#113 ALLERGISCHER MARSCH: Wird aus Neurodermitis später ein Asthma?

Shownotes

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Habt ihr euch auch schon mal gefragt, ob ihr eurem Kind bestimmte Nahrungsmittel lieber vorenthalten solltet, um es vor Allergien zu bewahren? Lange Zeit galt genau das als richtiger Weg, doch die Medizin hat sich glücklicherweise rasant weiterentwickelt. Tati und Monique Tettenborn klären auf, warum ein unterfordertes Immunsystem schnell auf dumme Gedanken kommt und weshalb es stattdessen ratsam ist, den Kleinen ganz bewusst und frühzeitig potenzielle Allergene sowie etwas Dreck beim Spielen zu präsentieren. 🧸 Wir sprechen ganz offen darüber, was es mit dem atopischen Marsch auf sich hat und an welchen alarmierenden Symptomen ihr frühzeitig erkennen könnt, ob aus einem scheinbar harmlosen Husten vielleicht doch ein allergisches Asthma entsteht.

Die gute Nachricht für euch ist, dass ihr den Verlauf wirklich positiv beeinflussen könnt! Neben der richtigen und konsequenten Hautpflege besprechen wir konkrete Strategien zur Einführung der Beikost parallel zum Stillen sowie die immense Bedeutung eines komplett rauchfreien Umfelds. Wenn ihr euer Wissen rund um die Behandlung von Allergien noch weiter vertiefen möchtet, hört doch gleich in unsere kürzlich erschienene Folge zur Hyposensibilisierung bei Kindern rein, in der Felix und Monique ausführlich über Allergietabletten als Ursachenbekämpfung sprechen. Ebenso spannend für euch ist unsere Spezialfolge, in der wir den genauen Zusammenhang von Neurodermitis und der Pollensaison noch detaillierter unter die Lupe nehmen.

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Transkript anzeigen

01:00:12: (Jazz Music)

01:00:18: Speaker 2 Herzens bei einer neuen Folge von eurem Lieblings-Kinderhaut-Podcast Haut und Herz.

01:00:37: Speaker 2 In der heutigen Folge geht es wieder um Allergien, und zwar speziell Kinder, die ohnehin schon von Neurodermitis geplagt sind

01:00:43: Speaker 2 dann im weiteren Verlauf noch zusätzliche Allergien entwickeln. Es heißt, ihr habt vielleicht zu Hause ein Kind, was Neurodermitis hat, ein kleines Baby, und irgendwie habt ihr auch schon mal gehört, ja, Kinder mit Neurodermitis, ja, man erhöht das Allergierisiko und ihr habt jetzt vielleicht richtig Bammel und wisst gar nicht, was da überhaupt auf euch zukommt und wie es überhaupt weitergeht. Das heißt, ganz oft haben wir ja dann als Eltern einfach Sorgen, ja, wie sieht die Zukunft aus? Entwickelt mein Kind auch eine Neurungsmittelallergie, das habe ich doch von Freunden und Bekannten auch mitbekommen, bei denen das so war. Wie ist es später mal vielleicht mit einer Haustoppmilbenallergie oder einer Pollenallergie? Viele Kinder brauchen doch da auch spezielle Medikamente oder bestimmte Bettwäsche, das hört man ja ganz, ganz oft. Und manche Kinder haben sogar später ja auch Probleme mit Asthma, gehört mein Kind da auch dazu. All diese Fragen und Sorgen, die ihr habt, liebe Herzens, wollen wir heute thematisieren. Und ich bin ganz froh, dass ich dafür eine wirkliche Allergie-Expertin bei mir im Studio habe, nämlich Monique Tettenborn. Sie ist eigentlich Kinderärztin, aber hat sich schon ganz, ganz viele Jahre mit dem Thema Allergien im Kindesalter beschäftigt. Ich bin ganz froh, dass du heute hier bist, liebe Monique. Herzlich willkommen.

