#125 Kleine Creme-Kunde (2/3): Was ist wirklich drin in Kindercremes? - mit Ying Hösl
Shownotes
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Ihr steht vor dem Regal, dreht die Tube um und lest Begriffe wie Aqua, Glycerin oder Paraffinum Liquidum, die ihr im Zweifel noch nie gehört habt. Vorne verspricht die eine Creme, besonders sensitiv zu sein, die nächste wirbt mit „ohne Parabene, ohne Silikone, ohne Mineralöl“, und im Kopf spukt noch der Beitrag aus dem Netz, der genau vor diesen Stoffen gewarnt hat. Hat euer Kind Neurodermitis oder sehr empfindliche Haut, wiegt die Entscheidung doppelt, denn gecremt wird ja jeden Tag. Dass ihr da ins Grübeln kommt, zeigt vor allem eins: Ihr wollt es richtig machen.
Ying Hösl ist Ingenieurin, entwickelt selbst Hautpflege und klärt seit Jahren in den sozialen Medien über Kosmetik und Inhaltsstoffe auf. Mit Tati geht sie eine Kindercreme einmal von vorne bis hinten durch: was die Reihenfolge auf der Rückseite verrät, was hinter Angaben wie sensitiv, hypoallergen oder dermatologisch getestet steckt und welche Rolle Duftstoffe, Parabene, Silikone und Mineralöl für Kinderhaut spielen. Außerdem geht es um die Frage, ob Naturkosmetik die bessere Wahl ist, warum Tati und Felix beim Thema Mineralöl regelmäßig diskutieren und wie Ying selbst für ihr Kind mit Neurodermitis auswählt. Damit steht ihr, liebe Herzis, beim nächsten Einkauf mit klarem Kopf statt mit Bauchgrummeln vor dem Regal 🤍
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Transkript anzeigen
Tati: Hallo und herzlich willkommen, liebe Herzis, zu einer neuen Folge von Haut und Herz, eurem Lieblingskinderhaut-Podcast.
Tati: Okay, also eigentlich wollte ich ja nur eine Creme für mein Kind kaufen, aber dann drehe ich die Packung und da kommen auf einmal so Worte, die kann ich überhaupt nicht aussprechen. Aqua, Glycerin, Paraffinum, Liquidum, alles Begriffe, die ich im Zweifel als Eltern noch nie gehört habe. Jetzt ist natürlich die Frage, muss ich denn das alles verstehen, was da hinten auf der Kindercreme drauf steht? Sind vielleicht allgemein weniger Innenholstoffe besser oder ist mehr mehr?
Tati: Was ist denn mit so bestimmten Inhaltsstoffen, über die man immer wieder liest wie Parabene, Silikone, Mineralöl, ist das wirklich so schlecht für Kinderhaut oder ist das Quatsch?
Tati: Vorne versprechen die Cremes sehr oft, so was wie besonders sensitiv zu sein oder Hypoallergen, sprich für allergiebetroffene, kindergeeigene zu sein, dermatologisch getestet, sprich da war irgendwie ein Hautarzt involviert und hat gesagt, jawohl, die ist gut oder natürlich. Das steht ja meistens vorne auf der Packung und gibt vielen von uns ja irgendwie das Gefühl, ja, das ist bestimmt für Kinder eine richtig gute Creme. Aber was wirklich hilft dabei bei der Auswahl? Genau diese Fragen, liebe Herzis, kläre ich heute
Tati: mit Ying Hösel. Sie ist Ingenieurin, hat sich in Cosmetic Science weitergebildet und entwickelt selbst Hauptpflege. Als De-Skin-Geneurin klärt sie auf Social Media schon seit Jahren über Kosmetik und Inhaltsstoffe auf. Ying, ich freue mich riesig, dass du heute wieder bei uns im Studio bist und wir zusammen über dieses spannende Thema sprechen.
Ying: Hi, freut mich sehr.
Tati: Jetzt habe ich die Creme in Hand, ich drehe die und da steht eine lange Liste an Worten. Was von dieser Inhaltsstoffliste ist denn wirklich für uns Eltern relevant?
Ying: Also ich würde vielleicht gar nicht auf der Rückseite anfangen, sondern auf der Vorderseite. Und so ist es ja meistens auch, wenn man ins Regal greift. Und da kann man, glaube ich, schon einiges ausschließen, was jetzt nicht den persönlichen Präferenzen und Werten entspricht. Und erst dann macht es wahrscheinlich einen Sinn, einen Blick nach hinten zu werfen. Aber wenn man dann bei dieser Liste angekommen ist, du sagtest ja schon, Aqua ist meistens der erste Inhaltsstoff, der einem dann entgegenblickt.
Ying: Das ist ja die Zusammensetzung des Produkts, die da hinten als Inhaltsstoffliste aufgeführt wird. Und hauptsächlich ist es so, dass vorne die Inhaltsstoffe drinstehen, die überwiegend enthalten sind und dann absteigen nach dem Gewichtsanteil dann die Inhaltsstoffe, die ein bisschen weniger im Produkt drin sind. Das heißt, so was wie Parfum zum Beispiel schiebt dann eher weiter hinten. Und man muss auch nicht alles verstehen, was da drin ist. Also klar, der erste Inhaltsstoff ist Wasser, Aqua. Und da ist es
Ying: Zum Beispiel wichtig bei Wundschutzcremes, dass man darauf achtet, dass das nicht als erster Inhaltsstoff auftaucht. Denn wenn es als erster Inhaltsstoff auftaucht, heißt es, es ist ein überwiegend wässriges Produkt, was auch bei den meisten Fällen super sinnvoll ist. Aber bei einer Wundschutzcreme haben wir eher eine fettige Basis mit Zinkoxid. Zinkoxid sollte auf jeden Fall drin sein und eher etwas, was wasserabweisend ist. Von daher.
