#105 Wie geht man mit Hänseleien und Ausgrenzung um - mit Familienberaterin Katia Saalfrank

Shownotes

Es gibt diese Momente, in denen ihr euer Kind am liebsten in Watte packen würdet. Wenn es nach Hause kommt und erzählt, dass es wieder gefragt wurde „Was hast du da?" oder dass es nicht mit zum Schwimmen darf, weil andere Eltern Angst vor Ansteckung haben. 🥺 Diese Ohnmacht, dem eigenen Kind nichts abnehmen zu können, ist eine der schwersten Aufgaben, mit denen ihr als Eltern eines Kindes mit Hauterkrankung konfrontiert seid. Tati hat sich deshalb erneut Familienberaterin und Bestsellerautorin Katia Saalfrank ins Studio geholt, die seit Jahren Familien in genau diesen Situationen begleitet. In dieser Folge bekommt ihr keine Patentrezepte und auch keine vorgefertigten Sätze, die ihr eurem Kind in den Mund legen könnt. Stattdessen geht es darum, wie ihr gemeinsam mit eurem Kind herausfindet, was es eigentlich braucht, wie ihr Lehrkräfte mit ins Boot holt und warum es wichtig ist, den Schmerz eures Kindes nicht kleinzureden. 🤝 Tati und Katia besprechen außerdem zwei sehr berührende Sprachnachrichten aus der Herzi Community und überlegen ganz konkret, was in diesen Situationen helfen kann. Eine Folge, die euch hoffentlich Mut macht und ein bisschen Last von den Schultern nimmt.

💌 Meldet euch gerne zum "Haut und Herz" Newsletter an, um die Zusammenfassung dieser Episode, Produktempfehlungen und exklusive Inhalte zu erhalten

👶 Folgt uns auf Instagram @kinderhautdocs – dort teilen wir weitere Tipps und spannende Inhalte zu Kinderhaut und beantworten eure Fragen direkt.

💬 Anregungen? Feedback? Wir freuen uns drauf!

Ihr braucht mehr Infos? Dann holt euch unbedingt unser Buch "1×1 der Kinderhaut"

Transkript anzeigen

01:00:12: (Jazz Music)

01:00:32: Speaker 2 zu einer neuen Folge von Haut und Herz, eurem Kinderhaut Podcast.

01:00:36: Speaker 2 Heute möchte ich mit euch über ein Thema sprechen, was wirklich viele Eltern tief berührt und nicht nur, weil es unter die Haut geht, sondern weil es wirklich viele von uns mitten ins Herz trifft. Wenn Kinder mit Hauterkrankungen ausgeschlossen werden, gehänselt werden, angestarrt werden, all das trifft uns als Eltern ja wirklich tief im Herzen. Und genau das haben uns auch ganz, ganz viele von euch geschrieben. Wir haben uns gesagt, wie sehr eure Kinder darunter leiden, aber auch wie hilflos ihr euch als Eltern fühlt, wenn das eigene Kind weinend nach Hause kommt. Das heißt, wie können wir als Eltern unsere Kinder in solchen Situationen stärken? Wie geben wir ihnen selbst Vertrauen trotz der blöden Blicke und nervigen Fragen und verletzenden Kommentare?

01:01:21: Speaker 2 genau darüber spreche ich heute mit einer absoluten Expertin für Eltern-Kind-Beziehungen mit Katja Seilfrank. Sie ist Familienberaterin in einer eigenen Praxis hier im schönen Berlin. Sie ist Bestseller-Ottorein von vielen, vielen Büchern rund um starke und gesunde Eltern-Kind-Beziehungen und seit diesem Jahr sogar Gastgeberin ihres eigenen Podcasts Familien-Sprechstunde.

01:01:44: Speaker 2 bist noch Mutter von vier Söhnen. Das stimmt. Riesen Leistung.

01:01:49: Speaker 2 Deswegen herzlich willkommen, liebe Katja.

01:01:51: Speaker 5 Dankeschön, Tatjana. Ich freue mich sehr. Dass ich wieder da sein darf. Ich freue mich wirklich sehr. Das ist ja so entstanden ein bisschen aus der Genese, dass wir irgendwie so ein schönes Gespräch hatten miteinander und uns mochten und das Thema irgendwie so spannend ist, dass wir gesagt haben, hey, lass uns das doch öfter machen. Und jetzt darf ich wieder hier sein. Ich freue mich sehr. Und witzig, dass du das mit dem Podcast ansprichst, weil das hat sich tatsächlich verändert, seitdem wir das letzte Mal gesprochen haben.

01:02:17: Speaker 5 also es ist ja erst seit Anfang des Jahres, dass ich an eigenen Podcasts jetzt habe. Das so meine ich. Und als wir das letzte Mal gesprochen haben, war ich ja noch bei der Familienrat. Und der ist ja geendet zu diesem Jahr, zum Ende des letzten Jahres. Und zu diesem Jahr habe ich eben die Familien-Sprechstunde. Und das ist wirklich jetzt neu und anders. Und ich finde es schön, dass du das erwähnt hast. Da bin ich nämlich ganz alleine in meinem Podcast. Deswegen freue ich mich umso mehr, dass wir heute zu zweit sind und ich ein Gesprächspartner, eine Gesprächspartnerin habe.

01:02:46: Speaker 5 Und du hast schon gesagt, wir wollen heute eigentlich über ein Dilemma sprechen. Also für mich ist es im Grunde ein Dilemma, weil wir können die Dinge nicht ändern. Und wir müssen so ein bisschen gucken, was können wir ändern, worauf haben wir einen Fluss und was können wir tatsächlich einfach gar nicht ändern und müssen aber damit umgehen. So, ich finde das erstmal so als Einleitung vielleicht zu den Themen auch oder zu dem Thema, was du gerade gesagt hast, erstmal wichtig. Weil, ja, es finde ich, ich glaube, das, was sich so schwierig anfühlt und so unerträglich anfühlt, ist ja das Gefühl, dass man eigentlich gerne dem Kind was abnehmen wollen würde und das Gefühl

01:03:32: Speaker 5 hat, man kann nichts tun.

01:03:34: Speaker 2 So gut. Das ist das Unmacht, glaube ich, die man als Eltern erlebt, dass man zum einen die Hauterkrankung hat, die gegen

01:03:41: Speaker 2 die man ja auch nur vielleicht bedingt was tun kann oder schon sein Möglichstes tut als Eltern, aber die kann man leider eben auch nicht wegzaubern und man kann ja auch als Eltern nicht verhindern, dass andere Kinder oder andere Menschen Blöden oder Fragen, was hast du denn da oder Angst haben, sich anzustecken. Das ist ja, wie du sagst, das sind Dinge, die können wir eigentlich nicht wirklich ändern. Wir können aber unsere Haltung und im besten Fall natürlich auch eine Haltung unserer Kinder dazu ändern. Da bin ich ganz gespannt, Katja, was es da wirklich für Tipps gibt und Tricks, die du uns vielleicht verrätst, wie man diese schwierige Herausforderung meistern kann.