01:01:56: Speaker 3 Hallo Tatjana und vielen Dank, dass ich wieder bei euch zu Besuch da sein darf.

01:02:00: Speaker 2 Ja, es ist uns jedes Mal eine Ehre und eine große Freude, Monique. Und vor allem das Thema der heutigen Folge finde ich so super spannend, weil ich finde es fast also irgendwie so mindblowing, ja, dass eine Allergie in eine andere Allergie münden kann, das Risiko irgendwie erhöht ist, aber viel wichtiger noch, gerade für uns als Eltern, ist ja, was wir wirklich tun können, um dieses Allergierisiko zu reduzieren. Wir starten gleich mal mit der Frage, wie hoch ist denn überhaupt das Risiko, wenn ein Kind Neurodermitis hat, dass da wirklich andere Allergien dazukommen?

01:02:38: Speaker 3 Ja, also ich verstehe natürlich, dass das erstmal vielen Eltern Sorgen und auch Angst macht, aber

01:02:44: Speaker 3 wie du es gesagt hast, lassen es doch mal wirklich Zahlen, Daten, Fakten anschauen. Und wenn wir davon ausgehen, dass in der Familie wirklich keiner irgendeine allergische Erkrankung wie Neurodermitis oder Asthma oder eine Art und Wege allergie hat, auch kein Geschwisterkind betroffen ist, so haben wir in der Normalbevölkerung Risiko von so ungefähr 5 bis 15 Prozent, dass das Baby eine allergische Erkrankung entwickeln wird. Und wir schauen uns mal das extreme Beispiel an, wenn beide Eltern wirklich unter Neurodermitis leiden, dann sieht das schon ganz anders aus. Mit dem Risiko für das Neugeborene, da liegen wir dann nämlich so bei 60 bis 80 Prozent.

01:03:24: Speaker 2 Okay, wow Monique, das sind ja wirklich mal spannende Zahlen, die man sich vor Augen führen muss. Das bedeutet, wenn keiner in der Familie, also Mama, Papa, keine allergischen Erkrankungen oder Neurodermitis haben, dann ist das Risiko ja eigentlich recht gering, muss man sagen. Aber wenn jetzt ein Elternteil selber unter allergischen Erkrankungen leidet, dann steigt das Risiko deutlich, richtig? Genau, das stimmt. Und warum ist es so? Was haben wir eigentlich als Eltern mit den allergischen Erkrankungen unserer Kinder zu tun?

01:03:53: Speaker 3 Also es ist so, dass allergische Erkrankungen durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Und einer davon ist einfach das genetische Risiko. Also welche Eigenschaften bringen Mama und Papa mit und diese können dann entsprechend auch oder diese Neigung allergische Erkrankungen zu entwickeln, vererbt werden.

01:04:11: Speaker 2 Okay, das heißt, wir geben also nicht nur ganz viel Liebe und Fürsorge an unsere Kinder weiter, sondern in manchen Fällen leider auch

01:04:18: Speaker 2 Allergierisiko.

01:04:19: Speaker 2 Leider ja, genau.

01:04:22: Speaker 4 Fährbom

01:04:22: Speaker 2 denkst, dass dein Kind eine Allergie haben könnte? Auf allergiecheck.de.kinder findest du viele spannende und hilfreiche Infos rund um das Thema Allergien. Außerdem gibt es hier einen Allergie-Schnellcheck, der dir hilft, die Symptome deines Kindes besser einzuordnen. Die Ergebnisse kannst du direkt mit zum Arzttermin nehmen. Schau gleich nach der Folge mal rein. Allergiecheck.de.kinder.

01:04:50: Speaker 5 Werbung Ende

01:04:51: Speaker 2 Also nun,

01:04:52: Speaker 2 aus einer Neurodermitis kann sich, muss aber nicht, kann sich im späteren Leben auch

01:04:58: Speaker 2 andere Allergien, wie zum Beispiel eine Pollenallergie, eine Nahrungsmittelallergie oder auch ein Asthma entwickeln. Diesen Prozessen nennen wir ja als Ärzte, ganz kompliziertes Wort, atopischen Marsch. Helf mir mal, was genau versteht man darunter?