Ying: Nur bei der Wunschschutzcreme drauf achten, dass Aquanicht an erster Stelle steht.
Tati: Okay, habe ich verstanden?
Tati: Die Inhaltsstoffe, auf der Rückseite in dieser Inhaltsstoffliste ganz am Anfang stehen, die sind in größerer Menge enthalten und was am Ende steht, nur ein ganz bisschen drin. Aquawasser sagst du ist häufig gut, weil dann lässt es sich schön verteilen und zieht gut in die Haut ein und spendet Feuchtigkeit. Das ist schon mal prima. Gibt es denn andere Inhaltsstoffe, jetzt sprechen wir nicht von Wundschutzkümmen, sondern allgemein, sage ich mal Hautpflege.
Ying: Mhm.
Tati: Gibt es denn Inhaltsstoffe, wo du sagst, die sollten in einer guten Pflegecreme bei Kindern drin sein? Und wenn ja, woran erkenne ich die als
Ying: Vielleicht ganz kleine Korrektur. Das Wasser selber ist nicht unbedingt feuchtigkeitsspendend für die Haut, aber in einem wässrigen Produkt können Wirkstoffe gut gelöst sein, die die Haut gut feucht halten. Zum Beispiel Glycerin, zum Beispiel Urea, zum Beispiel Hyaluronsor ist eher so was für Erwachsene, da ist nicht unbedingt ein Kinderprodukt drin. Aber Panthenol ist zum Beispiel etwas, was sehr, gut pflegt und auch wundheilungsfördernd ist.
Ying: Dann haben wir Alan Tuin, ich sehr, sehr gerne. Ich sage immer, ist die sanfte Schwester von Uria. Die ist auch sehr feuchtigkeitsspendend, aber Uria kann halt in höheren Konzentrationen eher brennen auf der Haut. Und das sind aber so die Goodies, sage ich mal, die in der Creme vorteilhaft sind, stehen meistens auch vorne auf der Verpackung drauf, weil die
Ying: Marken dann damit werben, dass etwas drin ist, gerade sowas wie Pantinol oder Urea. Bei Urea steht da meistens sogar der Prozentanteil mit drauf, 5%, 10%. Das heißt, da muss man nicht unbedingt auf der Rückseite der Verpackung suchen, sondern kann sich vielleicht schon an den Werbeaussagen orientieren, die auch wahrheitsgemäß sein müssen. Also da darf nicht Pantinol draufstehen, ohne dass Pantinol drin ist. Da sollte man sich schon drauf verlassen können. Aber es gibt jetzt keine Inhaltsstoffe, wo ich sage, wenn das nicht drin ist, dann bringt die Creme nichts.
Tati: ganz klar, liebe Herzis, es gibt Inhaltsstoffe, die einfach erwiesenermaßen gute pflegende Eigenschaften haben. Du hattest erwähnt Glycerin, hattest Orea, also Harnstoff erwähnt, du hattest Pantinol und Allantoin, einfach mal als ein paar Beispiele genannt, die häufig in Kinderpflegecremes enthalten sind und die sowohl aus deiner Sicht als Kosmetikersteller und Ingenieurin sinnvoll sind und auch von mir als Dermatologin sozusagen das Go bekommen. Gibt es denn umgekehrt Inhaltsstoffe,
Tati: wenn die drin sind, würde ich das meinem Kind eher nicht kaufen, die sollte man vermeiden.
Ying: Wir haben in der Sonnenschutzfolge auch schon drüber gesprochen.
Tati: Ich kann gar nicht genug mit dir darüber sprechen.
Ying: Die fiesen Duftstoffe, sag ich mal. Und während bei Sonnencremes, also ich hab sehr, lange keine Kindersonnencreme gefunden, noch Parfum oder Duftstoffe drin sind. Aber bei normaler Pflege ist das schon leider noch häufig vertreten. Und warum sollte man jetzt so ein Babypuppo oder ein Kinderarm irgendwie parfümieren wollen?
Ying: Also wenn man das mag, und wenn das Kind das auch mag, je nach Alter kann es ja da schon mitbestimmen, dann kann man das auf jeden Fall gerne mit benutzen. Produkte, parfümiert sind, man benutzt davon ja auch nicht so viel wie Sonnencreme von der Menge her. Aber wenn man empfindliche Haut hat, wenn man weiß, das Kind hat schon bestimmte Allergien, Duftstoffe sind nun mal einer der häufigsten Kontaktallergien, und da würde ich versuchen, darauf zu verzichten. Meistens steht es dann auch vorne schon drauf, parfumfrei.
Ying: Oder man guckt hinten drauf, dass da Parfum oder Fragrance nicht als Inhaltsstoff vorkommt. Und normalerweise, wenn da kein Parfum drin ist, da auch keine Duftstoffe drin. Weil meist Parfum dann eher noch ein Zusatz, den Duft abzurunden, der schon vorhanden ist.