01:04:18: Speaker 5 Ja, du hast eben schon gesagt, man kann die Haltung dazu ändern und man kann die Haltung seiner Kinder dazu ändern. Da bin ich auch nicht so sicher. Also du weißt ja, wir haben ja schon mal miteinander gesprochen, dass ich nicht wirklich Tipps gebe, also im Sinne von mach mal so oder mach mal so, sondern dass meine Arbeit als Therapeutin immer ist, eher als Situationen zu verstehen, also Dynamiken zu verstehen und auch Dynamiken zu beschreiben und dann zu gucken, wenn ich eine Dynamik verstanden habe, was kann denn dann vielleicht eine Dynamik verändern und vielleicht nochmal helfen. Ja, und weshalb ich das jetzt nochmal sage, ist so, dass eben ja hier die Dynamik ist ein

01:05:01: Speaker 5 Mensch und es ist ja ein junger Mensch. Es ist ja jetzt kein Mensch, der ein fertiges Selbstwert hat, wobei ja Selbstwert auch nie fertig ist. Ja, also auch Erwachsene mit Hauterkrankungen oder Erwachsene mit Beeinträchtigungen, Erwachsene, die ein offensichtliches, ja, irgendein Merkmal haben, wo vielleicht Menschen aufmerksam werden drauf, ja, sind ja mit den gleichen Themen konfrontiert. Ja, und da geht es ja auch immer wieder darum, irgendwie in die Mitte zu kommen, also das Eigen, den eigenen Selbstwert wieder zu spüren. Und ich finde das schon für Erwachsene mit einer solchen Beeinträchtigung schwierig. Und wenn wir ganz ehrlich sind, ist es ja auch für alle Menschen immer wieder eine Herausforderung, sich in die Mitte zu bringen und zu spüren. Ich bin mein Wert hängt nicht von jemandem ab im Außen, der mich beurteilt. Ja, das finde ich für alle Menschen irgendwie eine Herausforderung. Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber ich kann dir bei mir sagen, dass es Zeiten und Tage gibt. Da bin ich da total fein mit und da habe ich, ich habe auch Möglichkeiten, da mich immer wieder sozusagen in, ich sag dann immer, in meine Mitte zu bringen, aber ich meine damit so in so eine Waagereien zu bringen, dass ich das so hören kann, aber eben so das nicht so an mich rankommt, ja. Und das da eben gute Strategien zu haben, die aber auch greifen, das finde ich ist schon eine Herausforderung. Und deswegen reden wir halt eben nicht nur jetzt davon, wie können wir jetzt die Haltung unserer Kinder ändern, sondern die Kinder sind ja noch genau in diesem Prozess, dass sie noch keine, also sie haben ja noch nicht mal in Anführungsstrichen einen fertigen Selbstwert, einen ausgeprägten Selbstwert, ja. Das heißt, wir können da gar nicht so viel ändern, sondern die Frage wäre, und das ist ja auch deine Frage, darüber sprechen wir, wie können wir Kinder schützen, wie können wir Kinder bestärken, wie können wir Kinder auch, ja, unabhängig machen von dem Urteil von außen, aber wie können wir auch die Dinge, die da sind, nicht kleiner machen, als sie sind, aber auch nicht größer? Also ich finde mit den Hauterkrankungen, die du jetzt hier beschrieben hast oder über die wir sprechen zu leben,

01:07:20: Speaker 5 und ich weiß, es gibt noch ganz viele andere Hauterkrankungen, aber das ist eben schon auch eine Herausforderung. Und das finde ich kann man auch nicht sagen, ja, wir bestärken jetzt die Kinder und jetzt gibt es nochmal einen Tipp und so, sondern das ist glaube ich schon etwas, was eben auch in Wellenbewegungen sich bewegt, je nachdem, wo man ist, Schwimmbad, Kita, Schule,

01:07:43: Speaker 5 welche Freundeskreise man hat, wie da aufgeklärt wird und so weiter, also hängt ganz viel vom Kontext auch ab.

01:07:48: Speaker 2 Deswegen, liebe Herzies, also wenn ihr es struggled und wenn ihr diese Herausforderungen als große Last empfindet und es schwer findet und nicht wirklich wisst, wie ihr da euren Kindern helfen könnt, ihr habt es gerade von Katja gehört, das ist total normal, es ist einfach eine Mammutaufgabe und da gibt es wahrscheinlich, Katja, keine, wie du gesagt hast, einfach mal einen Satz, dem ihr sagt, oder einen Mantra, was man sich morgens vorbietet, dann ist wieder alles gut, sondern es ist eine gemeinsame Aufgabe, an der man dann gemeinsam hoffentlich wachsen kann.

01:08:20: Speaker 5 Genau, und ich finde da eben auch immer wieder zu gucken, wirklich sehr speziell, wie ist da die Genese, seit wann ist das so, viele Kinder, also einige wachsen ja damit schon auf, wieder andere erkranken im Laufe ihrer Kindheit. Manchmal, wir haben vielleicht auch Situationen, wo es dann, weiß ich nicht, in den Jahreszeiten schwieriger ist, Neurodermitis zum Beispiel, oder so eine, wo trockene Luft dann auch eine Rolle spielt und wo das dann eben ausgeprägter ist. Und da eben auch, also ja eben nicht feste, so machen wir es dann und der Satz, der wirkt, sondern wirklich auch mit dem Kind im Kontakt zu sein und zu hören, was beschäftigt das Kind am meisten, weil Hänseleien und Ausschluss ist etwas, das gehört mit zu sozialen Gruppen auch dazu, so blöd das jetzt klingt, aber das ist etwas, was wir, wenn Menschen zusammen sind, eben auch als Dynamik immer wieder erleben. Das erleben wir auch im politischen Bereich, dass wir da Menschen ausschließen und immer wieder die Frage ist, wie können wir alle zusammen, wie können wir eine Politik oder eine Gesellschaft leben, wo alle Menschen mitgedacht sind und jeder da, wo er steht, eben auch sich willkommen und zugehörig fühlt.

01:09:39: Speaker 2 Ja, dass er seinen Platz auch hat.

01:09:42: Speaker 5 Genau, genau. Und deswegen ist es eben etwas, wie du halt sagst, es ist ein Prozess und es ist nachvollziehbar, dass man sich dabei auch dann nochmal mit einer größeren Herausforderung sieht. Und gleichzeitig gehört eben auch, gehören diese Themen alle mit dazu, also Hänseleien ärgern Fragen im übrigen auch. Ja, also was hast du da? Was ist das? Ist das ansteckend?

01:10:05: Speaker 2 Ja,

01:10:05: Speaker 2 dass, glaube ich, alle betroffene Menschen mit Hauterkrankungen und natürlich wir als Eltern auch, das da einfach ganz neugierig, gerade bei Kindern wird da ja auch kein Blatt vor dem Mund genommen, da wird er dann sofort gefragt, was hast du da für ein Pickle oder warum ist das so rot oder warum kratzt du dich da ständig? Was ist das? Was ist das?

01:10:25: Speaker 2 Das macht ja was mit den Kindern und mit den Betroffenen. Wie kann man denn darauf reagieren?

01:10:32: Speaker 5 Ja, also ich würde erst mal überhaupt überlegen, ist Fragen denn erlaubt oder nicht? Also ich kenne zum Beispiel Menschen, die sagen, ich hätte das gerne. Also eh mich Leute anstarren, fände ich schöner oder fände ich es angenehmer, wenn mich jemand fragt, fragen darf man mich immer.

01:10:49: Speaker 5 Jetzt hast du natürlich recht, dass Kinder unverblümter sind, die sagen eben dann auch mal i oder o. Ja, das könnte jetzt ein Erwachsener besser für sich regulieren als eben ein Kind. Ja, und das ich weiß nicht, was man da dann drauf sagt. Ich finde es erst mal wichtig, mit dem Kind darüber zu sprechen und zu sagen, möchtest du überhaupt gefragt werden oder nicht? Weil wenn ein Kind nicht gefragt werden möchte und jemand kommt auf mich zu und sagt, was hast du da? Dann kann ich ja dann sage ich, ich möchte nicht darüber sprechen. Das darf ich ja auch sagen.

01:11:23: Speaker 5 Also das finde ich zum Beispiel, man muss keine Auskunft geben. Vielleicht hat man ja auch schon fünfmal Auskunft gegeben und das ist gar nicht die Frage, was hast du denn da, sondern es ist Teil einer Henselai oder einer Dynamik. Ja, also das fände ich schon wichtig, mit den mit den Kind darüber zu sprechen. Möchtest du gefragt werden, möchtest du Auskunft geben oder nicht? Und wenn wir über soziale Gruppen sprechen, wo ja Ausschluss stattfindet oder wo auch diese Fragen stattfinden, dann würde ich es immer, immer, immer, immer gut finden, wenn wir dort an Erwachsene auch Verantwortung geben und ganz bewusst auch abgeben und eben auch sagen, das und das ist der Fall, können Sie das übernehmen und das dann eben keine Henselain stattfinden, sondern das Aufklärung stattfindet. Das gesagt wird,

01:12:15: Speaker 5 das und das ist die Erkrankung, das ist nicht ansteckend, das sieht vielleicht ein bisschen seltsam aus, ja. Keiner wird ausgeschlossen oder wir wollen das nicht, keiner soll ausgeschlossen werden und auch sich klar zu positionieren und zu sagen, ich möchte nicht, dass hier jemand geärgert wird. Und zwar jemand, der eine Erkrankung hat oder auch nur jemand, der eben schlechte Augen hat, schlechte Augen in Anführungsstrichen, also der eine Brille hat oder der gerade eine Zahnspange tragen muss.

