei Patienten, guckte ich das sehr gerne bei unserem Kinderhautkombass Newsletter an.
01:18:35: Speaker 1 Noch so ein Thema bei der Kinderhautpflege ist ja die des Nagel schneiden, oder? Ich meine, Nägel gehören ja im Prinzip auch mit zu Haut. Ja, das Horrorn des Nagels ist ja im Prinzip das gleiche Material wie die äußeste Hornschicht. Und ich erinnere mich bei unserem Kleinen, dass der für kleine Raubtierkrahlen immer hatte. Und wie schwierig das man nicht mal war, die zu schneiden, weil er immer so gezappelt hat und man ihn ja auch nicht verletzen wollte. Hast du da irgendwelche Tipps, wie man das am cleversten macht?
01:19:00: Speaker 2 Oh, für dich ist es, ich sage dir, ich sah so wüst aus in den ersten Wochen. Wirklich mein Gesicht, meine Brust, es war alles zerkratzt. Die hatte wirklich so solche Krallen, die kleine. Normalerweise steht er überall in den Lehrbüchern oder auch wenn man Hebammen fragt, sagen sie ja oft, ja, die ersten Wochen, die ersten sechs Wochen sollte man oder braucht man keine Fingernägel schneiden. Also dieses Mal war ich wirklich nach zwei Wochen so, dass ich gesagt habe, also die Krallen müssen ab. Das ist ja hier selbst und fremdgefährt. Weil klar, die Kinder kratzen sich ja selber auch im Gesicht auf, kann sich sogar in den Augen aufkratzen und sich da verletzen. Also es gibt schon Gründe, warum man auch in den ersten Lebenswochen über das Fingernägelkürzen nachdenken sollte.
01:19:39: Speaker 2 Und ich habe da super Erfahrung einfach mit einer stinknormalen Pfeile gemacht. Also mir ist das mit dem Schneiden auch einfach noch ein bisschen heikel, weil der Nagel ist ja selber auch super weich und sozusagen klebt ja nah an der Haut dran. Und da hätte ich einfach Angst, dass ich da in die Haut schneide. Und deswegen mache ich das so, dass ich einfach eine sehr weiche Pfeile nehme, ganz stinknormale erwachsenen Pfeile, aber eben die weiche Seite. Und dann ziehe ich immer so die Nagelhaut quasi vom Nagel weg und pfeile dann einfach den Nagel so ein bisschen von oben runter. Wichtig ist, dass er nicht zu kurz wird und dass man jetzt nicht irgendwie den Rund pfeilt, sondern möglichst eckig belässt, dass da nichts einwächst. Und dann geht es eigentlich wunderbar. Am besten ehrlicherweise, wenn die Kleine schläft.
01:20:22: Speaker 1 Das ist wahrscheinlich der Geheimtipp, weil sonst es mit dem Zappeln macht, kann das das Ganze ganz schön gefährlich machen. Ich musste mal dran denken, meine Schwester, da war ich schon deutlich älter, hat ihre Fingernägel von meiner Mutter gestanden bekommen und die hat irgendwie so gezappelt, währenddessen hat meine Mutter sie so ins Handgelenk reingestochen, das Blut gespritzt und so fürchterlich war das. Das heißt, diese Nagelfeile ist wahrscheinlich eine sehr clevere Idee, einfach damit man auch mit so einem zappelnden Kind möglichst wenig Gefahr läuft, sich zu verletzen.
01:20:54: Speaker 2 Genau. Und was man auch, man neigt ja dann so ein bisschen dazu, weil tatsächlich klar, wenn die Nägel einmal lang genug sind, dann würden die auch von alleine einreißen und irgendwann abreißen. Was man nicht machen sollte, ist da versuchen, nachzuhelfen und irgendwie so diesen Nagel abzureißen, weil auch das kann eben dazu finden, der Nagel ist superweich, dass das tief einreist und dass da sich Bakterien draufsetzen. Das will man einfach möglichst vermeiden. Deswegen pfeile ist auf jeden Fall ein super Tipp, finde ich.
01:21:17: Speaker 1 Das ist echt ein guter Tipp, Tati. Vielen Dank dafür.
01:21:21: Speaker 1 Tati, wir haben jetzt über schon verschiedene Produkte gesprochen, die man verwenden kann. Eine Sache, die mir noch einfällt, ist das Babyöl. Ich finde Babyöl ist irgendwie so das Erste, was man kauft, wenn man weiß, dass man ein Kind bekommt, weil irgendwie braucht jede Familie Babyöl zu Hause. Aber kannst du uns vielleicht auch mal erklären, warum man überhaupt Babyöl braucht und wofür es gut ist?