Tati: Okay super, das bedeutet Duftstoffe haben keinen Mehrwert für die Haut.
Ying: Mh-mh.
Tati: Allenfalls führen sie dazu, wenn die Kinder älter sind, sie sagen, das riecht so schön, Creme, dass sie sie dann lieber verwenden. Aber sie haben keine Vorteile für die Haut und können bei manchen Kindern, insbesondere dann, wenn sie sensible Haut haben oder geschädigte Haut, zum Beispiel durch Neurodermitis, zu Kontaktallergien und zu Hautreizungen führen. Und da würde man dann ein Produkt haben, wo drauf steht, kein Parfum und wo auch keine Duftstoffe enthalten sind. Richtig?
Ying: Genau, es hat keine direkten Vorteile für die Haut. Ich bin aber auch niemand, der sagt, 0 % Duft. Weil wenn es einem Kind oder einem älteren Kind irgendwie dazu motiviert, sich öfter einzucremen, auch wenn es Neurodermitis hat, da muss man sich ja erst recht öfter eincremen und der Duft hilft dabei, dann nimm ruhig den Duft, wenn man das gut verträgt. Bin ich voll dafür.
Tati: Das mag ich einfach so gerne
Tati: bei dir, Ying, weil du wirklich so ganz pragmatisch im Umgang bist. Weil es stimmt natürlich, du sprichst es ja darauf an. Ich erinnere mich, du hattest in letzten Folge erzählt, dass ja dein Kind auch leider unter Neurodermitis leidet. Und du weißt selber aus erster Hand, wie wichtig es ist, dass die Kinder tagtäglich eingecremt werden mit Pflegecreme als Teil der Basistherapie. Und dass Kinder, wenn sie älter werden, dann aber auch häufig keinen Lust haben. Und dann geht es eben vielmehr darum, wie finde ich eine Creme, die mein Kind gerne anwendet und wenn da eben Duftstoffe enthalten sind.
Tati: dann muss man so ein bisschen da in den sauren Apfel beißen und kann das auch mal versuchen. Außer Duftstoffen gibt es irgendwas wo du sagst, absolutes No-Go für Kinderhaut im Pflegecremes.
Ying: Ich würde sagen nein. Vielleicht spielst du auf bestimmte Stoffgruppen an, die oft etwas verteufelt werden, wo da auch viel Angst und Panikmache leider im Netz unterwegs ist, die auch einen so bisschen verunsichern können. hab's ganz oft, dass Mütter mich auch anschreiben, ich weiß gar nicht mehr, was ich für mein Kind verwenden kann, weil sie eben so verunsichert sind. Und es tut mir eben so leid, weil es auch so unnötig ist einfach.
Ying: Wir haben es schon besprochen, Kosmetika sind reguliert in der EU. Da muss jedes Mal eine Sicherheitsbewertung erfolgen. Egal, für ein Produkt es ist, sofern es unter Kosmetika fällt. Und auch solche Sachen wie zum Beispiel Silikone, bin ich eigentlich voll der Fan von. Das wird ja auch in der Medizin für Narbenpflege usw. verwendet. Und es hilft sehr, die Haut feucht zu halten, spricht überhaupt nichts dagegen, ist nicht schädlich für die Haut.
Ying: Auch Mineralölbestandteile. Mineralölbestandteile, gerade für Neurodermitis-Patienten oder eben Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut, kann das sogar vorteilhaft sein, weil eine Creme eben immer eine wässrige Basis braucht und auch ölig Bestandteile, damit sie unsere Haut gut pflegt. Also ein rein wässriges Produkt würde nicht ausreichen. Es müssen immer beide Komponenten hinzukommen.
Ying: die Haut ausreichend zu pflegen. Und oft werden auch pflanzliche Öle, pflanzliche Fette eingesetzt. Da gibt es auch super wertvolle, also da gibt es auch richtig gute, zum Beispiel Schia Butter, kennen viele, das ist wirklich sehr reichhaltig und pflegend. Aber der Nachteil ist eben, dass bei pflanzlichen Fettsäuren teilweise es erstens direkte Allergien gibt und die auch photosensibilisierend wirken können.
Ying: weil die unter UV-Strahlung eher zerfallen können als z.B. mineralische Bestandteile, Mineralöl-Bestandteile. Und die sind auch an sich einfach sehr allergiearm und sehr mild zur Haut und haben auch die höchste Fähigkeit, den Wasserverlust der Haut zu reduzieren im Vergleich zu z.B. Jojobaöl. Also das Mineralöl wirklich einfach weit überlegen.
Ying: Gerade bei empfindlicher Haut, Neurodermitis-Patienten gibt es überhaupt nichts, was gegen Mineralölbestandteile in CREMS spricht.
Tati: Lieber Felix an dieser Stelle, ich hoffe du hörst uns zu aus dem schönen Frankreich, wo du gerade Urlaub machst. Weil, herzlichen Dank, wisst es, Felix und ich, in jeder dritten Folge streiten uns so ein bisschen bei der Frage Mineralöl ja oder nein. Felix bringt völlig zurecht auch immer wieder ökologische Aspekte sozusagen mit in die Diskussion. Aber wenn es jetzt rein die Hautverträglichkeit und die pflegenden Eigenschaften geht, da bietet Mineralöler Paraffin eben viele Vorteiligen. Du hast sie gerade angesprochen, extrem Reiz.