01:05:13: Speaker 3 Genau, lass uns da einmal Licht ins Dunkel bringen. Also vom atopischen Marsch spricht man, das ist ein beschriebenes Phänomene der Medizin, dass sich eben im Laufe des Lebens nacheinander verschiedene allergische Erkrankungen entwickeln können. Und das kann im Säuglingsalter die Neurodermitis sein, die sehr früh beginnt und gefolgt von möglichen Nahrungsmittelallergien, die sowohl schon bei den ganz kleinen, einjährigen Auftreten können, aber eben auch im Kleinkindalter. Wir denken da an die Kuhmilch oder auch Aie-Allergie und das Ganze kann schon im Kleinkindalter dann gefolgt werden vom allergischen Schnupfen. Die Hausstockmilbe ist da ein früher Kandidat, der zu einer Allergie führen kann und im Schulkindalter dann die Allergien, die du schon angesprochen hast, also eine Gräse oder Baumpollen oder auch Tierhaarallergie. Und gefolgt kann das Ganze werden auch noch vom allergischen Asthma. Und wichtig ist aber zu wissen, allergische Erkrankungen können so verlaufen, sie müssen aber nicht diese Reihenfolge einhalten. Wir wissen mittlerweile, dass es viele andere Einflussfaktoren gibt, die einfach eine große Rolle bei der Entstehung spielen. Also ist ein Kann, aber nicht ein Muss.

01:06:20: Speaker 2 Ja, zum Glück hast du das jetzt nochmal in der Deutlichkeit gesagt. Also liebe Herzen, es ist wirklich keine Panik, es geht einfach darum, dass ihr schon mal von diesen Themen gehört habt und wir kommen ja jetzt auch noch im weiteren Verlauf der Folge dazu, auch wirklich konkret Dinge tun könnt, um dieses Risiko zu minimieren. Aber erstmal ist es mir natürlich als Hautärztin auch nochmal ganz, ganz wichtig zu klären mit Dämonik, welche Rolle bei dieser Allergieentwicklung eigentlich die Haut spielt.

01:06:47: Speaker 3 Wenn wir da ins Detail gucken, dann ist das eigentlich ganz spannend, muss ich sagen, denn wir stellen uns vorbei der Neurodamitis, was ist das Problem, wir haben eine gestörte Hautbarriere. Und über diese gestörte Hautbarriere haben es einfach Allergieauslöser wie Gräserpollen leichter mit dem Immunsystem in Kontakt zu kommen. Und bei der Allergie ist ja das Problem, dass leider das Immunsystem dann diese Auslöser, die eigentlich überhaupt nicht schlimm sind und keine Bedrohung für uns sind, das Immunsystem sollen uns ja eher vor Bakterien und Vier entschützen, leider eben als Bedrohung einschätzt und entsprechende Prozesse im Körper auslöst, die am Ende die Patienten dann bemerkt durch nervige und belasten Allergiesymptome.

01:07:31: Speaker 2 Genau.

01:07:31: Speaker 2 Aber das heißt ja quasi, dass die Haut als unser, sag ich mal, größtes Schutzorgan, was uns ja von der Umwelt nach außen hin abgrenzt und schützt,

01:07:42: Speaker 2 sein Job nicht richtig macht. Bei der Neurodermitis ist ja auch genetisch bedingt die Hautbarriere etwas schwächer. Das heißt, ihr müsst euch das wirklich so vorstellen, als wären also kleine Löcher und Risse in der Haut, wodurch einfach ganz mechanisch diese Pollen als Beispiel oder die Haustaubmilben Bestandteile einfach leichter in die Haut eindringen, die treffen dann auf unser Immunsystem und das Immunsystem ist auch bei allergiebetroffenen Menschen einfach, wie soll man sagen, ja so ein bisschen chaotisch und ein bisschen brisanter unterwegs und dreht dann in Anführungszeichen ein bisschen durch und produziert eben fälschlicherweise auf diese harmlosen Auslöser ja die Allergiesymptome, richtig?