01:12:43: Speaker 5 Und ich möchte, dass wir hier in Gemeinschaft leben und dass wir andersartigkeit und Vielfältigkeit miteinander leben können und dass sich da jeder wohl fühlt und sich keiner ausgeschlossen fühlt. Und das ist mir wichtig und das ist eben ein Unterschied, dass man es eben nicht einfach laufen lässt, sondern dass man halt wirklich das wohlwollend, freundlich und klar diesen Raum dieser sozialen Gruppe, ob das Nikita ist, dann muss man es vielleicht nochmal anders sagen, aber in der Schule kann man es auf jeden Fall so sagen, auch diesen Raum eröffnet und dann natürlich auch da bewusst und achtsam ist. Und dass, wenn dann Kinder zum Beispiel doch ärgern oder hänseln oder nachfragen oder auch nur das betroffene Kind sich geärgert fühlt oder gehänselt fühlt, dass das Thema sein darf. Also, dass wir da nicht sagen, ja, ich habe doch gesagt, du sollst das nicht machen so und dass wir dann in so eine Richterposition kommen oder in so eine Polizistenposition, sondern das also was bewertet dann wieder, das Verhalten als gut oder schlecht, richtig oder falsch oder oder dann mit Maßregelungen reagieren, sondern dass wir darüber sprechen, was ist passiert. Was war deine Frage?

01:14:00: Speaker 5 Okay, und wie ist es bei dir angekommen? Du hast dich geärgert gefühlt. Das heißt, welches Gefühl du hast, du warst traurig. Okay, du durftest nicht mitspielen. Okay, interessant. Warum nicht? Ja, so. Und dann ist halt dabei das sind Konflikte, die in sozialen Räumen stattfinden und die neben dem, was natürlich Kinder in der Schule auch lernen sollen aus unserer Sicht, sie sowieso lernen, dass soziale miteinander. Und aus meiner Sicht braucht es da eben Erwachsene, die Verantwortung übernehmen, die destrukturieren, die sich positionieren und die auch Kinder begleiten darin. Weil auch das Hänseln, also das ist natürlich super fies und gleichzeitig, wenn wir in unsere eigene Kindheit reingucken, dann gab es natürlich Menschen, die uns auch gehänselt haben, aber es gab auch Situationen, wo wir mitgemacht haben, wo wir auch gehänselt haben. Das heißt, ich fände es eben schwierig, wenn wir dann Kinder ausschließen, die auch hänseln, ja, weil es eben irgendwie auch eine soziale Rolle ist, wo man Dinge ausprobiert und die Kinder sind nicht erwachsen. Es sind keine erwachsenen Männer oder Frauen, die voll im Besitz ihrer eigenen inneren Vorgänge sind, sondern die probieren sich aus und die brauchen Regulation von außen und auch einen Halt von außen.

01:15:17: Speaker 2 Und wissen ja im Zweifel auch gar nicht immer, was sieht da genau emotional auslösen in dem Anliegen? Genau. Ich glaube, es ist, wie du sagst, es ist ein Ausprobieren, ein auch wiederes sozialen Klub in die finden und definieren. Ja, man darf dann, glaube ich, auch nicht böse oder strafen gegenüber den Kindern sein, die aktiv hänseln zum Beispiel oder aktiv ausgrenzen. Ich finde es sehr schön, wie du das gesagt hast, dass man da den Raum überhaupt schafft, darüber zu sprechen,

01:15:50: Speaker 2 erklären, aber auch immer wieder die Möglichkeit zu geben, diesen Raum wieder zu betreten und wieder den Gesprächsfaden aufzunehmen und wie du gesagt hast, komm, da haben wir doch drüber gesprochen. Was war jetzt konkret in der Situation, irgendwie das Problem, lass uns doch nochmal gucken.

01:16:06: Speaker 2 Das finde ich schon mal ein ganz wertvollen Tipp. Ich frage mich nur Katja,

01:16:12: Speaker 2 jetzt sind wir ja nicht alle so gut ausgebildet darin und so wortgewandt, wie du es bist und so empathisch, wie du es bist vielleicht.

01:16:22: Speaker 2 Übernehmen diese Rolle am besten wir als Eltern oder sind wir als Eltern dann von betroffenen Kindern da viel zu emotional quasi verwickelt? Delegieren wir das dann an Lehrer, an Erzieher im Kindergarten, was empfiehlt es?

01:16:35: Speaker 5 Ja, also das ist nicht so einfach und du hast Recht. Also eben übrigen wünsche ich mir alle, dass wir irgendwie empathisch sind und sein können und bleiben können immer wieder. Also ich wünsche mir das viel, viel mehr. Und du hast Recht, ich setze das im Grunde ein bisschen voraus in der Kita bei den Erzieherinnen und bei den Erziehern und auch in der Schule bei den Lehrern und Lehrerin. Ich weiß, dass das nicht die Realität ist, aber irgendwie wünsche ich es mir. Ich wünsche mir, dass diese Menschen sich mit sich selbst beschäftigen, dass sie eine klare Position haben, dass sie über Emotionen auch Kinder verbinden können, dass sie Konflikte anders lösen, als sie das heute tun. Und wenn ich mit Lehrern und Lehrern im Kontakt bin, dann habe ich auch oft das Gefühl, dass da eben ein Raum ist, der das irgendwie auch könnte und sie das abrufen könnten, aber das eben oft, A, das Wissen nicht da ist, B, vielleicht auch die Selbstreflexion, so wo komme ich eigentlich her, was aktiviert mich eigentlich im Kontakt mit Schülern oder Schülerinnen und das dann eben auch in der Ausbildung wenig Zeit dafür ist. Aber du hast recht, ich nehme dir halt sehr ernst, das sind ja Kollegen, das sind ja auch Pädagogen, und ich gehe erst mal davon aus, dass die eine Gruppe führen können, so dass das nicht der Alltag ist und auch nicht selbstverständlich und auch nicht immer der Schwerpunkt in der Ausbildung, das weiß ich. Und ja, dann müssen wir Eltern ein Stück improvisieren. Und wir, also es kommen ja viele Sachen zusammen, es kommt zusammen, wer als Lehrer Persönlichkeit steht, mir Lehrerinnenpersönlichkeit steht, mir gegenüber, ja, habe ich da einen guten Draht zu, also ich finde, gerade in der ersten Klasse ist es einfach wichtig, ich begleite ja wirklich viele Eltern auch gerade dieser Übergang von Kita in die erste Klasse. Da gibt es sehr viel zu sagen, wie schwierig das oft für Kinder ist und wie wichtig das ist, dass diese Bezugsperson, gerade erste Klasse, erste, zweite, dritte Klasse wirklich eine Vertrauensperson ist. Jemand, der liebevoll auf die Kinder guckt, der Freude an Kindern hat, ich weiß, das klingt jetzt erstmal so gar nicht so schulmäßig, aber ich finde, man muss ja doch mit dem, mit dem man arbeitet, muss man ja auch gerne zusammen sein.

01:18:52: Speaker 5 Also ich komme gerade aus einer Schulveranstaltung, deswegen, da ging es um Lernstress und da habe ich das erzählt, dass ich tatsächlich mal mit einem Lehrer zusammengearbeitet habe, der gesagt hat so, also mein Beruf macht mir total Spaß, wenn nur die Schüler nicht wären. Das ist jetzt vielleicht so ein bisschen die Extremvariante, aber ich glaube, das ist wichtig, es mit den Lehrern ins Gespräch zu kommen und nicht zu fantasieren, kann der das oder kann der das nicht oder macht er das oder macht er das nicht, sondern wirklich das vorauszusetzen, dass da ein Interesse da ist, dass da eine Fähigkeit da ist, dass da auch Empathie da ist, dass da eine Führungsqualität da ist und dann eben als Eltern auch an der Erwachsenen des Gespräch zu führen und zu sagen, wie gehen wir damit um? Ja und ich finde noch, noch einen wichtigen Punkt, denn es ist ja nicht nur das, was komisch aussieht jetzt bei den Hauterkrankungen, sondern da sind ja auch Schmerzen mit dabei.