Tati: allergiearm, gleichzeitig aber sehr sehr gut feuchtigkeitsspeichernd. Also liebe Herzis, es obliegt euch natürlich für was ihr euch entscheidet, aber rein aus Sicht der Hautgesundheit und sozusagen der Kosmetikseite ist Mineralöl nicht schädlich.
Ying: Ich kann auch den ökologischen Aspekt sehr, gut nachvollziehen. Ich habe zufällig meine Masterarbeit in Verfahrenstechnik über Bio-Raffinerie geschrieben, wo es eben auch darum geht, statt aus Erdöl, aus Biomasse, Chemikalien herzustellen. also der größte Faktor ist auf jeden Fall die Energieerzeugung, was Mineralöl basiert ist.
Ying: Und bei einer Kosmetikcreme sind das ganz andere Dimensionen von Mengen, über die wir das sprechen. Und es wird eben auch nicht in CO2 und in Treibhausgase umgewandelt. Ich bin total dafür, dass unsere Kosmetik auch mit unseren Werten übereinstimmen muss. Also Konsum ist ja kaum noch von Haltung zu trennen. Also man kann auch gerne auf vegan oder tierstofffrei usw. achten. Bei seiner Kosmetik bin ich voll dafür.
Ying: Aber ich würde tatsächlich den ökologischen Aspekt bei Mineralölbestandteilen und Kosmetika größtenteils ausklammern.
Tati: Okay, super. Felix, dickes Bussi an der Stelle. Okay, also wir haben schon gehört, Silikone sind kein Thema, Mineralöl auch nicht. Parabene, das finde ich, das ist ja was, das kursiert ja irgendwie schon seit Jahrzehnten und wird immer dick und fett auf den Packungen drauf gedruckt. Was ist das mit Parabenen? Sind die schlecht, sind die gut? Wie können wir uns da als Eltern orientieren?
Ying: Ich denke, Parabene ist so die größte Verleumdung der Kosmetikgeschichte. Ich glaube,
Tati: Mhhh.
Ying: Marketing lebt eben auch davon, irgendwie immer mal so einen Sündenbock zu haben. Und Angstmarketing funktioniert halt leider sehr, gut, wenn man Angst vor etwas schürt, dann eine Alternative anzubieten. Also das ist leider ein Mechanismus, der sehr, gut funktioniert. Und es gibt auch nichts, was dagegen spricht, Alternativen zu Parabenen zu verwenden.
Ying: Vielleicht erst mal angefangen, warum überhaupt Parabene? Parabene ist ein Konservierungsmittel und diese sind sehr, sehr sinnvoll und wichtig in der Kosmetik, weil wir haben gelernt, wir haben Wasser in dem Produkt, haben Fette und andere organische Bestandteile, die gutes Bakterienfutter sind. Und wir wollen natürlich vermeiden, dass das zu einem Gesundheitsrisiko wird und da sich Dinge vermehren, Mikroorganismen, die wir nicht haben wollen.
Ying: Das heißt, es macht durchaus Sinn, ein Kosmetikum zu konservieren. Und das ist auch in so kleinen Konzentrationen enthalten, dass es weder uns selber noch unser eigenes Mikrobiom stören würde. Also es ist wichtig, sinnvoll und sicher. Gerade Konservierungsmittel haben auch eine eigene Regulatorik nochmal, bei der sie besonders streng in der Zulassung sind und in der Sicherheitsbewertung. Und Parabene werden seit über 80 Jahren in der Kosmetik verwendet. Das heißt, sie haben wir haben sehr, viele Daten.
Ying: zu Parabenen. Und sie haben auch ein sehr, hohes Sicherheitsprofil. Bei neueren Stoffen ist halt immer die Sache, ja, es gibt eine genaue Betrachtung. Aber man hat natürlich noch nicht so viele Daten gesammelt wie bei bewährten Stoffen. Und Parabene haben eben ein sehr, sehr niedriges Allergiepotenzial. Es gibt Allergien gegen Parabene, das muss man sagen. Die können ja so ein bisschen in die Stoffklasse zu auch Salicylsäure und Aspirin. Das heißt, wenn man da eine Allergie kennt, sollte man vielleicht auch bei Parabenen vorsichtig sein.
Ying: Aber wenn man das nicht hat, sind die super effizientes und verträgliches Konservierungsmittel.
Tati: Okay, also es gibt keinen medizinischen Grund, auf Parabene pauschal zu verzichten, außer aber man hat wirklich konkret eine Allergie auf eine dieser Parabenenstoffe und die ist bekannt, dann sollte man es vermeiden, aber sonst gibt es gar keinen gesundheitlichen Grund, das zu tun, richtig?
Ying: Genau.
Tati: Okay.
Tati: Mega! Also das heißt, bei vielem, was da vorne auf der Packung steht, ohne Parabene, ohne Silikone, ohne Mineralöle, das würdest du eher sagen, ist eher geschicktes Marketing und man muss nicht Angst haben als Eltern vor diesen Stoffen.