01:21:42: Speaker 2 Ja, für dies tatsächlich, ich weiß auch noch, irgendwie das war, als ich das erste Mal schwanger war, war das auch so, ich glaube, ich habe da so drei verschiedene Öle gekauft, weil ich einfach irgendwie dachte, das braucht man. Und das waren tatsächlich die Produkte, die ich auch beim zweiten Kind nie, entweder gar nicht verwendet habe oder zumindest nicht aufgebraucht habe, weil ich so selten verwendet habe. Deswegen, also Babyöl ist in meinen Augen kein Muss, aber ich verrate dir gerne, wofür ich es gerne einsetze. Und zwar für einfach die Babymassage, also nicht zur Hautpflege, weil tatsächlich Öl ist ja reines Fett und Fett alleine ist eben nicht das, was die Haut braucht. Die Haut braucht immer eine Mischung aus Öl und Fett, sprich also eine Creme oder eine Lotion, die die Mischung aus Beiben enthält und nicht reines Öl. Das ist einfach aus Hautpflegesicht nicht optimal, aber für die Massage eben sehr wohl gut geeignet. Und ich staune immer wieder, gibt es auch tolle Studien darüber, wie welche Vorteile Babymassage alles haben kann für die Kleinen, dass die Kinder, das fand ich total spannend, tatsächlich die regelmäßig massiert werden, im Vergleich zu unmassierten Babys schneller, größer und schwerer werden. Also,
01:22:55: Speaker 2 das fördert die Entwicklung der Kinder, fördert natürlich auch, sag ich mal, die psychomotorische Entwicklung, weil das natürlich auch toll ist für die Bindung zwischen Eltern und Kindern und sich dadurch natürlich auch
01:23:07: Speaker 2 ein bisschen die Bewegungsabläufe besser einspielen. Also die motorische Entwicklung wird dadurch begünstigt. Es ist total spannend. Also es ist auf jeden
01:23:15: Speaker 1 Das finde ich ja wirklich total spannend und habe davon auch noch nie was gehört, dass Babye zum einen kannte ich Babymassagen gar nicht und zum anderen wusste ich nicht, wie, ja, wie, wie, wie sind das macht. Kannst du vielleicht noch zwei, drei Worte dazu sagen, wie man es genau macht oder wie gibt es da was, was man beachten kann? Wie muss ich mein Baby massieren, um den besten Effekt zu bekommen?
01:23:34: Speaker 2 Fähig ist das ganze Internet und YouTube sind voll mit Anleitungen für Babymassagen und wer da sonst auch eine super Quelle ist, sind natürlich dann die Hebammen. Das kann ich euch nur empfehlen, Herzies, dass ihr da nochmal eure Hebamme konsultiert und fragt.
01:23:52: Speaker 2 Die haben da immer ganz tolle Massagetechniken und Tricks. Und das ist auch kulturell total unterschiedlich. Also es gibt ja indische Massagetechniken, zum Beispiel, die mir meine Schwegerin, die mit einem Inder verheiratet ist, gezeigt hat, die so ein bisschen abweichen, von dem was vielleicht hier praktiziert wird, die aber auf jeden Fall unsere Kinder immer super entspannend fanden. Und es lässt sich so ein bisschen schwer in Worte fassen. Aber es geht bei dem Allen einfach darum, dass man wirklich in sanften Bewegungen gleichmäßigen Bewegungen, ja, den Körper abstreicht und so ein bisschen stimuliert.
01:24:29: Speaker 1 Super spannend. Vielleicht können wir da auch ein Video oder ein Tutorial in den Newsletter packen, weil ich mir vorstehe, dass es vielleicht anderen auch so wie mir geht, die heute da von zum ersten Mal hören und irgendwie, ja, wenn man eben die psychomotorische Entwicklung und auch die Bindung fördern kann, dann ist es doch eine super, super Möglichkeit.
01:24:46: Speaker 2 Was mache ich, Felix? Ich such gerne was raus und verlinke es im Newsletter. Gute Idee.
01:24:51: Speaker 1 Klasse, Tati, das war eine sehr persönliche Folge. Ich fand es total schön, dir zuzuhören und ich glaube, man kann sich jetzt auch ganz gut vorstellen, wie das bei euch so war in den letzten Wochen, wie ihr mit eurem neuen Kind gestartet seid, gemeinsam auch diese Hautthemen sozusagen,
01:25:07: Speaker 1 ja, auch nochmal mit neuen Augen, sozusagen gemeinsam begonnen habt. Und es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe auch vieles gelernt, besonders das mit der Massage. Das hat mich wirklich beeindruckt.
01:25:17: Speaker 2 Erfälligstens freut mich, dass du auch noch was in unserem Podcast lernst. Ich lerne ja jedes Mal was auch in der Vorbereitung und nochmal in der Recherche auch für jede Folge. Also ich glaube, wir beide profitieren von diesem Podcast und herzlichen hoffe, es geht euch auch so. Ich schicke euch ganz, ganz liebe Grüße vielleicht auch an alle, die wie ich noch im Wochenbett sind. An euch denke ich ganz besonders und an alle anderen werdenden oder gewordenen Eltern. Ja, ganz, ganz liebe Grüße.
01:25:46: Speaker 1 Vor allem sehe ich 100 Prozent genauso. Viel Grüße auch von mir. Tati, letzte Frage. Was ist die nächste? Was ist das Thema der nächsten Folge?
01:25:56: Speaker 2 Erfälligst in der nächsten Folge sprechen
01:25:58: Speaker 2 Der Haut- und Herz-Podcast wird produziert von Cepia. Die Redaktion übernehme ich Tatiana Braun. Oderiert wird von Felix Keng. Die Aufnahmeleitung hat Florian Brehsemmler. Die Musik stammt von Felix Keng und Luke Larson. Ein besonderer Dank geht an die Koschgekinderstiftung. Und natürlich möchten wir dir danken für dein Interesse und dafür, dass du Teil unserer Community bist. Hast du Fragen, Anregungen oder Feedback? Dann kontaktiere uns gerne über den Feedback-Link in den Show-Nones. Für weitere wertvolle Tipps abonniere unbedingt unseren Newsletter Kinderholt-Kompass. Ansonsten findest du uns jederzeit auf Instagram unter Kinderhaut-Docs. Bis zum nächsten Mal und alles alles Liebe, dein Team von Haut und Herz.
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