01:19:43: Speaker 5 Also das finde ich halt nochmal was Besonderes, es ist jetzt nicht ausdiesig eine Brille, die ich trage und die mich dann irgendwie visuell verändert, sondern das tut ja weh. Also wenn ich was an den Händen habe oder juckt, ja genau und ich habe einen Schmerz und ich finde das eben auch nochmal, also geht es nicht um eine Information, um eine Mitteilung irgendwie, mein Kind hat das und das und bitte klären Sie mal auf, sondern dazu gehört eben auch ein Kind, das würde ich mir wünschen, dass wir das auch mit den Lehrerinnen und Lehrern besprechen können, ein Kind fühlt sich nicht wohl in seiner Haut und wenn wir uns nicht wohl in der Haut fühlen, dann wollen wir weg, wir können aber nicht weg, aber wir haben eine Unruhe und wir können uns auch oft dann nicht auf das konzentrieren oder anders nicht so gut konzentrieren auf das, was im Außen auch eigentlich von uns erwartet wird. Und da wünsche ich mir auch ein bisschen Verstehen, Verständnis und Mitfühlen und Einfühlung und eben auch darüber, die anderen Kinder abzuholen und eben nicht nur zu sagen so, ja, i, das sieht jetzt komisch aus, also kann man natürlich auch, aber wenn man sich die Sachen immer nur anguckt und dann bewertet, da kommen wir alle nicht in die Welt, also die Welt ist so schön, wenn man sie anfasst und wenn man dahinter guckt und wenn man dann aber irgendwie merkt, da ist ein Schmerz irgendwie mit dahinter und braucht das Kind vielleicht auch eine Hilfe, braucht es eine Unterstützung. Also wie können wir denn jemanden, der einen Schmerz hat und der sich nicht wohl fühlt, wie können wir dem denn, wie können wir dem einen Eingang machen in unsere Gruppe, wie können wir den halten, kann ich irgendwas tun, das wäre doch eigentlich sozusagen nochmal die Königsdisziplin an der Stelle und nicht nur zu gucken, dass wir es akzeptieren, dass es so ist und nicht ansprechen, sondern dass wir es aktiv aufnehmen und mitfühlen und gucken, was wir tun können.

01:21:34: Speaker 2 Also ich hoffe Katja, dass uns ganz viele Lehrer und Lehrerinnen zuhören und dass das mitnehmen, weil das klingt unglaublich schön, was du sagst und ich würde mir das auch sehr, sehr wünschen für unsere Kinder, aber auch für unsere Gesellschaft, dass wir einfach schon mal früh diese Empathie auch leben und beigebracht bekommen.

01:21:56: Speaker 2 Katja, das waren jetzt sozusagen die erste Stufe, wenn wir dieses neugierig nachfragen,

01:22:03: Speaker 2 wie ist es denn, wenn Kinder jetzt wirklich aktiv ausgeschlossen werden aus Gruppen? Also uns haben Nachrichten erreicht, wo die Eltern zum Beispiel berichtet haben, dass das Kind am Schulunterricht teilnehmen darf, ich am Schul am Schwimmunterricht teilnehmen darf, wegen seiner Dellwarzen, also einer potenziell ansteckenden Viruserkrankung der Haut, die aber super häufig ist bei Kindern und eine andere Mutter schrieb wiederum, ja, das Kind sei zum Geburtstag, wo alle anderen in der Gruppe eingeladen waren, explizit nicht eingeladen worden, sprich ausgeladen worden, wegen seiner Neurodermitis.

01:22:34: Speaker 2 Okay. Ja, dein Tipp, dann auf die Eltern der Kinder zuzugehen und da das Gespräch quasi zwischen Erwachsenen zu suchen oder wie kann man das gestalten?

01:22:46: Speaker 5 Also ich finde das tatsächlich gar nicht so einfach zu beantworten. Also ich finde, es sind auch zwei unterschiedliche Sachen, ich bin dir sehr dankbar, dass du nochmal den Kontext genannt hast, weil, also wenn du sagst, dass die Dellwarzen, ich kenne mich da nicht so aus, aber du sagst, dass eine Viruserkrankung, die sozusagen potenziell auch übertragbar ist, dann könnte ich mir vorstellen, dass die Schule quasi das auf einer Sachebene behandelt und eben dann sagt, ja, das ist jetzt nicht, weil wir das Kind ausschließen wollen, sondern wir wollen ausschließen, dass andere Kinder sich anstecken. Und das müssen Sie, ich spür's jetzt mal, ja, das müssen Sie so sehen, wie Ihr Kind ist stark ansteckend mit einer, mit einer Krippe, dann sollte das Kind auch nichts in den Unterricht kommen und würden wir uns auch wünschen, dass Sie das Kind eben zu Hause lassen. Das ist jetzt eben mit der Dellwarze nicht, ist es halt sichtbar.

01:23:36: Speaker 5 Also es wäre sozusagen diese sachliche Ebene, die auf der Sachebene ja auch einen Punkt hat.

01:23:43: Speaker 5 Ja,

01:23:44: Speaker 5 so und jetzt ist aber die Folge davon, ist aber ein Ausschluss.

01:23:50: Speaker 5 Und das finde ich auch echt schwierig. Also ich finde, ich überlege jetzt gerade, weil ich switche so ein bisschen zwischen, was könnte ich mit Eltern erarbeiten und wie würde ich das selbst als Mutter empfinden und merke so, dass mein Mutter hier so aktiv wird, weißt du? Das steht so auf und läuft so langsam hin und her.

01:24:10: Speaker 5 Und ich glaube, ich würde, also wenn mir das passieren würde als Mutter, würde ich vermutlich mit dem Lehrer sprechen und sagen, ich höre das alles, was sie sagen. Ich verstehe das auch. Ich verstehe, dass sie sozusagen eine potentielle Übertragung ausschließen wollen. Und gleichzeitig würde ich Sie bitten, mir jetzt zu sagen, wie ich das mit meinem Kind besprechen soll. Weil mein Kind darf jetzt nicht am Schwimmunterricht teilnehmen, das heißt, alle anderen Kinder nehmen teil und es ist ja auch nicht unter Umständen vorübergehend, sondern dieser Unterricht findet ja jetzt in einer bestimmten Zeit statt. Und selbst wenn die Delfarzen da nicht mehr da sind oder das Kind nicht mehr ansteckend ist, ist es dann eben so, dass mein Kind an diesem Unterricht nicht teilnehmen kann.

01:24:55: Speaker 5 So und da jetzt hörst du jetzt, also du hörst jetzt nichts, es entsteht Lehre. So also jetzt zwischen uns, weil

01:25:02: Speaker 5 ich habe diese Frage gestellt und und ich finde, das sind eigentlich auch Fragen, mit denen man sich auseinandersetzen müsste, auch viel mehr in der Schule auseinandersetzen müsste. Was darf denn stattdessen stattfinden? Was kann stattdessen stattfinden? Und auch wie kommuniziert man es? Ich finde es auch was anderes zu sagen, aufgrund der Ansteckungsgefahr, die wir gerne ausschließen wollen, darf das Kind nicht teilnehmen. Punkt. Das finde ich ist so das eine, aber wirklich mit jemandem ins Gespräch zu gehen und zu sagen, wir haben uns das nicht leicht gemacht. Wir würden gerne mit Ihnen darüber sprechen, wie sehen Sie das? Gehen Sie denn, wie gehen Sie denn damit um? Also erst mal das auch zu hören. Ja, wie geht denn vielleicht eine Familie auch damit um? Ich weiß es nicht, da müsstest du mir mal helfen, Delwarzen, sind die immer wieder da? Sind die, wenn sie dann weg sind, auch trotzdem noch übertragbar? Wie ist das?