01:08:22: Speaker 3 Genau, deshalb

01:08:24: Speaker 3 predigen wir auch immer so intensiv die gute Hautpflege, dass wir einfach immer wieder sagen, die Hautbrauchunterstützung, damit genau diese Barriere bestmöglich korrigiert wird.

01:08:36: Speaker 2 Ah Monique, das ist wirklich Musik in meinen Ohren, sonst sind ja immer nur wir als Hautärzte, die die Hautpflege, Hautpflege, Hautpflege rufen, aber dass auch ihr das als Kinderärzte und Kinderärztinnen und speziell eben Allergologen auch tut, das freut mich sehr. Das heißt, Hautpflege ist eine ganz wichtige Möglichkeit, wie wir unsere Kinder ja nicht 100% vor Allergien schützen können, aber wie wir das Risiko, dass die Allergien entwickeln, reduzieren können. Was kann man denn noch wirklich ganz konkret tun, liebe Monique als Eltern, um das Risiko für spätere Allergien zu reduzieren?

01:09:10: Speaker 3 also generell gilt einfach immer, es ist immer gut, wenn das Immunsystem beschäftigt wird, denn man kann sagen, dann kommt es einfach aus seltener, oft dumme Gedanken. Das fängt an mit bitte, bitte keine medizinisch unbegründeten Diäten, nicht einfach Nahrungsmittel weglassen, weder übrigens in der Schwangerschaft noch bei der Ernährung des Kindes selbst. Wichtig ist einfach eine ausgebogene, vielfältige Ernährung auch mit verschiedenen Allergenen, also nicht

01:09:38: Speaker 3 bestimmte Nahrungsmittel weglassen, ohne das ärztlich besprochen zu haben. Dazu zählt auch die zeitgerechte Einführung der Beikost, und zwar von allem, auch von potentiell Allergiauslösenden Nahrungsmitteln. Wir haben entsprechend das Zeitfenster, wo die Beikost gerade bei Allergierisikokindern durchgeführt werden sollte, das ist so Ende des vierten Lebensmonats, Anfang fünfter Lebensmonat,

01:10:06: Speaker 3 so ungern, man ist auch, hört als Elternteil auch die Infekte, die in der Kita-Zeit ja wirklich, wirklich häufig auftreten, und irgendwann wirklich auch Nerven sind wichtig, weil sie beschäftigen das Immunsystem, und natürlich möchte ich auch aber ihnen das eine rauchfreie Umgebung, und das geht sowohl für aktiv als auch passives Rauchen. Wichtig ist bereits in der Schwangerschaft, aber natürlich auch danach, dass das Kind rauchfreie aufwächst. Wir sehen, dass das ein wichtiger Faktor ist, den man natürlich beeinflussen kann, und Kinder dürfen sehr, sehr gerne im Mutsch spielen und toben, sehr gerne auch aus allergologischer Sicht, also bitte keine übertriebene Hygiene, das ist auch schon länger bekannt, und Vorsorgeuntersuchungen sind natürlich auch immer eine gute Option, um Dinge, Auffälligkeiten zu besprechen, wenn man den Verdacht hat, dass eine Allergie im Raum steht, dann natürlich bei der Kinderärztin, und wenn die selber oder der Kinderarzt keine allergologische Versorgung anbietet, dann können das eben auch die Kollegen tun.