Ying: Genau, also man muss jetzt nicht zu einem Produkt greifen, wo ohne XYZ in zehn verschiedenen Ausführungen drauf steht, damit auf keinen Fall irgendwas drin ist, was im Zweifel steht. Darum müssen wir uns keine Sorgen machen.
Tati: Perfekt. Was ist denn wiederum davon zu halten, wenn so was drauf steht wie sensitiv oder hypoallergen oder dermatologisch getestet? Würdest du sagen, wenn das auf der Packung steht, dann muss ich mich gar nichts anderes mehr scheren, muss auch nicht mehr hinten die Inhaltsstoffliste durchgehen, weil dann bin ich automatisch safe als Eltern? Wie ist es mit diesen Claims?
Ying: Gehen wir vielleicht eins nach dem anderen durch, weil die unterscheiden sich durchaus. Erstmal sensitiv, prinzipiell ein erstrebenswertes Ergebnis, aber der Begriff sensitiv ist leider nicht reguliert im Vergleich zu vielen anderen Begriffen.
Ying: Also ja, es ist cool, wenn eine Marke sagt, ich mache jetzt eine Sensitivreihe, ein Sensitivprodukt, aber da lohnt es sich schon, nochmal drauf zu gucken, ist es tatsächlich mild?
Ying: sei es Duftstoffe oder auch bei einem Reinigungsprodukt eventuell, dass da eher milde Tenside drin sind. Da können wir vielleicht auch noch paar Infos dazu schreiben, welche Tenside eher mild sind und welche nicht. Aber ja.
Tati: Das machen wir super gerne im
Tati: Newsletter. Liebe Herzis, im Kinderhaut Kompass. Wenn ihr noch nicht abonniert habt, findet ihr den Link dazu in den Show Notes. Genau da schreiben wir euch so wertvolle Infos rein. Gute Ideen.
Ying: Genau, wie gesagt, sensitiv ist nicht reguliert. Da lohnt es sich nochmal selber genauer drauf zu gucken, wobei das Ergebnis sensitiv natürlich erstrehmenswert ist. So, dann hatten wir noch Hypoallergen. Da vielleicht nochmal ganz kurz auch zu dem Duft oder zu Parfüm. Es gibt auch Parfüm, ist ja eine Mischung aus Duftstoffen am Ende. Was ich als Duftstoffe bezeichne, sind immer die Deklarations.
Ying: Duftstoffe. Es gibt vom Deutschen Bundesamt eine Liste aus ungefähr 80 Duftstoffen, die ein erhöhtes Allergenrisiko haben. Aber es gibt natürlich auch noch andere Stoffe, die duften, aber nicht in diese Kategorie fallen. Das heißt, man kann durchaus ein hypoallergenes Parfum kreieren und dann sieht man eben nur, dass Parfum draufsteht, aber ohne weitere Duftstoffe. Wenn man
Ying: unbedingt in diese Nische möchte, weil man unbedingt duft möchte, aber fast nichts verträgt, dann kann man darauf achten. Aber ansonsten ist es jetzt keine Sache, wo man in der Masse darauf achten müsste.
Tati: Heißt auch, wenn mein Kind gesunde Haut hat, dann ist auch ein parfümiertes Pflegeprodukt okay. Habe ich dich da richtig verstanden?
Ying: Genau. Und wenn man jetzt eine Allergie hat, kann man sich auch nicht darauf verlassen, dass bei Hypoallergien genau die Allergene ausgeschlossen sind, auf die man reagiert, weil es gibt ja fast unendlich viele individuelle Allergien. Da sind wahrscheinlich die abgedeckt, die eine relativ hohe Häufigkeit haben, aber eben nicht alle und auch nicht individuell.
Tati: Okay, also heißt das, wenn mein Kind unter Allergien leidet oder vielleicht zum Beispiel Neurodermitis hat und deswegen einfach ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Allergien hat, dann macht es Sinn, sich nicht nur auf Hypoallergen zu verlassen, sondern konkret zu gucken, ist der allergieauslösende Stoff, der bei meinem Kind bekannt ist, in dem Produkt enthalten und dann sollte ich es natürlich nicht kaufen.
Ying: Genau. Und leider weiß man ja auch nicht immer, welche Stoffe man konkret reagiert. Und das ist ein sehr langer Weg, herauszufinden. Und es gibt auch nicht so viele hypoallergene Produkte. Also es macht keinen Sinn, speziell danach zu suchen. Und selbst wenn man Allergen hat, kann man auch ein normales Produkt kaufen, wo es nicht unbedingt drauf steht, solange man es gut verträgt.
Tati: Okay, darf ich dich mal ganz persönlich fragen, wie machst du das denn bei deinem Kind mit Neurodermitis? Also mit den
Ying: Ich...
Tati: potentiellen Kontaktallergenen.
Ying: Ich suche jetzt nicht speziell nach Hypoallergen, aber ich achle durchaus, dass es duftstofffrei ist, dass es auch sonst dem Kind gut gefällt, von der Textur her die Creme. Aber da benutzen wir eigentlich viele Sachen, wo jetzt nicht unbedingt ein Hypoallergen-Label draufsteht.
Tati: Okay, das beruhigt ja auch nur mein Herz.
Ying: Haha.
Tati: Und was ist jetzt, bin ich echt gespannt, mit dermatologisch getestet. Schließlich Hautärzte, die wissen ja immer sehr, sehr gut Bescheid. Was
Ying: Mhm.