01:25:53: Speaker 2 Nee, in der Regel, also wenn die einmal da sind, dann sind die auch häufig über viele Monate, vielleicht im Durchschnitt so ungefähr ein Jahr dann auch auf der Haut und klingen dann auch von alleine wieder ab. Und während sie auf der Haut sichtbar sind, sind sie auch ansteckend. Ja.

01:26:09: Speaker 5 Das heißt unter Umständen könnte ein Kind dann in der Schule nie schwimmen.

01:26:13: Speaker 2 Also wenn man es jetzt medizinisch betrachtet, besteht schon ein Ansteckungsrisiko bei direkten Körperkontakt, also direktem Hautkontakt und über das Wasser werden können da eben auch Viren übertragen werden.

01:26:29: Speaker 5 Und würdest du jetzt als Ärztin dann auch, also ich überlege jetzt als Mutter, ja? Ich bin jetzt als Mutter bei dir, in der Sprechstunde du sagst mir, dass du klärst mich auf. Was würdest du mir jetzt empfehlen, wenn mein Kind eine Wasserratte ist und halt total gerne ins Schwimmbad geht? Würdest du dann sagen, das fällt jetzt weg, weil wir haben eine Verantwortung, andere nicht anzustecken?

01:26:46: Speaker 2 Also ich bin da genauso ambivalent

01:26:49: Speaker 2 du

01:26:51: Speaker 2 vielleicht, wie eine Lehrer. Weil das eine ist sicherlich der medizinische Rat und der wäre nicht schwimmen.

01:26:58: Speaker 2 Punkt.

01:26:59: Speaker 2 Aber als Mutter und als Mensch finde ich, dass es nicht tragbar ist, dass du ganz nicht einem Kind das Schwimmen verbieten. Zumal ja Schwimmen, auch wenn man es jetzt mal so nimmt, ja auch lebenswichtige Fähigkeit ist. Das verstirbt einen Kind, weil es nicht schwimmen kann, aber stürbt sich ja nicht an der Dellwarze, wenn man es

01:27:16: Speaker 5 ganz vergleicht.

01:27:19: Speaker 2 Ich würde schon nochmal gucken, je nachdem wo die Dellwarzen zum Beispiel sind, kann ich die Stellen abdecken. Ja, wäre es zum Beispiel hilfreich, wenn man wie ein so ein Art kleinen Neoprenanzug oder so ein ganz körper Schwimmenanzug zum Beispiel schwimmen würde. Dass man auf jeden Fall sicher geht, dass man nicht danach irgendwie dasselbe Handtuch teilt mit anderen Kindern. Das wäre noch Möglichkeiten, wie man das Risiko ja in der Theorie ein bisschen eindämmen könnte. Aber ich sage dir ehrlich, ich würde es nicht übers Herz bringen. Ich würde es nicht übers Herz bringen, meinen Patienten zu sagen, also es darf jetzt die nächsten 12 Monate in kein öffentliches Schwimmbad.

01:27:51: Speaker 5 Ja, aber ich finde das jetzt was du gerade gesagt hast für mich jetzt und für mein Muttertier gerade total hilfreich. Also dass du nochmal gesagt hast, es geht nicht darum, habe ich jetzt diese Viren und diese übertragbare Krankheit, Erkrankung oder sondern zu gucken wo sind die. Also differenzierter zu gucken wo sind die, kann ich die abdecken. Vielleicht, wenn sie jetzt nicht so zahlreich sind oder so, braucht man ja vielleicht auch, finde ich es auch total super mit dem Neoprenanzug. Ich finde auch eine super Idee. Die Leute, die sich damit auskennen, die haben die wahrscheinlich schon alle die Ideen für mich ist das jetzt neu. Und ich finde auch so, so weißt du es gibt ja auch so Blasenpflaster oder so was, weißt du die auch so wasserdicht sind und die aber auch wirklich einen ganz großen Bereich irgendwie abdecken und sich auch nicht so komisch anfühlen. Könnte auch eine Alternative sein.

01:28:41: Speaker 5 Also ich finde, ich finde, das hört sich total gut an und es bestärkt mich eigentlich auch nochmal in dem Nachdenken darüber wie kann ich das mit der Schule klären. Eben auch in einen differenzierteren Austausch zu gehen als einfach zu akzeptieren, da wird was ausgeschlossen und auch unter Umständen proaktiv auf den Lehrer zuzugehen und das eben zu besprechen. Und vielleicht jetzt gar nicht sozusagen zu überlegen, ja ansteckende Krankheit oder nicht, weil manchmal ist es ja auch so.

01:29:08: Speaker 5 In so bürokratischen Räumen, wenn da einmal an dort gefallen ist, ist es ja auch schwierig, das wieder rauszunehmen. Also eher dann sozusagen mein Kind wird mit Neoprenanzug schwimmen oder mein Kind hat da und da ein Flaster drauf nicht, dass sie sich wundern oder so.

01:29:23: Speaker 5 Also das so, ich glaube anders kann man es nicht machen und wir werden beides nicht verhindern können, dass es vielleicht dann doch Situationen gibt, wo das Kind ausgeschlossen wird und dann eben zu gucken, wie können wir das nachholen und auch sich dem Kind gegenüber zu positionieren, eben zu sagen, so wie wir es im Grunde gerade gemacht haben, zu sagen, ich höre das und es gibt unterschiedliche Ebenen. Es gibt die medizinische Ebene und auf der medizinischen Ebene, ja stimmt das und gleichzeitig nehme ich dich fest in den Arm und gleichzeitig gehen wir zusammen unter die Dusche und gleichzeitig habe ich keine Angst vor Ansteckung und ist das ein bisschen eine Abwägungssituation. Und der Lehrer hat das jetzt so entschieden, der hat das so entschieden, der hat nicht über dich entschieden. Also der hat nicht entschieden, dass du ein schlechter Mensch bist, sondern der hat entschieden, dass er diese Verantwortung nicht tragen möchte.

01:30:17: Speaker 5 Das ist nicht so einfach, weil Kinder natürlich gerade in der ersten Klasse noch nicht das wirklich 100 Prozent gut unterscheiden können, aber sie hören schon den Unterschied.

01:30:27: Speaker 2 Ja,

01:30:27: Speaker 2 sie hören natürlich von uns Eltern, ich liebe dich,

01:30:30: Speaker 2 egal wie und womit und wie du aussehst, also wie du dich verhältst. Ich liebe dich, ich glaube, das stärkt in jedem Fall die Kinder für jede Herausforderung, die ihnen so im Alltag begegnet.

01:30:44: Speaker 5 Ja, und ich finde noch eine Sache wichtig, ich finde wichtig, dass wir jetzt nicht dann so tun, als ob es nicht schlimm sei.

01:30:51: Speaker 5 Also wenn ein Kind auch traurig ist, weil es ausgeschlossen ist, ich war jetzt gerade selber so ein bisschen auf der Sachebene, hab so den medizinischen Punkt gesagt und gleichzeitig aber auch zu sagen, ja, das fühlt sich nicht gut an. Und das kann ich richtig gut verstehen und das tut mir leid, dass das so ist.

01:31:08: Speaker 2 Und das wird spät zu fühlen. Entschuldige Katja, das heißt aber auch, dass wir als Eltern nicht, es machen wir, glaube ich, manchmal so ein bisschen aus Reflex, weil wir wollen, dass es unseren Kindern besser geht, dass wir das Problem kleinreden und sagen, ach, das ist doch jetzt nicht so schlimm mit dem Schwimmen, nicht schwimmen und hab dich nicht so, wir schwimmen dafür im Urlaub zusammen oder ja, hier, was der eine da Blödes gesagt hat, das kannst du doch einfach ignorieren. Genau, genau.