01:11:08: Speaker 2 Okay, super, also das heißt, das Immunsystem muss beschäftigt werden, das ist ja im Grunde genommen wie bei meinen Kindern auch, ja? Also wenn die so kompletten Leerlauf haben, ja, dann kommen die wirklich immer nur auf böde Gedanken, und machen irgendwie ein Quatsch, malen irgendwie die Tapete mit Farbstiften an, oder spielen irgendwie Schlammschlacht in der Badewanne, und genauso ist das mit dem Immunsystem, man muss ihm konkrete Aufgaben geben, man muss ihn den Dreck präsentieren, man muss ihm die Keime präsentieren, man muss ihn die Allergene präsentieren, damit es einfach lernt, hey, die sind total harmlos, das habe ich jeden Tag, ich kann mich chillen und muss jetzt keine übertrieben starken Reaktionen produzieren, richtig? Das hast du sehr schön beschrieben, genau. Okay, das kann ich mir jetzt richtig gut merken.

01:11:49: Speaker 2 Vielleicht an der Stelle ja auch nochmal, wir haben es gesagt, Hauptpflege ist wichtig, gerade bei Kindern mit Neurodermitis ja auch unverzichtbarer Teil der Behandlung. Ich fand es ganz spannend, Monique, du wirst es auch mitbekommen haben, weil es gab ja auch mal Jahre, in denen wir glaubten, dass alle Kinder, also auch gesunde Kinder, die keine Neurodermitis haben, davon profitieren, wenn wir sie von Geburt an jeden Tag einkremen, um quasi die Hautbarriere zu stärken und dadurch weniger Allergien und weniger Auftreten von Neurodermitis produzieren. Allerdings kamen dann wieder Studien raus, die gezeigt haben, dass das nicht unbedingt der Fall ist, dass wir ja heute nicht pauschal jeden Kind empfehlen, dass es von Geburt an jeden Tag eingekremmt wird. Herzis, es macht wirklich nur dann Sinn, wenn euer Kind auch wirklich Neurodermitis hat und dann sollte auch jeden Tag eingekremmt werden.

01:12:42: Speaker 2 Okay, aber nochmal zurück

01:12:44: Speaker 2 Thema Nahrungsmittelallergien, weil das fand ich auch super spannend, was du da gesagt hast. Und ich glaube, das ist für viele Herzis ehrlicherweise fast schon so ein bisschen kontraintuitiv oder wird irgendwie Beklemmung und Angstgefühle auslösen. Du hast gesagt, Eltern sollen ihren Allergie gefährdeten Kindern ganz bewusst, auch möglichst früh, Nahrungsmittel wie zum Beispiel Eimilch oder Erdnuss geben. Das heißt, das was man früher ganz oft gehört hat, oh, wenn dein Kind Neurodermitis hat oder ihr in der Familie Allergien habt, dann lass lieber Nahrungsmittel die Allergien auslösen können, weg. Das gilt heute nicht mehr, richtig?

01:13:21: Speaker 3 Genau, das ist richtig und eine sehr interessante Entwicklung, denn früher war es genau so und seit einiger Zeit, das ist gar nicht mehr so neu mittlerweile,

01:13:30: Speaker 3 raten wir tatsächlich gerade den Allergierisikokindern, bzw. deren Eltern die Beikost wirklich in diesem vulnerablen Fenster ab dem fünften Lebensmonat, bis aller, allerspätestens siebten Lebensmonat, je nach Reife zeichnen auch das Kind das, mit der Beikost-Einführung zu starten. Weil wir wissen, dass da einfach das wichtige Fenster ist, wo das Immunsystem sich toleranter zeigt und die Chance einfach höher ist, dass wenn jetzt das bestimmte Allergien toleriert wird, es eben auch langfristig toleriert wird vom Kind. Genau, und deshalb hat sich das geändert.

01:14:04: Speaker 2 Also ihr habt es gehört, liebe Herzis, gar nicht erst einreißen lassen, wenn das Kind einmal auf die Idee kommt, mit Stiften irgendwie die Tapete zu verzieren, dann wird es im Zweifel immer wieder machen und deswegen ist es eben wichtig, dass man davon anfang an dagegen hält und dem Immunsystem quasi früh die Nahrungsmittel zeigt und sagt, du kannst dich entspannen, du musst nicht allergisch reagieren.