Tati: bedeutet dieses Label?
Ying: dermatologisch getestet bedeutet, dass es tatsächlich an Probanden getestet wurde. es ist schon, dass da ein Testverfahren dahinter steht. Zum Beispiel man hat dieses Produkt zehn Probanden hinten auf dem Rücken aufgetragen und es ist keine Reaktion entstanden.
Ying: Das heißt schon mal, ja, dieses Produkt brennt nicht bei jedem, aber es muss nicht unbedingt heißen, es ist bei dir individuell nicht auch
Ying: genauso mild ist. Das ist wieder so die Koks, wenn man eine empfindliche Haut hat, eine Nischenallergie, dann bringt auch dieses Lebel leider nichts.
Tati: Okay, aber es ist schon mal ein erster Hinweis, dass das Produkt zumindest von einer gewissen Anzahl an Menschen, Probanden hast du gesagt, in Versuchen, dass es gut vertragen wurde. es kann schon mal ein Hinweis in die richtige Richtung sein, ist aber keine Garantie, dass mein Kind es auch wirklich verträgt.
Ying: Genau, erstens das und zweitens ist es für mich auch nicht unbedingt ein Kriterium, dass das unbedingt gemacht werden muss bei einem Produkt, auch bei der Produktformulierung guckt man ja schon, dass milde Inhaltsstoffe zusammenkommen und dass es von sich aus einfach schon so formuliert ist, dass es natürlich nicht hautreizend ist. Und das dann nochmal bestätigen zu lassen, kann man machen, aber ich muss jetzt nicht unbedingt das Label auf ein Produkt sehen, es zu kaufen.
Tati: Ja klar, weil meine, das wirst du ja, du stellst ja selber auch deine eigene Kosmetik her. Du hast
Ying: Ja.
Tati: natürlich gar kein Interesse daran, dass deine Produkte nicht vertragen werden, oder? Weil ich meine, dann wird's einmal gekauft und dann nie wieder.
Ying: eben, dann kauft es keiner mehr.
Tati: Und dein Image ist dahin, also das ist Brand. Deswegen hast du natürlich völlig recht. Ich hab mal gehört, stimmt das? Das wenn dermatologisch getestet, dass es rein offiziell einfach nur heißt, dass ein Dermatolog, sprich ein Hautarzt sozusagen, diesen Versuchen anwesend sein muss. Oder ist das wirklich ein Hautarzt, der sich dahinstellt?
Tati: und die Creme aufträgt und die Tests macht. Weißt du das?
Ying: Das sind meistens Labormitarbeiter, die dieses Testverfahren durchführen. glaube, ist schon so, dass ein Dermatologe am Ende den Bericht unterschreiben muss. Ich hab das auch schon mal gemacht. Man bekommt einen schönen Bericht und sieht die einzelnen Probanden. Dann steht darauf, welche Reaktion sie hatten oder nicht hatten. Am Ende ist eine Unterschrift drauf von einem Dermatologen. Aber der muss nicht unbedingt diesen Versuch selber durchgeführt haben, was nicht zwingend notwendig ist. Eine Creme auftragen muss keine dermatologische Fähigkeit mit sich bringen.
Tati: Okay. Und es bezieht sich aber auch wirklich nur auf die Verträglichkeit. Das heißt jetzt nicht automatisch dermatologisch getestet, da sind Inhaltsstoffe drin, die der Hautarzt
Ying: Nein.
Tati: besonders hautpflegend oder eben als positiv bewertet. Korrekt?
Ying: Es bezieht sich rein auf die Verträglichkeit.
Tati: habe ich verstanden. Super, also da habe ich selber jetzt wieder viel dazugelernt und ich freue mich auch, dass du sagst, man kann sich auch auf diese Aussagen auf der einen Seite verlassen und auf der anderen Seite klar, wenn ich aber jetzt ein Kind habe mit einem bestehenden Hautproblem, dann sollte ich selber als Eltern noch mal mir die Mühe machen, noch mal gezielt zu gucken, was ist wirklich drin und was sollte nicht drin sein. Ganz allgemein, Ying,
Tati: Würdest du sagen, Naturkosmetik ist besser als, ja was ist eigentlich das Gegenteil von Naturkosmetik, von konventioneller Kosmetik? Wie siehst du das?
Ying: konventionelle. Ist, glaube ich, nicht so
Ying: eine ganz faire Gegenüberstellung der Begrifflichkeit. Ich habe auf diese Frage schon gewartet. Ich bin ja persönlich kein großer Fan von Naturkosmetik, in Klammern,
Tati: Ich auch, echt.
Ying: mehr. Also ich glaube, viele, die sich mit Hautpflege intensiver beschäftigen, haben irgendwann mal diese Phase der Naturkosmetik, weil es ist ja emotional schon einfach sehr ansprechend zu sagen,
Tati: Total!
Ying: Naturkosmetik und dann mache ich alles richtig.
Ying: Aber es ist eben ein Kriterienkatalog. Also erstens Naturkosmetik, Begriff ist nicht geschützt. Ich habe auch schon Naturkosmetik gesehen mit Inhaltsstoffen, wo ich denke, die Allgemeinheit würde das jetzt nicht als Naturkosmetik betrachten. Aber erstens das. Und zweitens, es gibt Siegel, verschiedene, die Naturkosmetik zertifizieren und die haben einen Kriterienkatalog. Da steht drin, was darf rein, was darf nicht rein und so.