01:31:34: Speaker 5 Nee, das genau, du hast es eigentlich genau, höre ich das öfter so, ja. Also auch bei anderen Hänseln, ja, das ist doch nicht so schlimm und also das ist tatsächlich nicht so selten, dass Eltern mit dieser Frage kommen, wie kann ich mein Kind stärken, mein Kind lässt sich so beeinflussen, dann wird irgendwas gesagt von einem anderen Kind und dann kommt es nach Hause und dann sage ich ihm auch, lasst sich doch davon nicht so ärgern, du musst doch nicht so abhängig sein von der Meinung der anderen. Aber das ist ebenso. Wenn Kinder in die Schule kommen, dann ist das ein ganz neuer Bereich, wo sie sozial, emotional, körperlich sozusagen einen Raum betreten und wo sie auch für sich einstehen. Und natürlich ist dann auch die Spiegelung von außen, das ist ja die erste, echte andere Spiegelung und dann auch noch in dem Leistungsbereich, ja. Der, der, der anderen Menschen, vorher waren nur wir das, ja und auf einmal nimmt sich das Kind nochmal in einem anderen Raum war und da sind Menschen, die eben gar nicht, ja, die sozusagen keine Liebesbeziehung mit uns haben, sondern die, die eine andere Beziehung mit uns haben, die mit uns spielen oder die, also die Schüler und Schülerinnen, Schulkameraden, aber eben auch Lehrer, die was von uns erwarten, ja und sich da nochmal wahrzunehmen. Ich finde das schon etwas Besonderes und das nicht klein zu machen, sondern eben anzuerkennen. Das ist dir wichtig, ja und das trifft dich, ja und und das darf ja auch treffen in Anführungsstrichen. Aber es ist eben wichtig, dass es uns, dass, dass wir uns auch wieder aufrichten können, dass wir uns dann wieder schütteln und sagen, ja gut, aber mein, mein, mein, mein, mein Wert ändert sich nicht, ne. Das ist ja dann die Entwicklung des Selbstwerts und das geht über viele, viele Jahre hinweg, ja.

01:33:18: Speaker 2 Ja, das hast du, hast du sehr, sehr schön gesagt. Katja, ich würde dir gerne, wenn ich darf, einmal vorspielen, eine Sprachnachricht, eine aus wirklich vielen, vielen Nachrichten, die ihr uns, liebe Herzies, dankbarerweise geschickt habt,

01:33:33: Speaker 2 aber ich finde, sie zeigt einfach so ganz gut, einfach nochmal den Alltag, wie es für eine Familie ist, wenn, wenn ein Kind ein Hautproblem hat, wenn die Umwelt negativ darauf reagiert. Und dann bin ich sehr gespannt, Katja, was, was du dazu sagst.

01:33:48: Speaker 10 Hallo,

01:33:49: Speaker 10 Mein Sohn ist sechs Jahre alt, geht in die erste Klasse seit letztes Jahr Sommer, hat eine aufgeprägte Neugodamitis, so wie eine ausgepähte Schuppenfechter auf den Fingernägen. Sehr stark erkennbar, ich muss ihn leider schon öfters weint und traue ich von der Schule abholen. Aufgrund dessen, dass er gehänselt worden ist wie in seiner Hauterkrankung, unter anderem vor allem auch wem den Händen, was für edelte Hände du hast, was für hässige Fingernäge du hast. Dass du doch krank bist, vor allem im Winter ist er die Neugodamitis sehr doll ausgeprägt an den roten Wangen. Also er hätte schon leider vieles miterleben müssen, durcherleben müssen, dass er aufgrund seiner Hauterkrankung immer wieder an negative Erfahrungen stößt. Und was mir jetzt Mutter auch sehr schwer fällt, wenn man ihn versucht natürlich mal aufzubauen.

01:34:40: Speaker 2 Ja, ich glaube, man hört es schon an der Stimme, der Mutter, wie sehr ein das als Eltern wirklich mitnimmt. Und in dem Fall, das ist ja auch wirklich mies. Ich meine, wenn man schwer Norguda Mitis auch noch an den Händen hat und dazu die Schuppenfläche an den Nägeln, die Hände kann ich ja auch nicht verstecken. Ich kann ja nicht die ganze Zeit mit Handschuhn rumlaufen. Das heißt, alle sehen immer meine Hauterkrankung. Hm. Deswegen gehänselt zu werden, das stelle ich mir ganz, ganz übel vor.

01:35:09: Speaker 5 Ja, finde ich auch. Also erst mal vielen Dank, dass sich die Mutter getraut hat, das auch zu besprechen. Ich finde halt immer, es auch nochmal besonders, wenn wir eine Stimme, eine Stimmung hören und nochmal auch in dieser Resonanz dann so mitschwingen können.

01:35:27: Speaker 5 Also was ich höre, ist erst mal, dass Kind es in der ersten Klasse jetzt, wenn ich jetzt so zurückdenke, dass ja alles aktuell, dann stehen ja jetzt bald die Sommerferien an. Also das heißt, das ist schon jetzt sagen wir mal so ein Dreivierteljahr. Und erste Klasse ist ja tatsächlich auch ein Übergang, der sowieso nicht so einfach ist.

01:35:46: Speaker 5 Also mein, mein Gedanke wäre jetzt tatsächlich, das, was wir vorhin schon so ein bisschen besprochen haben, wie ist das in der Schule besprochen worden? Wie ist der Kontakt zur Lehrerin? Was sagt die Lehrerin, wenn die Mutter das den sechsjährigen mehrfach abholen muss wegen Hänselin? Also das würde ich gerne, das sind so Sachen, die mich interessieren würden und wo man nochmal so ein bisschen reingehen könnte, weil da offensichtlich ja kein Raum geschaffen wurde, erst mal für wir nehmen alle an, so wie sie sind. Ja, also ich meine, das ist auch ein bisschen eine Utopie, weiß ich schon. Aber es wäre trotzdem ja wichtig für den, für den Jungen, dass er sich nicht ständig ausgeschlossen fühlt und dann auch so außer, außer, also so traurig wird, so viele Gefühle bekommt, dass er abgeholt werden muss. Ja, das, das also für mich wäre das auch noch mal eine Frage, wenn jetzt die Mutter hier wäre, würde ich sagen, wie läuft dann das ab, ruft dann die Schule an, ruft er aus dem Sekretariat an, habt ihr ein Handy, hat er schon ein Handy, also läuft es mit oder ohne Erwachsene, weil das muss ja auch irgendwie kommuniziert werden.

01:37:00: Speaker 5 und dann ist eben auch die Frage, sind das jedes Mal Hänselin oder ist das eben auch eine Überforderung, die unter Umständen mit den Hänselin einhergeht, aber eben auch daher kommt, dass es ein neuer Raum ist und so weiter. Also ich würde versuchen, ein bisschen noch mal mehr zu differenzieren, um dann zu gucken, wo könnte man ansetzen. Und das, was wir jetzt hier haben, ist, ich fände es halt wirklich gut mit der Lehrerin oder mit dem Lehrerin nochmal zu sprechen und das nochmal zu klären, wie ist das denn eigentlich besprochen. Und ehrlich gesagt, finde ich deine Idee gar nicht so schlecht mit den Handschuhen. Ich weiß allerdings nicht, ob das überhaupt gut ist für die Erkrankung, weil ja dann wenig Luft dran kommt. Aber ich kenne es selbst, dass man auch zeitweise eben dann auch mal, weiß ich nicht, ne Augenklappe oder auch ne Handschuhe irgendwie anzieht, wenn es einem, wenn man dieses Thema nicht dauernd präsent haben möchte. Ja, was würdest du dazu sagen?

01:37:56: Speaker 2 Also da gibt es sogar super Handschuhe speziell für Kinder mit Neurodermitis, die dann zum Beispiel auch aus so Silbergarn genäht sind, die so ganz leicht und angenehm zu tragen sind, die so ein bisschen anti-pakteriell noch sind. Also das kann man auf jeden Fall machen. Und herrlich macht es in Worten, dass also die Hautkrankheit zumindest schlagartig nicht mehr sichtbar ist.