01:14:24: Speaker 3 Ich würde ganz gerne noch hinzufügen, dass Einführung der Beikost nicht gleich bedeutend mit abstillen ist, das wird nämlich häufig verwechselt und das würde ich gerne noch einfließen lassen.

01:14:35: Speaker 2 Ganz wichtiger Punkt Monique, weil stillen ist ja ohnehin auch ein, eine wichtige Möglichkeit, wie wir das Risiko für Allergien ja bei Kindern reduzieren können, richtig?

01:14:45: Speaker 3 Genau, und deshalb bitte nicht verwechseln, die Einführung der Beikost bedeutet nicht, dass Mütter abstillen sollen oder jetzt die entsprechende Flaschennahrung nicht mehr gegeben werden soll.

01:14:57: Speaker 3 Stillen und Beikost kann sehr gut parallel laufen.

01:15:00: Speaker 2 Okay, ganz wichtiger Punkt, Danke Monique, dass du das nochmal klar herausgestellt hast. Wir sind auf jeden Fall pro stillen, wenn es euch möglich ist, tut ihr einem Kind auf jeden Fall damit etwas Gutes. Monique, das Thema Asthma ist ja ähnlich wie eine schwere Nahrungsmittelallergie, auch was das bei Eltern schiere Panik auslöst. Vielleicht kannst du einfach nochmal erklären, woran Eltern denn erkennen können, früh erkennen können, dass ihr Kind asthmatische Beschwerden hat.

01:15:30: Speaker 3 Genau,

01:15:31: Speaker 3 also da kann man auch Symptome achten, wie natürlich eine angestrengte Atmung, das kann aber auch der anhaltende Husten sein, der nicht so richtig verschwindet und vielleicht auch andere Erkältungssymptome wie Fieber fehlen. Das kann die Periodik sein, also tritt der Husten immer wieder in der bestimmten Saison auf, immer im Frühjahr oder wie bei der Gräserpollenallergie im Sommer oder beim Sport oder beim Toben. Das sind Asthma Symptome, die Eltern erkennen können und erkennen sollten und sich dann auch Hilfe und Grund an den Arzt fänden sollten, wenn sie diese bemerken.

01:16:07: Speaker 2 Ich kann es mir eben vorstellen, Monique, das tritt ja häufig auch in einem Alter bei den Kindern auf,

01:16:13: Speaker 2 wo ja auch häufig Atemwegsinfekte einfach vorhanden sind und die Kinder ohnehin zum Beispiel in der Wintersaison ständig am Husten sind. Aber es ist glaube ich ganz besonders wichtig, wenn euer Kind, liebe Herzis, unter Neurodermitis beispielsweise leidet oder bereits eine Nahrungsmittelallergie hat, der unter eben diese wiederkehrende Hustbeschwerden hat oder Atemwegsbeschwerden hat, dass man einfach im Hinterkopf behält, Moment, könnte das vielleicht auch eine allergische Ursache haben und eher in Richtung Asthma gehen.

01:16:40: Speaker 2 Also Monique, ich bin total froh, weil ich höre hier aus unserem Gespräch ganz klar raus, dass dieser atopische Marsch, wie wir ihn nennen,

01:16:46: Speaker 2 suggeriert ja, dass man an Punkt A anfängt, Kind hat Neurodermitis, und man zwangsläufig dann Ziel beim Asthma irgendwie rauskommt und man mal marschiert, also ganz rigoros und zwangsläufig immer in eine Richtung. Und dem ist ja zum Glück nicht so. Bitte fasst doch nochmal am Schluss für unsere Herzens zusammen, welche Möglichkeiten wir haben, um einfach das Risiko zu reduzieren, dass unsere Kinder ein oder mehrere Allergien in der Folge entwickeln.