Ying: Der Großteil bezieht sich darauf, dass die Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein müssen, also nicht synthetisch hergestellt werden dürfen, wobei es da auch Ausnahmen gibt. Zum Beispiel, wenn der Stoff naturidentisch ist, dann dürfte er trotzdem synthetisch hergestellt werden. Nur so ganz kurz als Ausflug. Aber die Haut kann nicht erkennen, welcher Quelle die Bestimmte, die Inhaltsstoffe stammen. Also wenn es der gleiche Inhaltsstoff ist, erstens
Ying: ist es für die Haut egal, ob synthetisch oder Natur. Und natürlich ist jetzt auch nicht unbedingt nachhaltiger, weil manche muss dafür ein paar Tropfen ätherische Öle, Felder von Monokulturen anbauen, während man das in Labor super effizient und ressourcenschonend herstellen könnte. Also auch
Tati: Interessanter Punkt.
Ying: da würde ich nicht sagen, ist Naturkosmetik vorteilhaft.
Ying: Und diese Kriterien aus diesem Katalog von diesen Naturkosmetik-Zertifikaten entspricht jetzt auch nicht unbedingt meinem Kriterien, was ich für hautfreundlich empfinde. Weil sowas wie zum Beispiel den angesprochenen ätherischen Ölen würde ich halt vermeiden, dass die auf meine Haut kommen. Diese Naturkosmetik aber erlaubt. Und einige Konservierungsstoffe, wie wir vorher gesprochen haben, sind zum Beispiel nicht erlaubt.
Ying: Und da sind dann alternative Konservierungssysteme gefragt, wie zum Beispiel ein hoher Anteil an Alkohol, was dann
Tati: Mmh.
Ying: auch wieder nicht unbedingt hautfreundlich ist. Es gibt auch super gute Naturkosmetik, die es schaffen, beides zu vereinen, die dann nur die Inhaltsstoffe naturbasiert nehmen, die auch hautfreundlich sind. Aber da ist man eben sehr, sehr, viel eingeschränkt. Und wir hatten ja auch schon über Mineralölbestandteile gesprochen, die besonders bei empfindlicher Haut wieder vorteilhaft sind. Und
Ying: Ja, also wenn man die gut verträgt und das irgendwie so sein Ding ist, Naturkosmetik zu verwenden, kann man das auf jeden Fall machen. also bitte nicht die Lieblingscreme wegschmeißen, nur weil wir jetzt hier etwas über Naturkosmetik diskutieren. Aber als erste Anlaufstelle, wenn ich etwas für Kinderhaut suche, etwas für empfindliche Haut, dann würde ich tatsächlich Naturkosmetik eher meiden, weil die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass es hautreizend ist als bei konventioneller Kosmetik, wie wir es jetzt genannt haben.
Tati: Super guter Punkt, dass du das noch mal so klar für uns aufgedröselt hast, weil ich glaube, da...
Tati: Das einfach ein großes Missverständnis bei vielen Eltern. Sie denken natürlich, ist gesünder und besser und synthetisch oder chemisch hergestellt. Es ist fremd und dann vielleicht nicht so gut für unsere Gesundheit. Danke, dass du mit diesem Missverständnis aufgeräumt hast. Wir wissen also jetzt, dass konventionelle Kosmetik in jedem Fall eine gesunde Option sein kann. Und gerade für Kinder mit sensibler Haut, für sehr junge Kinder, für Kinder mit Neurodermitis ist es auch oft die bessere Wahl.
Ying: Genau, also es gibt für mich jetzt keinen Grund, Naturkosmetik zu achten oder auf diese Siegel. Es gibt aber ein Siegel, was ich eher empfehlen würde, darauf zu achten. Das ist dieses DAAB-Siegel, also das Siegel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund. Das hat so rechteckig mit so einem grünen Rand. Kann man vielleicht auch mal gucken. Das hat mit Naturkosmetik überhaupt nichts zu tun, aber eher so mit den Kriterien, die wir vorher genannt haben, dass das schon geprüft wird, sind die häufigsten Allergen enthalten.
Ying: ist es duftstofffrei und so weiter. Und das wurde dann auch an besonders empfindliche Haut noch mal zusätzlich getestet. Das ist immer noch keine Garantie, dass man ein Produkt verträgt, wenn man da sehr viele oder unbekannte Unverträglichkeiten haben. Aber es ist auf jeden Fall ein deutlich besserer Ansatzpunkt, wenn man jetzt einfach nur das Regal scannt und irgendwie sich an einem Siegel orientieren möchte, ist das wahrscheinlich die bessere Wahl als Naturkosmetik Siegel.
Tati: So mache ich das gegen Ehrlicherweise auch. Also ich gehe super gerne nach dem DAW oder nach dem EKF, siegel und...
Tati: Dann, weil ich aber auch das Glück habe, habe drei Kinder, die Stand jetzt gesunde Haut haben und ich da jetzt nicht besonders darauf achten muss. Aber da habe ich dann schon mal ein gutes Gefühl, dass einfach die wichtigsten Allergene nicht enthalten sind. Und dann gucke ich vielleicht noch mal gezielt, was ist da am Pflegeinhaltsstoffen drin? Aber danach gehe selbst ich als Kinderhautärztin. Ich finde, das ist ein super, super hilfreiches Siegel.