01:38:16: Speaker 5 Ja, also ich finde das gar nicht so verkehrt, aber das muss man natürlich auch mit dem Kind besprechen, weil nicht jedes Kind möchte ja, wie du vielleicht auch meintest, dann Handschuhe tragen. Aber ich finde eben spezielle Situationen, erfordern auch spezielle Maßnahmen und nach einem goldenen Handschuh zu fragen oder so. Ich finde, ist noch mal was anderes als zu, als, also es ist zumindest nicht so dieses.

01:38:43: Speaker 5 Ja, was du vorhin sagtest, so dieses i, ne? So, das sieht irgendwie komisch aus und das ist nicht so dieser Impuls, sondern da ist was Besonderes. Ja, und was Besonderes haben zu dürfen, mit dem Nebeneffekt, dass dann eben die Erkrankung auch nicht so im Mittelpunkt steht. Why not? Find ich schon. Also ich finde auf jeden Fall die Situation sehr ungünstig. Ich höre mehrfach abgeholt, weil gehänselt. Und ich finde, da müsste man in der Schule ansetzen und dann aber auch noch mal gucken, was braucht das Kind. Braucht es wirklich nur weniger Hänseln oder braucht es vielleicht auch noch mal einen hingucken, wie fühlt sich das Kind eigentlich mit der Erkrankung in der Schule? Wie ist es mit der Unruhe? Wie ist es mit der eigenen Hand? Man braucht ja auch die Hände zum Schreiben. Also, das geht ja auch im Schreiben. Um Lesen, da hat man ja auch die Hände ständig irgendwie unter, also ich heute nicht mehr, aber manchmal auch noch so unter den Buchstaben. Also erste Klasse und Hände, ich glaube, und dann meldet man sich ja auch, wenn es gut läuft. Also, das braucht man ja, man braucht ja da ständig, die Hände sind ständig im, im, in der Wahrnehmung. Und ich finde es nicht so verkehrt, da nochmal zu sprechen und mit der Schule und auch nochmal zu überlegen, was bräuchte das Kind. Vielleicht ist das was, womit die Mutter was anfangen kann, nochmal mehr hinzuschauen, weil klar, so eine Sprachnachricht ist natürlich jetzt auch sehr verkürzt, aber vielleicht sind da ein paar weiterführende Impulse da, um nochmal differenzierter zu gucken, wo könnten Schräubchen justiert werden, weil die Situation an sich kann, wir ja nicht verändern. Also die Erkrankung ist ja einfach da.

01:40:15: Speaker 2 Ja, Katja, also ich nehme mit auf jeden Fall nochmal die Lehrer mit ins Boot zu holen und im besten Fall auch die Klassengemeinschaft gemeinsam zu sensibilisieren und aber auch,

01:40:26: Speaker 2 dass wir als Eltern mit unseren Kindern wirklich in die, in die Verbindung kommen, gucken, vielleicht liegt ja noch was außer der Hautkrankheit an oder zusätzlich zu der Hautkrankheit an, wo man die Kinder irgendwie bestärken kann oder zumindest einfach mal zuhören kann. Ja. Katja, lass uns noch eine weitere Mutter einmal anhören. Bisschen ähnliche Situation auch mit der Einschulung verbunden, aber auch da bin ich total gespannt, was du dazu sagst.

01:40:57: Speaker 9 Hallo, guten Abend. Genau, als ich heute erzählte, dass meine Tochter die Essur-100 in die erste Klasse kamen, wurde da auch nicht relativ schnell direkt gehänselt, auch schon von einem Mädchen, was sie eigentlich auch kannte aus der Kita.

01:41:07: Speaker 9 Hallo, guten Abend. Genau, als ich heute erzählte, dass meine Tochter die Essur-100 in die erste Klasse kamen, wurde da auch nicht relativ schnell direkt gehänselt, auch schon von einem Mädchen, was sie eigentlich auch kannte, aus der Kita. Und sind halt 100 Neurodemitas. Nicht in dieser typischen Variante, das die Abenbeugen und Kniekelen, Diese Stellen sind betroffen, sondern sie kratzt sich einfach Hautstellen auf oder auch Mückenstiche, wenn dann Zollung aufgekratzt, bis es wirklich tiefe blutende Wunden werden. Dann auch, wenn die Krusten werden aufgekratzt und dann sie eben da entbrechen die Wunden beziehungsweise dann auch Pflaster über den Wunden oder auch mal gerne die überhandelnd mit einer Zinkoxid-Schattelotion oftmals, dann sind da diese weißen Stellen quasi, weil diese Zinktur weiße Flecken macht oder relativ stark weißelt und da wurde sie dann gehänzt, da es wäre ansteckend und

01:41:58: Speaker 9 die schon ganz schön zugesetzt, weil sie

01:42:00: Speaker 9 knapp 6 Jahren natürlich auch nicht wusste, wie sie darauf reagieren sollte, weil es nie ein Problem war zuvor und genau, also da war am Ende dann doch die Lösung, dass die Klärerin da mal ein paar Worte von Wunden hat über diese Erkrankung und dass es dann keine ansteckende Krankheit ist, sondern

01:42:16: Speaker 9 Anwöhbunde, die wirklich nur meine Tochter betrifft in dem Fall.

01:42:19: Speaker 5 also was, was mir auffällt. Erst mal ist ja die Lösung schon da. Das können wir auch gleich nochmal dazu kommen. Aber was mir auffällt ist, dass also das Hänseln stattgefunden hat von einem Mädchen, was die Tochter der Mutter schon kannte, also was schon aus der Kita kam. Und da, finde ich, könnte man nochmal genauer hingucken, weil dann geht es vielleicht gar nicht um die Hauterkrankung, sondern dann geht es irgendwie um die Beziehung zwischen den beiden, weil die haben ja schon eine.

01:42:51: Speaker 5 So, also das ist so ein bisschen was, was mir aufgefallen ist. Und dann hat die Mutter gesagt, es gab vorher gar kein Problem. Und es ist jetzt erst in der Schule aufgetreten. Und das finde ich auch interessant. Also warum war es vorher kein Problem? War die Erkrankung nicht so stark? War die nicht so sichtbar? Haben die irgendwas anders gemacht? Ist die Kita damit anders umgegangen? Ging es der Tochter anders in der Kita, weil vielleicht kein Leistungskontext, wie auch immer, ja, kein Leistungskontext. Ich denke es mal weiter. Kein Leistungskontext, weniger Druck, nicht so viel Kratzen oder Leistungskontext, mehr Druck, auch mehr, ich fühle mich unwohl in der Haut vielleicht, auch und dann auch mehr Krusten kratzen und so. Ich will es jetzt nicht vertiefen. Also das könnte man nochmal so ein bisschen überlegen, wo kommt das her, wo, was ist da anders? Und dann finde ich natürlich super auch, was die Mutter gemacht hat, dass sie dann eben die Lehrerin so ein Stück mit in die Verantwortung geholt hat. Ich höre hier so ein bisschen raus, dass die Lehrerin so was wie eine Ansage gemacht hat. Die Lehrerin hat nochmal ein paar Worte verloren, hat mal aufgeklärt, wie die Erkrankung so ist. Ja, das verstehe ich total als Mutter, dass man das so, also dass das auch irgendwie so eine Energie

01:44:08: Speaker 5 ist, die man da gerne mit drin hat. Gleichzeitig nochmal, wir haben es aber am Anfang schon gesagt, ich würde da gerne ein bisschen Energie rausnehmen und das nicht größer machen, als es ist, weil wie gesagt für die Kinder, die experimentieren auch nur und es sind keine kleinen Erwachsenen, also Mobbing unter Erwachsenen, ist wirklich etwas anders als Henseline unter Kindern. Also das heißt nicht, dass wir es dulden sollten, aber es ist schon nochmal, es sind Kinder in der Entwicklung und die brauchen etwas anderes als sozusagen erwachsene Menschen, die ja auch wissen, dass Dinge justiziabel sind. Wir reden hier nicht über justiziable Dinge, sondern wir reden über Sozialverhalten und wir reden über Empathie und wir reden über Zugehörigkeit und Ausschluss und wie wir gemeinsam leben können und dafür braucht es eben auch Vorbilder. Deswegen, ich verstehe aber die Energie, dass da die Lehrerin nochmal Worte verlieren muss und vielleicht auch nicht zum letzten Mal verloren hat, sondern immer wieder auch daran erinnert. Alle gehören mit dazu und ich finde hier auch nochmal das, was wir am Anfang gesagt haben bei der sechsjährigen,

01:45:14: Speaker 5 dass das ja wundern sind und dass das auch weh tut und also du sagst, juckt genau, aber wenn es dann offen ist, tut es ja auch weh.