01:17:12: Speaker 3 Also das hast du schon sehr gut gesagt. Fakt ist einfach, es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das entstehen von Allergien begünstigen, und wir haben einfach nur begrenzt Einfluss auf einige dieser Faktoren. Und bei der Neurodermitis ist es eben, dass uns bewusst ist, dass wir die Haut konsequent pflegen, dass einer möglichst ausgewogene Ernährung ebenfalls dazu beiträgt, dass das Immunsystem gut beschäftigt wird. Wir können auf eine rauchfreie Umgebung setzen, nicht nur für unsere eigene Gesundheit, sondern auch für die unserer Kinder. Aber es gibt eben auch einfach Bereich, die könne nicht beeinflussen. Und wenn

01:17:49: Speaker 3 es vielleicht schon ein allergisches Asthma besteht, ist es einfach auch eine gute Idee, wirklich konsequent die Asthma-Medikamente anzuwenden.

01:17:56: Speaker 3 Kortison ist nicht immer unser Gegner, vor allem nicht in der Asthma-therapie, wir sprechen hier von niedrigen Dosen, die einfach konsequent angewendet werden müssen, um die Entzündung zu reduzieren, eine Allergie ist immer eine chronische Entzündung und die gilt es einfach auch entsprechend zu behandeln. Und Message an die Eltern, wenn ich den Verdacht habe, dass bei meinem Kind oder vielleicht auch bei mir selber oder meinem Partner Allergiesymptome auftreten, diese wirklich frühzeitig ernst zu nehmen, sich mit dem Arzt auseinanderzusetzen und zu schauen, okay, passt da wirklich die medizinische Geschichte, also die Anamnese zu den mit den geschilderten Symptomen und ist eine Diagnostik sinnvoll oder nicht? Und dann, wenn wirklich die Allergiediagnose besteht, zu schauen, was sind unsere Behandlungsoptionen, wie wollen wir es angehen, womöglichst schnell eine langfristige Linderung der Beschwerden zu erreichen? Und

01:18:50: Speaker 3 eben die Botschaft bitte, bitte nicht aussitzen und hoffen

01:18:53: Speaker 3 Allergie und Allergiesymptome ernst nehmen

01:18:56: Speaker 3 Alter bei Behandlungsbeginn spielt einfach sehr wohl eine Rolle auch bei dem Outcome. Deshalb früh handeln wohnt sich.

01:19:04: Speaker 2 Super

01:19:05: Speaker 2 schön, dass du das nochmal gesagt hast, liebe Monique. Gerade wir als Eltern, wir haben einfach so viele Möglichkeiten, wie wir die Gesundheit unserer Kinder positiv beeinflussen können. Auch wenn in Anführungszeichen ein bisschen genetisches Pech vielleicht weitergegeben wurde, dass man ein Allergierisiko hat, so können wir eben doch im Alltag dazu beitragen, das Allergierisiko zu reduzieren für unsere Kinder, damit die langfristig gesund sind. Liebe Monique, ich danke dir ganz, ganz herzlich für deine Expertise und deine vielen tollen Tipps, die du heute mit uns und den Herzens geteilt hast.

01:19:38: Speaker 3 Ich danke euch ebenfalls und dir Tatjana und ich glaube, nächste Woche sehen wir uns schon wieder.

01:19:43: Speaker 2 Oh,

01:20:04: Speaker 2 Der Haut- und Herz-Podcast wird produziert von Cepia. Die Redaktion übernehme ich Tatiana Braun. Moderiert wird von Felix King. Aufnahmeleitung hat Florian Brehsemmler. Die Musik stammt von Felix King und Luke Larson. Ein besonderer Dank geht an die deutsche Stiftung Kinder der Matologie und die B-Braun-Stiftung. Und natürlich möchten wir dir danken für dein Interesse und dafür, dass du Teil unserer Community bist. Hast du Fragen, Anregungen oder Feedback? Dann kontaktiere uns gerne über den Feedback-Link in den Schoen-Mails. Für weitere wertvolle Tipps abonnier unseren Newsletter Kinderhaub-Kompass. Ansonsten findest du uns jederzeit auf Instagram unter Kinderhaut-Docs. Bis zum nächsten Mal und alles Liebe. Dein Team von Haut und Herz.

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