Ying: Das macht die Sache auf jeden Fall einfacher, aber man muss jetzt keine Angst haben, nur weil das Siegel nicht drauf ist, dass ich dann Produkte
Tati: So, hey.
Ying: nicht benutzen kann. Im Umkehrschluss. Gerade kleinere Marken können sich sowas auch oft nicht leisten, weil es kostet natürlich auch immer, solche Zertifikate zu beantragen. Worauf ich aber auf jeden Fall abraten würde, ist Kosmetika auf Etsy oder sowas zu kaufen oder auf Temu soll es ja auch geben. Klar, ist ja sehr günstig, aber da greift halt die europäische Regulatur nicht mehr.
Ying: Da würde ich auf jeden Fall aufpassen, auch außerhalb von Etsy nicht selber irgendwelche DIY-Rezepte anzuwenden. Da würde ich auf jeden Fall von abraten. Man weiß nicht, wie sicher ist das Ganze, wie lange ist das haltbar und so weiter. weil wir jetzt gerade noch mal allgemein über Kosmetik sprechen, diese Sachen würde ich dann eher vermeiden. Nicht nur bei mir selber, auch bei den Kindern, aber generell DIY-Kosmetik Finger von lassen. Auch Lebensmittel nicht auf die Haut. Also, da gibt es ja auch so ein paar Hausmittel,
Ying: Aber gerade bei Kleinkindern, bei Babys relevant habt ihr wahrscheinlich auch schon mal drüber gesprochen, der Erstkontakt mit Allergen sollte möglichst über den Darm erfolgen und nicht über die Haut, weil sonst eben das Allergiereisiko deutlich steigt. Also da wirklich sichere Kosmetik aus dem Handel verwenden, was sicherheitsbewertet ist und reguliert ist und überwacht ist und nicht irgendwelche Nischenprodukte verwenden.
Tati: Ja, danke. Du sprichst mir wirklich
Tati: aus der Seele. Bitte nicht selber den Thermomix zu Hause auspacken und selber meinen, man sei über Nacht zum Kosmetikhersteller geworden. wisst, ihr habt selber viele, viele Jahre mit der Ausbildung verbracht, selber geforscht, stellt selber Kosmetik her. Also ihr seht mal, was da alles an Expertise gefordert ist, ~ auch ein gutes Produkt selber herzustellen. Deswegen ja, bitte, bitte keine Selbstversuche. Gerade nicht, wenn es die Haut
Tati: eurer Kleinen geht. Vielen, vielen Dank. Zum Schluss einfach nochmal in aller Kürze, wenn Eltern einen Kindercreme in der Hand haben und sie schauen sich jetzt die Vorderseite des Produktes und die Rückseite einmal an, welche Infos sind wirklich relevant, auf was sollte man achten und was ignoriert man am besten?
Ying: Ich würde auf jeden Fall versuchen, milde Pflege zu benutzen, auch wenn mein Kind jetzt keine Allergien hat, aber es schadet auf jeden Fall nicht und die sind auch eben hautfreundlicher. Das heißt, ich würde erst mal gucken, was sind zum Beispiel ein Siegel, das ist meistens am deutlichsten erkennbar. Wenn man sagt, das reicht dann vielleicht schon, der Siegel und fertig, dann macht man auf jeden Fall nichts verkehrt. Aber das schränkt natürlich die Auswahl ein bisschen ein. Dann kann man
Ying: weiter gucken. Sensitiv ist schon mal ein guter Ansatz, aber es ist eben leider nicht ganz so verlässlich. Da würde ich auf jeden Fall noch mal einen Blick auf die Rückseite werfen. Ist es denn tatsächlich parfumfrei, wenn einem das wichtig ist? Und dann kann man gerne auf die Vorderseite noch gucken, was da so die Werbeversprechen sind. Ist da zum Beispiel noch Pantinol drin, Mandelöl, halt was so bisschen hautpflegend ist. Es muss für Kinder auch nicht super fancy sein, irgendwelche Wirkstoffe, aber Hauptsache so ein paar pflegende Komponenten sind drin.
Tati: Megagut. Ying, ich danke dir. Du hast unseren nächsten Drogeriemarkteinkauf so viel angenehmer, einfacher und befreiter gemacht. Der Mensch hat eine sehr gute Tat getan heute. Ich bin dir super dankbar, dass du deine Expertise wieder mit uns geteilt hast.
Tati: und freue mich schon auf unsere nächste gemeinsame Folge, liebe Ying. Da wollen wir, wenn wir auch nochmal über Themen sprechen, die heute schon angerissen wurden, aber wir wollen nochmal wirklich so ganz, ganz praktisch von dir erfahren, worauf wir beim Kauf von Kinderkosmetik achten. Und du hattest ja versprochen, dass du uns wie so eine Art Kompass mit an die Hand gibst, mit dem wir dann als Eltern einkaufen können.
Tati: Liebe Ying, alles Liebe für dich und bis ganz bald!
Ying: Ciao!
Tati: Liebe Herzli, es macht gut und bleibt gesund. Bis bald!
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