01:45:24: Speaker 5 Ja, und das also da muss ich sagen, komme ich so mit ins Mitsch fühlen und mit spüren irgendwie, dass ich so denke, was gibt es denn da noch, was man irgendwie auch tun kann, dass aber die Mutter wird ja sehr erfahren, das klingt ja sehr erfahren auch, die werden das schon gut machen, aber da merke ich schon in der Gegenübertragung sozusagen, dass mir das Leid tut, dass ein sechsjähriges Mädchen nicht nur gehänselt wird, sondern eben auch mit diesen Wunden und diesen Schmerzen dann auch teilweise eben im Unterricht sitzt.

01:45:53: Speaker 2 Katja, ist was ich mich jetzt gerade noch gefragt habe, ich meine, in dem Fall hat ja die Lehrerin und die Mama haben das ja genauso gemacht, wie du es ja auch empfehlen würdest.

01:46:05: Speaker 2 Macht es denn Sinn, dass die Kinder dann selber in so einer Situation zum Beispiel dann zu der Freundin sagen, hier stopp, ich möchte nicht, dass du so mit mir sprichst oder ich möchte gar nicht drüber sprechen oder macht es Sinn, dass das Kind dann vielleicht schon mal irgendwie so ein bisschen so einen vorgefertigten Satz hat, so nein, meine Hauterkrankung ist nicht ansteckend, die sieht nur komisch aus. Also ich fand das ja jetzt gerade so ein bisschen, aber Kinder selber ist sich in Anführungszeichen dagegen wehren.

01:46:31: Speaker 5 Ja, also ich finde schon, also ich denke schon, dass man Worte finden kann dafür, ich finde nur, es ist, ich finde die Art und Weise, wie wir diese Sätze entwickeln, die ist vielleicht nochmal ein bisschen anders, weil wir ja oft Worte vorgeben, die wir denken, dass sie für Kinder wichtig wären und die Kinder aber oft andere Worte haben. Ja, und deswegen ist sozusagen dieses, also wie kannst du dich, ich finde auch wehren, ne, muss man nochmal gucken, also wie kannst du was abwehren oder wie kannst du dich positionieren? Ja, wie kannst du sichtbar werden mit dem, was dir wichtig ist? Man muss nicht alles aushalten, übrigens nicht nur bei Hauterkrankungen, sondern auch so, es geht ja immer um Stopp bis hierhin und nicht weiter, ja, auch in Schulklassen und in sozialen Zusammenhängen. Und da eben mit den Kindern drüber zu sprechen, wenn es jetzt speziell um die Hauterkrankung geht, zu sagen, was würdest du denn gerne sagen? Also nicht sozusagen was vorzugeben und einen Satz vorzugeben, was kannst du sagen? Das kann wir immer noch machen, wenn die Kinder sagen, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll oder so, dann müssen wir noch mal gucken, was wollen denn die Kinder? Wollen die drüber sprechen? Wollen sie nicht drüber sprechen? Also suchen sie einen Satz, der was erklärt oder suchen sie einen Satz, der was abgrenzt, der sich positioniert, ne? Und dann können wir gemeinsam gucken. Ich finde nur wichtig, dass es wirklich dann auch die Position der Kinder ist und dass die Kinder auch die Position ändern dürfen. Also dem einen möchte ich vielleicht was erzählen, dem anderen nicht. Hängt vielleicht auch damit zusammen, wie der aussieht oder wie der auf mich zukommt.

01:48:05: Speaker 2 Das ist ja nicht ein Super-Tipp, dass man wirklich aus den Kindern quasi mit den Kindern zusammenentwickelt, was es ist, was sie fühlen in dem Moment, wie man dem irgendwie Ausdruck verleihen kann.

01:48:17: Speaker 2 Das stimmt nämlich, was du sagst, dass sonst wir Eltern immer so vorgefohnt die Sätze unseren Kindern beibringen und denken, damit könnten sie sich besser schützen und seien sie gut aufgestellt. Dabei ist es doch viel sinnvoller, wenn es aus einem selber kommt. Super-Tipp, Katja.

01:48:31: Speaker 5 auch immer sehr, sehr schnell diese Sätze. Also ich hör das dann schon oft in der Beschreibung, dass die Eltern dann sagen, ja und dann sage ich ihm, sagt doch das und das. So, ne? Und dann gerade in der Schule geht es jetzt wirklich darum, dass die Kinder uns quasi das Feld, indem sie sich bewegen, beschreiben und wir eher Fragen stellen und Strategien mit den Kindern entwickeln. Und zwar auch erstmal nur assoziativ. Was wäre wenn, was würdest du sagen wollen? So, das Konjunktiv, ja? So, das stärkt auch die Kognition der Kinder. Also vernetzt noch mal mehr, dass die Prozesse, die sowieso gerade am Laufen sind, die Assoziation, die Abstraktion und die Antizipation und das ist das, worum es im Grunde geht, dass wir Strategien fürs Leben haben.

01:49:13: Speaker 1 Ja, Katja, also vielen, vielen Dank. Ich halte es wirklich für eine sehr impactful Folge. Und ich habe jedenfalls sehr, sehr viel mitgenommen, auch gelernt. Ich glaube aber auch, oder kann mir vorstellen, dass einige

01:49:24: Speaker 2 Eltern jetzt auch dabei sind, die wirklich nochmal gerne mit dir auch nochmal in die Tiefe gehen würden. Und wirklich nochmal gucken, was, wie, wie können Sie ganz konkret in Ihrer Situation Ihren Kindern helfen? Und da wollte ich einfach nur nochmal darauf hinweisen.

01:49:35: Speaker 3 Herzies Katja hat einen ganz, ganz tollen Service. Sie bietet nämlich auch Online-Beratungen an. Und den Link zu Ihrer Praxis und auch zu Ihrem Online-Angebot stellen wir euch sehr, sehr gerne in unseren Newsletter

01:49:47: Speaker 4 in den Kinderhautkompass. Den abonniert ihr bitte und dann kriegt ihr am Sonntag die Infos von unseren euren E-Mail-Post.

01:49:55: Speaker 5 Ja, super, vielen Dank. Freu ich mich sehr.

01:49:57: Speaker 6 Katja, ich habe zu danken, wir haben die Herzie Community zu danken für deine, ja, für deine Worte und deinen Rat.

01:50:06: Speaker 7 Ich finde es enorm hilfreich. Vielen, vielen Dank, dass du heute dabei warst.

01:50:10: Speaker 5 Dankeschön, dass ich wieder da sein durfte. Das freut mich sehr. Das ist ja schon fast ein kleines Ritual jetzt.

01:50:16: Speaker 8 Ja, ich meine, wir werden ja auch am Ende von gesagten freuen. Nein, Katja, auf jeden Fall noch eine gemeinsame Folge machen. Sehr

01:50:22: Speaker 2 Der Haut- und Herz-Podcast wird produziert von Cepia. Die Redaktion übernehme ich Tatiana Braun. Oderiert wird von Felix Keng. Die Aufnahmeleitung hat Florian Brehsemmler. Die Musik stammt von Felix Keng und Luke Larson. Ein besonderer Dank geht an die Koschgekinderstiftung. Und natürlich möchten wir dir danken für dein Interesse und dafür, dass du Teil unserer Community bist. Hast du Fragen, Anregungen oder Feedback? Dann kontaktiere uns gerne über den Feedback-Link in den Show-Nones. Für weitere wertvolle Tipps abonniere unbedingt unseren Newsletter Kinderholt-Kompass. Ansonsten findest du uns jederzeit auf Instagram unter Kinderhaut-Docs. Bis zum nächsten Mal und alles alles Liebe, dein Team von Haut und Herz.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.